Stand Your Ground
Jack Starr's Burning Starr
Stand Your Ground, High Roller Records, 2017
Todd Michael HallVocals
Jack StarrGuitars
Ned MeloniBass
Kenny EarlDrums
Guests:
Kevin BurnesGuitars
Produziert von: Bart Gabriel Länge: 75 Min 44 Sek Medium: CD
01. Secrets We Hide07. Worlds Apart
02. The Enemy08. Escape From The Night
03. Stand Your Ground09. We Are One
04. Hero10. Stronger Than Steel
05. Destiny11. False Gods
06. The Sky Is Falling12. To The Ends

Logo Jack Starr's Burning Starr

Der am 22.08.1961 in Paris geborene Jack Starr, Sohn einer Französin und eines Amerikaners, ist den meisten Metallern sicherlich als Gründungsmitglied der kultigen VIRGIN STEELE in guter Erinnerung, aber auch seine Soloalben und seine langjährige Band BURNING STARR haben nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Auch wenn Jack Starr nach seinem Zerwürfnis mit David DeFeis nicht mehr der ganz große Durchbruch gelungen ist, sind viele seiner Alben hochklassiger US Power Metal im Geiste seiner Zeit bei VIRGIN STEELE und oftmals namhaft besetzt. So finden sich seit seinem ersten Soloalbum bis heute immer wieder renommierte Musiker, angefangen von den RODS, RIOT oder RAINBOW bis hin zu MANOWAR.
Ob das der Grund dafür ist, dass auch Einflüsse genau dieser Bands Starr's Alben bestimmen, oder ob Starr sich Musiker in Bands sucht, die seinem Geschmack entsprechen, ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei und letztendlich akademisch.

Zwischen 1989 und 2009 lag BURNING STARR auf Eis und Starr forcierte seine Solokarriere und beteiligte sich an diversen kurzlebigen Projekten mit teils mäßigem Erfolg.
Seit der Réunion auf dem 2008er Magic Circle Festival sind BURNING STARR wieder aktiv und mit "Stand Your Ground" liefert Jack Starr nun bereits den dritten Output nach dem 2009er Réunion Album "Defiance" und dem hochgelobten 2011er "Land Of The Dead".
Mit ex-RIOT Todd Michael Hall, ex-MANOWAR Kenny Earl (genannt Rhino) und Ned Meloni (aka Ned Melonik, Anton Phibes), der auch schon bei diversen Soloprojekten Starr's mit an Bord war, hat sich mittlerweile auch ein stabiles Line Up etabliert.

"Ich denke, das neue Album ist abwechslungsreicher und hat viel mehr Einflüsse, außerdem ist es viel länger. Ich denke, ich spiele bessere Gitarrensoli, Todd Michael Hall singt besser und Ned Meloni spielt den besten Bass seiner Karriere" lobt Jack Starr das neue Album, obwohl die Ernsthaftigkeit dieses Statements bezweifelt werden muss.
Fragt man einen Musiker nach seinem neusten Album, ist es in der Regel immer das Beste, Innovativste und Außergewöhnlichste seit Anbeginn der Zeit, niemand würde wohl freiwillig sagen, dass es nur für die Tonne taugt, wenn ansonsten das Management androht, den Hund zu erwürgen. Aber auch, wenn wir hier Jack Starr einen Anflug von Selbstironie zugestehen wollen, steckt doch ein Körnchen Wahrheit in seiner Aussage.

Photocredits: Allyson Keziah & HRR via SSW

"Stand Your Ground" ist tatsächlich eine Granate geworden und feuert vom Start weg aus allen Rohren. US Power Metal nach dem Vorbild oben erwähnter Bands, wobei Todd Michael Hall natürlich die Nähe zu RIOT besonders unterstreicht. Hinzu kommt, dass sowohl Starr wie RIOTs verstorbenes Mastermind Mark Reale glühende RAINBOW Verehrer waren, was eine zusätzliche Ähnlichkeit begünstigt.
Das Titelstück z. B. klingt in Teilen wie RAINBOWs A Light In The Black, hat aber noch genügend Wendungen auf Lager um nicht in den Verdacht eines Plagiats zu gelangen.
"Ich habe den Song einigen Leuten vorgespielt und die Reaktion war immer die gleiche, es scheint, dass die Zuhörer ziemlich überrascht sind, dass der Song beinahe elf Minuten lang ist, er geht ziemlich schnell vorbei und wiederholt sich kaum. "Stand Your Ground" hat so viele Drehungen und Wendungen und Änderungen innerhalb eines Songs, es ist wie eine kleine Symphonie."
Kein Wunder, dass der Song zu Starr's Lieblingssongs des Albums zählt und vermutlich auch zu einem Fanfavourite avancieren dürfte.

Fazit: A new Starr is born am US Power Metal Himmel, aber eigentlich stimmt das nicht, Jack Starr war in Wirklichkeit immer schon ein Qualitätsgarant und seine Fans hatten daran nie einen Zweifel.

Ralf Frank, (Artikelliste), 09.09.2017