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Faced With Rage
Godsticks
Faced With Rage, KScope Music, 2017
Darran CharlesGesang, Gitarre, Keyboards & Synthesizer
Dan NelsonBass
Gavin BushellGitarre & Synthesizer
Tom PriceSchlagzeug
Produziert von: James Loughey Länge: 56 Min 50 Sek Medium: CD
01. Guilt06. Avenge
02. Hard To Face07. Revere
03. Open Your Eyes08. Unforgivable
04. We Are Leaving09. Overdrive
05. Angry Concern10. Fame And Silence

Die walisische Band GODSTICKS mag auch nach den bisher drei veröffentlichten Alben noch eher eine Art Geheimtipp in der Welt des Progressive Rock/Metal sein. Aber die Band hat es dem Hörer – und damit im Umkehrschluss auch sich selber – nie wirklich leicht gemacht. Denn sie sitzen musikalisch betrachtet offenbar sehr gerne zwischen den Stühlen. Auch sind sie nie einer bestimmten Richtung des Prog exklusiv zugehörig gewesen. Auf ihrem Erstling, “Spiral Vendetta“, vernahm der der Hörer noch die Einflüsse von jazz oder Canterbury, dann traumwandelten sie beim Nachfolger “The Envisage Conundrum“ in melodischen Bereichen von PORCUPINE TREE, vollführten sie mit “Emergence“ schon eine deutliche Hinwendung zu härteren Riffs, die sie jetzt auf “Faced With Rage“ konsequent weiterführen.

Denn wo Band-Chef Darran Charles ausgeführt hat, dass das aktuelle Album das progressivste der bisherigen Band-Geschichte sei, da hätte er auch gut und gerne hinzufügen können „und das härteste“. Denn das, was Charles & Co. auf “Faced With Rage“ präsentieren, das geht schon manches Mal in eine A PERFECT CIRCLE – oder auch TOOL-Richtung mit mächtigen Riff-Wänden und donnernden Rhythmen, die man so – und vor allen Dingen in dieser Häufung – noch nicht von den GODSTICKS kannte. Manches Stück – wie etwa Everdrive - geht sogar über das rein progressive hinaus und orientiert sich schon fast ein wenig an Math-Metal, nicht ganz so extrem wie etwa bei WATCHTOWER, aber schon ungewohnt für die GODSTICKS.

Die zusätzliche Härte zieht sich jedoch nicht durch das ganze Album, so dass auch die Fans der früheren GODSTICKS-Sounds bei einem Song wie We Are Leaving durchaus auch auf ihre Kosten kommen. Die zusätzliche Härte hat die Band allerdings offenbar dazu gebracht, dass sie mit Gavin Bushell einen zweiten Gitarristen an Bord geholt haben, so dass aus dem bisherigen Trio nun ein Quartett geworden ist. Das macht sich auch spieltechnisch bemerkbar, denn im ersten Solo des Albums erinnert dieser mit seinem Sound und Stil ein wenig an Joe Satriani. Die meisten anderen Solospots scheint aber wieder Charles übernommen zu haben, denn diese sind deutlich mehr von Gefühl als von Technik geprägt.

Die GODSTICK fordern mit ihrem vierten Album den Fans und Interessierten wieder einmal eine gewisse Adaptionsfähigkeit ab. Denn die Band erfindet ihren Sound wie oben beschrieben schon ein ganzes Stück weit wieder neu und klingt heftiger als bisher bekannt. Fans der alten Alben sind also vielleicht gut beraten, vor dem Kauf einmal in das Werk hineinzuhören. Wer aber gerne auch mal in Bands wie TOOL und Co. hört, der sollte sich mit dem neuesten Album der Waliser GODSTICKS auch mal beschäftigen, denn wenn die Musik auch nicht ganz so atmosphärisch dicht sein mag, so ist sie doch wirklich interessant konzipiert und komponiert.

Marc Langels, (Artikelliste), 25.11.2017