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Cherry Red Records
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Palace Springs
Hawkwind
Palace Springs, Cherry Red Records, 2012
Bridget WishartVocals
Dave BrockVocals, Guitars, Keyboards
Harvey BainbridgeKeyboards, Vocals
Alan DaveyBass, Vocals
Richard ChadwickDrums
Guests:
Simon HouseViolin on CD1
Produziert von: Paul Cobbold Länge: 136 Min 53 Sek Medium: CD
CD1:[62:15]
01. Back in the box07. Acid test
02. Treadmill08. Damnation alley
03. Lives of great menbonus tracks:
04. Void of golden light09. The damage of life
05. Time we left (this world today)10. Treadmill / Time we left
06. Heads
CD2:[74:38]
01. Void’s end07. TV suicide
02. Ejection08. Back in the box
03. Brainstorm09. Assassins of allah
04. Out of the shadows10. Propaganda
05. Eons (snake dance)11. Reefer madness
06. Night of the hawks12. Images

Logo Hawkwind

HAWKWIND sind Kult ohne Frage, aber welche Assoziationen verbindet man eigentlich spontan mit der Band?
Vielen wird vermutlich sofort Lemmy in den Sinn kommen, der einige Jahre für die tiefen Töne zuständig war, aber wer weiß eigentlich, dass es den Titelsong und Namensgeber Motörhead auch von HAWKWIND gibt?
Die 1972er Hitsingle Silver Machine haben wir natürlich auch alle noch in guter Erinnerung sowie einige der bekannten Alben wie "Space Ritual" oder "Doremi Fasol Latido", Letzteres mit merkwürdig vertrauter Coverart, oder?
Und sonst? Klar, der eingefleischte Fan kann noch diverse Pointen beisteuern, z. B., dass der bekannte Fantasyautor Michael Moorcock als Texter, Sänger und Bühnenbildner maßgeblich das Image der Band geprägt und dazu mit ihr sein Hauptwerk "Elric von Melniboné" vertont hat. Was noch?
Hm, eigentlich ziemlich dürftig für eine Band, die bis auf einige kurze Unterbrechungen seit dem Ende der 1960er fast durchgehend bis heute existiert, tourt und Alben veröffentlicht, die zumindest in ihrer Heimat regelmäßig in den Albumcharts zu finden sind.
Oder dachtet ihr gar die Band wäre längst Geschichte?

HAWKWIND hatten leider das Pech, von einer ganzen Generation fast vergessen worden zu sein.
Als die NWOBHM einsetzte, waren sie für die neuen Metalheads nur eine psychodelische Hippieband von vorgestern, obwohl sie durchaus bemüht waren, den Härtegrad angemessen anzuziehen.
Diese Wissenslücke zu füllen, haben sich die Remaster-Spezialisten von Atomhenge und Cherry Red Records aufs Tableau geschrieben und veröffentlichen seit geraumer Zeit den Backcatalogue der Band von 1976 – 1997, liebevoll editiert mit umfangreichen Booklets, Linernotes und insbesondere Bonustracks und CDs.
Des Weiteren werden prominente Fans wie Selim Lemouchi von THE DEVIL'S BLOOD oder Arjen Anthony Lucassen (AYREON) nicht müde, für ihre Idole zu werben. Nicht zuletzt Lucassens STAR ONE Debut mit dem bezeichnenden Titel "Space Metal" hat quasi durch eine HAWKWIND gewidmete Bonus CD mit niemand Geringerem wie Dave Brock als Gastsänger, dafür gesorgt, den Blick vieler jüngerer Fans wieder auf diese Band zu lenken.
In dem etwa zehnminütigen Hawkwind-Medley sind auch excerps von deren "Palace Springs" Album, wenn man so will aus der jüngeren Geschichte, zu finden, insofern sehr erfreulich, dass nun auch dieses Album Aufnahme in den Remasters Katalog gefunden hat.

Das Album, welches ursprünglich 1991 durch GWR Records veröffentlicht wurde, war das letzte HAWKWIND Release, welches sowohl Bridget Wishart als auch Harvey Bainbridge als Mitglieder führt, neben Alan Davey, Richard Chadwick und Mastermind Dave Brock, dem einzigen ständigen Mitglied bis heute. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1989 und 1990 und mixen Studio- (mit Gastviolinist Simon House) und Liveaufnahmen aus dem titelgebenden Palace Theatre in Los Angeles. Darunter finden sich heutige Klassiker wie Time We Left (This World Today), Damnation Alley, Lives of Great Men (aka Assault and Battery) oder Treadmill.

Die Deluxe Atomhenge Edition wurde von den original Master Tapes remastert und beinhaltet neben dem offiziellen Album zwei bislang unveröffentlichte Bonus Tracks aus den 1989er Aufnahmesessions (The Damage of Life und ein Studiomedley aus Treadmill & Time We Left (This World Today) auf CD1 sowie einen Konzertmitschnitt aus dem Omni Theatre in Oakland, California vom 16.12. 1990 auf CD2. Letzterer wurde jedoch bereits früher unter dem Titel "California Brainstorm" veröffentlicht.

Während "Palace Springs" ziemlich geradlinig rockt und wenn man sich das Spacegewand wegdenkt, sogar manchmal recht metallisch daherkommt, leben die Hawklords beim "California Brainstorm" zum Teil ihre psychedelische Ader voll aus und es finden sich neben langen Jams, spacigem Reggae sogar Ähnlichkeiten zum New Wave der B-52's, auf die Dauer nicht unbedingt jedermanns Sache, als Zeitzeugnis bzw. für Fans und Sammler jedoch ein schönes Bonus.

Das Album wird im Standard-2CD-Jewelcase im Schuber präsentiert inkl. einem durch diverse Abhandlungen, Fotos und Liner Notes erweitertem Booklet, wobei die original Artwork in restaurierter Form in neuem Glanz erstrahlt.

Ralf Frank, (Artikelliste), 11.11.2012