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Vector
Haken
Vector, Inside Out, 2018
Ross JenningsGesang
Charlie GriffithsGitarre
Rich HenshallGitarre & Keyboards
Diego TejeidaKeyboards
Conner GreenBass
Raymond HearneSchlagzeug
Produziert von: HAKEN & Adam Getgood Länge: 49 Min 19 Sek Medium: CD
01. Clear05. Nil By Mouth
02. The Good Doctor06. Host
03. Puzzle Box07. A Cell Divides
04. Veil

Sie sind aus meiner Sicht die Hoffnung für den Progressive Metal: HAKEN. Sie haben sich in den vergangenen Jahren als diejenige Band präsentiert, die der Umschreibung „progressiv“ (im Sinne von fortschrittlich) noch am ehesten gerecht wurden. Mit Meisterwerken wie “The Mountain“ und “Affinity“ hat sich das Londoner Sextett auch wahrnehmungstechnisch in die erste Liga vorgespielt und neben den Größen wie FATES WARNING, DREAM THEATER oder SYMPHONY X etabliert. Das geht bereits so weit, dass der Deutschlandfunk – eine ja eher Metal-ferne Rundfunkanstalt – der Band eine Sendung gewidmet nach der Veröffentlichung von “Affinity“ hatte.

Aber einfach nur nach dem Schema der letzten Großtaten weitermachen ist die Sache von HAKEN nicht. Also haben sie sich mit dem neuen Werk, “Vector“, wieder verstärkt auf ihre metallische Seite eingelassen und einige echte Brecher zusammengesetzt, die mit heftigen Riffs, vertrackten Rhythmen und gegenläufigen sphärischen Keyboard-Sounds und mehrstimmigen Vocals ein wahres Festmahl für Prog-Ohren sind. Nach einer so abwechslungsreichen und spannenden Nummer wie Veil zum Beispiel werden sich selbst so erfolgreiche Bands wie DREAM THEATER ordentlich anstrengen müssen, um dieses kompositorische (nicht nur das rein spieltechnische) Niveau auf ihren kommenden Alben noch mal zu erreichen. Und auch das folgende Instrumental Nil By Mouth fordert vom Hörer die volle Konzentration. Mit Host ist aber auch eine komplett ruhige Nummer im Angebot, die eine willkommene Unterbrechung in dem musikalischen „Chaos“ (so werden es zumindest viele Nicht-Prog-affine Hörer empfinden) bietet.

Photo-Credit: zur Verfügung gestellt von Inside Out

Wenn ich etwas an der Musik auf “Vector“ kritiseren möchte, dann ist es höchstens das abrupte Ende von A Cell Divides. Das fühlt sich für mich als Hörer so an, als würde ich vollkommen unvorbereitet aus dem Album hinausgeworfen. Das mag so intendiert sein, aber es fühlt sich einfach nicht richtig an nach den knapp 45 doch recht fordernden Minuten. Das mag mit dem lyrischen Konzept zu tun haben, das sich um eine Psychiater-Ptient-Beziehung dreht. Dabei haben sich HAKEN von Filmen wie “Einer flog über das Kuckucksnest“, “Clockwork Orange“ oder “The Shining“ und den psychologischen Studien etwa von Stanley Milgram, Burrhus Frederic Skinner und Hermann Rohrschach inspirieren lassen. Die Tintenklecks-Bilder des Letztgenannten waren dann auch die Inspiration hinter dem Album-Cover. Dazu meint Keyboarder und Haupttexter Diego Tejeida, dass das Besondere eben sei, dass jeder Betrachter darin etwas anderes sieht und das vom Verstand abhängig ist.

HAKEN waren nach dem internationalen Erfolg von “Affinity“ gefordert – und sie haben geliefert. “Vector“ ist keine Kopie des Vorgängers, sondern fühlt sich wie ein logischer Fortschritt in der Entwicklung der Band an. Dabei geht die Band nicht auf Nummer Sicher, sondern stellt an sich selbst aber auch an die Hörer neue Ansprüche. Dabei bleibt die Musik so abwechslungsreich wie gewohnt, aber auch ebenso komplex und mysteriös. Das gleiche gilt natürlich auch für die Texte, die genügend Anregung liefern, um sich eingängiger damit zu beschäftigen. Die Band beweist einmal mehr, dass sie im Bereich des Progressive Metal vollkommen zu recht zu den ganz Großen gehören. An HAKEN kommt man als Musik-Enthusiast einfach nicht mehr vorbei. Das wird mit jedem Album der Band immer deutlicher.

Marc Langels, (Artikelliste), 25.10.2018