Link Homepage:
Offizielle Glass Hammer Homepage
Link Facebook:
Glass Hammer @ Facebook
Link Promo:
Just For Kicks
Link Kaufen:
www.amazon.de
Chronomonaut
Glass Hammer
Chronomonaut, Eigenproduktion, 2018
Steve BabbGesang, Bass & Keyboards
Fred SchendelGitarre, Keyboards & Gesang
Aaron RaulstonSchlagzeug
Susie BogdanowiczGesang
Matthew ParmenterGesang
Chris HerinGitarre
Jamison SmeltzSaxophon
Brian BrewerGitarre
Phil StilesGitarre
Patton LockeGesang
Tommy OgleSaxophon
Brian PoteetPosaune
Stephen BeardenTrompete
Randall WilliamsSchlagzeug
Produziert von: Glass Hammer Länge: 70 Min 38 Sek Medium: CD
01. The Land Of Lost Content07. Clockwork
02. Roll For Initiative08. Melancholy Holiday
03. Twilight Of The Godz09. It Always Burns Sideways
04. The Past Is Past10. Blinding Light
05. 1980 Something11. Tangerine Meme
06. A Hole In The Sky12. Fade Away

Die Amerikaner GLASS HAMMER gehören schon seit ihrer Gründung zu den traditionsbewussten Bands des Genres Progressive Rock. Ihre Musik bezog die Inspiration von den Klassikern wie EMERSON, LAKE & PALMER oder YES manchmal auch von ALAN PARSONS PROJECT. Bei ihrem neuesten Album, “Chronomonaut“, jedoch beziehen sich die beiden Masterminds Steve Babb und Fred Schendel allerdings mal auf die eigene Vergangenheit, denn das aktuelle Werk ist eine Fortsetzung von “Chronometree“, das vor 18 Jahren erschien und in Fan- und Kritikerkreisen gerne als eines der besten in der mittlerweile sehr langen Liste der GLASS HAMMER-Veröffentlichungen angesehen wird.

Der Protagonist (natürlich auch von “Chronomonaut“) heißt Tom. Er liebt Progressive Rock und will mit dieser Musik erfolgreich werden, aber zu seiner Zeit (die Geschichte beginnt im Jahr 1983) ist diese Richtung nicht sonderlich populär. In Songs hört er (als einziger, siehe “Chronometree“) Stimmen, die ihn in die Kunst des Zeitreisens einweihen. Er will so in das Jahr 1971 reisen, um mit seiner Band THE ELF KING ein großer Star zu werden. Leider läuft bei dem Zeitsprung etwas schief und statt zwölf Jahre zurück geht es für Tom 35 Jahre in die Zukunft, sprich in unsere heutige Gegenwart. Die ist – wie wir wissen – ja nun auch nicht gerade das Schlaraffenland für Prog-Bands.

Und dennoch machen Bands wie GLASS HAMMER unaufhörlich weiter. Hier fügen sie ihrem bekannten Stil auch eine sonst nicht so gewohnte deutliche Note Canterbury-Stil bei und setzen auch verstärkt auf Bläser-Arrangements, die den Liedern sehr gut tun, zum Beispiel in The Past Is The Past oder Blinding Light. Der Bass gerade am Anfang des Albums erinnert mich ein wenig an Dave Meros von SPOCK’S BEARD, die in mancher getragener Passage auch sonst mal ein wenig durchscheinen (auch in der Melodieführung beim Gesang, allerdings fehlt GLASS HAMMER da ein so begnadeter Sänger wie in die „Bärte“ immer in ihren Reihen haben).

Aber leider gibt es aus meiner Sicht einfach zu viele dieser getragenen und sehr melodisch ausgefallenen Momente auf “Chronomonaut“. Diese Zeitreise ist mir etwas zu zahm und wenig aufregend ausgefallen. Es geht hier um Zeitreisen, wenn die ähnlich unspektakulär sind, dann lohnt sich die Aufregung darum nicht. Und wenn man schon einmal beim direkten Vergleich mit dem Vorgänger bleibt, dann zeigt sich die Krux bereits im Opener. Wo “Chronometree“ krachend einstieg mit zahlreichen Tempi-Wechseln und einer lauten Hammond-Orgel, da schleicht sich “Chronomonaut“ eher behutsam an. Da klingen dann selbst die Bläser, die weiter hinten raus für Pepp sorgen, eher wie bei einem Phil Collins-Solo-Album (und nicht gerade Sussudio).

Das neue Werk ist ein typischer Fall von: da wäre mehr drin gewesen. Denn das Album hat seine Momente, aber die sind leider eher verstreut und nicht zu üppig vorhanden. Dazwischen herrscht dann leider sehr gepflegte Vorhersehbarkeit. Keine Ödnis, denn auch die ruhigeren Momente haben ihre – nun ja – Momente. Nur auf die komplette Dauer mitreißen kann dieses Album leider nicht. Dafür sind zu viele vorhersehbare Elemente, Melodien und Instrumentierungen vorhanden, die man nach den Jahrzehnten von der Band einfach schon kennt. Ein bisschen mehr Wagemut täte der Gruppe da schon gut, denn sonst kann man ja schließlich auch nicht mehr das Attribut „progressiv“ verwenden für GLASS HAMMER.

Marc Langels, (Artikelliste), 01.11.2018