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Rumours - 35th Anniversary Edition
Fleetwood Mac
Rumours - 35th Anniversary Edition, Warner Music/Rhino, 2013
Lindsey BuckinhamVocals, Guitars
Stevie NicksVocals
Christine McVieVocals, Keyboards, Synthesizers
John McVieBass
Mick FleetwoodDrums, Percussion
Produziert von: Fleetwood Mac & Richard Dashut & Ken Caillat Länge: 164 Min 00 Sek Medium: CD
CD 1: Rumours
01. Second Hand News07. The Chain
02. Dreams08. You Make Loving Fun
03. Never Going Back Again09. I Don't Wanna Know
04. Don't Stop10. Oh Daddy
05. Go Your Own Way11. Gold Dust Woman
06. Songbird12. Silver Springs
CD 2: Live 1977
01. Intro07. Rhiannon
02. Monday Morning08. Never Going Back Again
03. Dreams09. Gold Dust Woman
04. Don't Stop10. World Turning
05. The Chain11. Go Your Own Way
06. Oh Daddy12. Songbird
CD 3: More from The recording Sessions
01. Second Hand News (Early Take)09. The Chain (Demo)
02. Dreams (Take 2)10. Keep Me There (With Vocal)
03. Never Going Back Again (Acoustic Duet)11. Gold Dust Woman (Early Take)
04. Go Your own Way (Early Take)12. Oh Daddy (Early Take)
05. Songbird (Demo)13. Silver springs (Early Take)
06. Songbird (Instrumental)14. Planets Of The Universe (Demo)
07. I Don't Wanna Know (Early Take)15. Doesn't Anything Last (Acoustic)
08. Keep Me There16. Never Going Back Again (Instrumental)

Was haben PINK FLOYDs "Dark Side Of The Moon", AC/DCs "Back In Black", Michael Jacksons "Thriller", EAGLES' "Their Greatest Hits" und FLEETWOOD MACs "Rumours" gemeinsam? Richtig, sie liegen allesamt innerhalb der Liste der bestverkauften Alben aller Zeiten in den Top Ten. Mit mehr als 45 Millionen verkaufter Einheiten seit Erscheinen werden sie dort wohl auch für immer und ewig rangieren, weil solche immensen Plattenverkäufe in unserer heutigen Zeit undenkbar geworden sind.

Und weil ein strahlender und unvergessener Bestseller wie FLEETWOOD MACs "Rumours" kürzlich seinen 35. Geburtstag feierte, schicken sich die Schlafmützen von Warner Brothers nun an, diesen Mega-Platin-Seller aus dem Februar 1977 mit reichlich Verspätung mit einem opulent gestalteten Triple-Album im klapbaren Digi-Pack Format zu würdigen.

Ob sich mit dieser neuen Jubiläums-Edition, die sich aus dem bereits 2004 restaurierten "Rumours"-Album, einem Live-Mitschnitt aus dem Jahre 1977 und einem Longplayer mit Outtakes und Alternative Takes zusammensetzt, nochmals ein paar Hunderttausend Einheiten absetzen lassen, bleibt zweifelhaft. Der künstlerische Mehrwert dieser Edition ist nicht gerade überwältigend, denn außer der schönen Aufmachung, hübschen Fotos und einem interessant zu lesendem Booklet mit persönlichen Beiträgen der Protagonisten, gibt es wenig Bestaunenswertes.

Dem größten Teil der sogenannten Outtakes durfte man schon auf der 2004er Edition lauschen. Wirklich Bemerkenswertes findet sich da sowieso nicht, weil die Rohfassungen bzw. Probeversionen einiger Album-Tracks im ersten Moment zwar recht interessant wirken mögen, auf Dauer aber die ausgeschmückten Endfassungen des "Rumours"-Album gerade in gesanglicher Hinsicht niemals werden übertrumpfen können. Diese passgenau ausgecheckten Harmony-Vocals, diese wunderbare Symbiose aus Stevie Nicks', Lindsey Buckinghams und Christine McVies Stimmfärbungen garantieren reichlich Gänsehautmomente und machen schließlich den großen Reiz dieser Truppe aus, der sich letztlich auch aus den unterschiedlichen Kompositionsansätzen der drei Songwriter speist.

