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Groovin' At The Crosse Roads
Heather Crosse
Groovin' At The Crosse Roads, Ruf Records, 2015
Heather CrosseBass, Lead/Backup Vocals
Lee WilliamsDrums, Percussion, Backup Vocals
Mark YakovonePiano, Organ, Electric Piano
Dan SmithGuitars, Slide Guitar, Backup Vocals
Sandy Carroll, Vicki AtkinsBackup Vocals
Produziert von: Jim Gaines Länge: 41 Min 59 Sek Medium: CD
01. My Man Called Me07. Damn Your Eyes
02. Why Does A Woman Need A Bass Guitar08. Steppin' Up Strong
03. Rockin' Chair09. Bad Boy Kiss
04. Clarksdale Shuffle10. Call On Me
05. Hurryin' Up To Relax11. You Don't Move Me No More
06. Walkin' In Their Shoes

Dass sie nicht die allererste (Bass-) Geige auf der letzten BLUES CARAVAN gespielt hat, lag weder an der optischen Erscheinung, noch an der musikalischen Qualität. Vielmehr waren die extrovertierteren Eliana Cargnelutti und Sadie Johnson der Grund dafür, dass man Heather Crosse erst aufgrund ihrer, allerdings vorzüglichen, Gesangsleistung so richtig wahrnahm .
Dann wurde aber auch schnell klar, dass es das Mädel mit – zumindest was Blues und Anverwandtes angeht – mit wohl dem fundiertesten Background war. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Heather Crosse seit Jahren mit ihrer festen Band seit gut zwei Jahrzehnten in der Blues-Szene um Clarksdale herum tätig und bereits eine Größe ist.
Es müsste also mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht aus dem Hause Ruf Records eine Scheibe dieses aus Louisiana stammenden Mädels erscheinen sollte. Und hier ist es. Tatsächlich treibt sich der Teufel im Blues ja gern an den “Crossroads“ herum und da hat man aus Heather Crosse’s Name doch gleich ein Wortspiel gemacht und das Album “Groovin‘ At The Crosse Roads“ genannt.

Neben “Crosse Roads“ passt natürlich auch das Wort “Groovin“ perfekt, denn dass hier viel Wert auf den richtigen Rhythmus gelegt wird, versteht sich fast von selbst.
Das geht im Blues-Boogie My Man Called Me so los, wo man schon lockere jazzig-swingende Richtungswechsel vornimmt und setzt sich in groovig-funkigen Stücken, wie Why Does A Woman Need A Bass Guitar (Humor hat sie also auch), fort. Da zeigt sie sich durchaus als ebenso fundierte Bassistin, wie als ausdrucksstarke Sängerin.
Geschickt werden verschiedene Stilarten untergebracht, vermischt und zu einem rhythmisch brodelnden Gemisch vereint. Rockin‘ Chair wurde ja bereits auf der BLUES CARAVAN Tour gespielt und hier wie damals erinnert der Song nicht unwesentlich an die alte George McCrae-Disco-Nummer Rock Me Baby. Im direkten Vergleich kommt Heather Crosse aber deutlich – ja, hier kommt das Wort schon wieder – “grooviger“ rüber.
Es bleibt aber ansonsten auch im Blues-, R&B- und Soul-Bereich. Durchaus mit Partycharakter, wie beim jumpigen Clarksdale Shuffle, dem funkigen R&B von Bad Boy Kiss und dem flotten Boogie Call On Me.

Der manchmal etwas “breite“ Südstaaten-Slang passt wunderbar zu dieser Musik und nimmt den Hörer mit auf diesem Trip “down-south“. Locker dahinschlendernd, wie in dem souligen Hurryin‘ Up To Relax, mal als Delta-Slide-Blues, wie in Walkin‘ In Their Shoes, oder als stark Gospel-geprägte Hymne – und gleichzeitig Ohrwurm - , wie in Steppin‘ Up Strong.
Neben der Sängerin/Bassistin möchte ich noch Pianist Mark Yakovone hervorheben und allen Tastenliebhabern ans Herz legen. Einen hervorragenden Job erledigt dieser. Und das nicht nur in dem sehr an Candye Kane erinnernden You Don't Move Me No More. Insgesamt aber ist es eine perfekte Teamleistung dieser Band, die Blues-Fans der – jetzt zum letzten Mal – “Groove-Abteilung“ eine tolle Spätsommer-Scheibe präsentiert.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 09.09.2015