Einzig das 12-Tracks Live-Album sorgt für eine reizvolle Stimmung. Auch wenn es lediglich die allseits bekannten Hit-Songs widerkäut, bleiben diese Live-Aunahmen interessant genug, weil einerseits nicht ganz so viele vernünftige MAC'sche Live-Aufnahmen aus jener Zeit existieren und weil man andererseits die Combo beim Transfer ihrer grandios ausstaffierten Albumvorlagen in ein einfacher strukturiertes Live-Arrangement beobachten darf. Das hat schon was.

Die Klasse der eigentlichen "Rumours"-Großtat bleibt sowieso unumstritten. Hier reihen sich tatsächlich 11 Songs (besser gesagt 12, weil Silver springs hinzugefügt wurde) aneinander, die mit zu den besten Pop-Songs aller Zeiten gezählt werden dürfen. Der Charme der unterschiedlichen Kompositionen aus Buckinghams, McVies und Nicks' Feder bleibt bis heute so prickelnd und belebend wie 1977 und man darf erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass die Reibungspunkte innerhalb der Band, die bisweilen Soap-Opera Züge annahmen und durch exzessiven Drogenkonsum befeuert wurden, für einen künstlerisch fruchtbaren Nährboden sorgten, der in dieser Klasse niemals wieder zustande kam.
Somit bleibt "Rumours" ohne Zweifel ein Meilenstein der Pop-Geschichte, der aber auch in der einfachen Version seine ultimativen Vorzüge bereithält. Wer jedoch die Euros für diese Triple-Album Geburtstags-Edition übrig hat, sollte sich nicht scheuen, sich dieses Schmuckstück zuzulegen. Eine Fehlinvestition sähe wahrlich anders aus.

Frank Ipach, (Artikelliste), 01.02.2013

Da denken sie sich bei den Gebrüdern Warner, was die bei Sony mit ihrer "Legacy Edition" können - eben erst mit der entsprechenden Ausgabe von Stevie Ray Vaughans "Texas Flood" geschehen - können wir längst! Denn in den Archiven von Atlantic, Warner, etc. döst so manches Meisterwerk und hat oft genug noch einen ganzen Schwanz Unveröffentlichtes hinten dranhängen.
So erscheint dieser Tage eines der Meisterwerke der Musikgeschichte in massiv aufgebrezelter Form: "Rumours". Das, ohne Zweifel, beste Album der Band - der Nach-Peter Green-Phase - stotz geradezu vor hervorragender Songs. Die sogenannten "Filler" sind hier nicht vorhanden. Es gibt durchaus noch ein paar Alben aus den späten 70ern, die ebenso durchgängig brillant sind. "Watch", von der MANFRED MANN'S EARTH BAND, fällt mir da ein, oder SUPERTRAMPs "Breakfast In America" und auch MEAT LOAFs "Bat Out Of Hell", wobei letzteres schon einen spezielleren Geschmack bedient. "Rumours" war und ist für fast jedes Musikliebhaberohr schlichtweg Balsam und Freude.
So ist es angebracht, das Album in einer "Expanded Edition" zu würdigen, welche das Original Album (plus die Single-B-Seite Silver Springs, eine CD mit 12 Live-Songs der 1977er Tour und eine weitere CD mit Outtakes der Studioarbeiten enthält. Die letzten beiden CD-Inhalte bislang unveröffentlicht.

Was soll man über "Rumours" schreiben, was nicht schon längst geschrieben wäre? Die massiven Beziehungsprobleme der beteiligten Pärchen trieben die Band zu einem schöpferischen Höhepunkt, welcher All-Time-Klassiker, wie das rollende Second Hand News, das leicht elfenhafte Dreams - eine Sternstunde von Stevie Nicks - das fast mittelalterlich anmutende Never Going Back Again und den mitreißenden Boogie-Stampfer Don't Stop enthält. Und das sind nur die ersten vier Songs! Die Folgenden halten die Klasse problemlos. Man höre sich das dynamische Go Your Own Way an, oder The Chain - eine Gänsehautnummer nach der anderen! Die meisten Bands haben in ihrer ganzen Karriere nicht so viel Ausnahmesongs veröffentlicht, wie THE MAC auf diesem Album.
Nicht selten werden solche Jubiläumsauflagen (Welches Jubiläum ist das eigentlich? 35 Jahre wären letztes Jahr gewesen. Was soll's.) mit zum Gähnen ermüdenden Zusatzsongs aufgefüllt, aber hier gibtís, denke ich, nichts zu meckern. Eine ganze CD mit unveröffentlichten Live-Songs ist schon mal ein netter Zug und die zeigt, dass die Band ihre Klasse auch auf die Bühne bringen konnte. Man merkt auch, dass der Sound der Studioaufnahmen nicht immer erreicht werden konnte und manchmal der Druck der Albenproduktion fehlt, aber dafür zeigt es sich, dass das Quintett sich nicht sklavisch an die Vorlagen verpflichtet fühlte, sondern - gerade bei den Soli - sich auch mal ein paar Ausflüge erlaubte, was vor allem Lindsey Buckingham auf der Gitarre zu nutzen weiß. Dass sich hier hervorragende Sänger/innen mit herausragenden Instrumentalisten zusammengefunden hatten, wird ein ums andere Mal deutlich. Auch wie Songs, die angesichts der fast übermächtigen (Song-) Konkurrenz auf dem Album, auf der Bühne noch einmal neu erstrahlen, ist anhand an Christine McVies Oh Daddy hier eindrucksvoll zu hören.
Tolle Aufnahmen und eine schöne Ergänzung zum 1980 Live-Album.

Eindrucksvoll ist stellenweise auch die dritte CD dieser Edition, denn man kann hier hören/verfolgen, wie Evergreens entstanden, bzw. sich entwickelten. Oft genug bergen "Early Takes" schon die Essenz dessen, was uns später mal nicht mehr aus dem Ohr gehen sollte, aber erst durch das Zusammenkommen mit den Beiträgen der Bandkollegen/innen wurden daraus Geniestreiche. Einfacher strukturierte Songs, wie Never Going Back funktionieren da auch als "Acoustic Duet" ziemlich gut, wohingegen Go Your Own Way erst durch die später hinzugefügten Harmoniestimmen im Refrain so richtig abhebt. Auch was sich aus dem "Demo" zu The Chain entwickelte, ist nichts anderes als erstaunlich. Außerdem muss ich gestehen, dass mir das "Come Together" Bass-Riff in Oh Daddy erst bei diesem "Early Take" auffiel. Sachen gibtís.
Da die "Outtakes" alle von bester Klangqualität sind und meist komplette Songs, plus mancher Kommentare über die Mikrofone, macht das "Mäuschen spielen" hier schon fast so viel Spaß, wie das daraus resultierende Album.
Die Edition kommt als mehrfach aufklappbares Digi-Pack, mit vier Einschüben, für die drei CDs und das ausführliche Booklet, mit Texten und persönlichen Worten der Beteiligten. Hier sei mal meiner Freude Ausdruck gegeben, dass man doch zur Einsicht gelangt und bei der "Verpackung" weitestgehend auf Plastik verzichtet. Ist doch auch viel schöner so!
Es gibt auch noch eine aufwendigere Ausgabe, die neben der Vinyl-Scheibe eine DVD mit Aufnahmen rund um die Tour beinhaltet, was dann letztlich eine Geldfrage ist. Mit dieser Version hat man auf alle Fälle schon ein wohlklingendes Schmuckstück im Regal.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 02.02.2013