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Foto Credits: Fredrik Etoall, Patric Ullaeus (via CMM)
Bag Of Bones
Europe
Bag Of Bones, Ear Music/Edel, 2012
Joey TempestVocals
John NorumGuitars
John LevenBass
Mic MichaeliKeyboards
Ian HauglandDrums
Produziert von: Kevin Shirley Länge: 40 Min 32 Sek Medium: CD
01. Riches To Rags07. Demon Head
02. Not Supposed To Sing The Blues08. Drink And A Smile
03. Firebox09. Doghouse
04. Bag Of Bones10. Mercy You Mercy Me
05. Requiem11. Bring It All Home
06. My Woman My Friend

Logo Europe

Wer EUROPE bis heute nur mit ihrem Mega-Hit The Final Countdown assoziert und meint, die Schweden steckten immer noch in diesem Achtziger Jahre Soundkorsett fest, der sieht sich, ähnlich wie schon beim sehr erfrischenden Vorgängeralbum "Last Look At Eden", auf's Angenehmste getäuscht.

Bye bye Stadion-Rock, welcome straight Hard-Rock: unter diesem plakativem Motto steht EUROPE's neueste Langrille . In weiten Teilen ein rauschendes Fest, das mit Riches to rags und Not supposed to sing the Blues prächtig beginnt, nach hinten raus allerdings etwas nachlässt, unterm Strich jedoch absolut zu überzeugen weiß.

Wer sich mit einem Produzenten wie Kevin Shirley, der zuletzt auf Joe Bonamassa und BLACK COUNTRY COMMUNION abonniert schien, zusammen tut, der ahnt schon was zu erwarten steht. Toughe, blues-infizierte, riff-lastige Hard-Rock Songs, im Geiste von LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE (Mark III), THUNDER und eben BCC. Und so lebt eben auch "Bag Of Bones" dieses Credo voll aus, zieht seinen Streifen unbeirrt durch und verfällt lediglich im Schlußtitel Bring it all home in längst vergessen geglaubte, seichtere und etwas pathetisch verbrämte Muster.

Was der exzellente Axeman John Norum, der hörbar gereifte Sänger Joey Tempest und ihre Kumpanen bis dahin allerdings mit Knallern wie Demon Head, Doghouse, dem tiefer gelegtem My woman, my friend und dem herrlich folk-durchwebten Drink and a smile an stichhaltigen Argumenten abliefern, sollte zumindest all jene Rock- Fans überzeugen, die Siebziger Jahre inspirierten Hard-Rock lieben und die neben ihren alten Helden ein satt und kompromisslos angelegtes Album aus Schweden einsortieren möchten.

Frank Ipach, (Artikelliste), 27.04.2012

Mitte der 1980er Jahre waren sie eine der erfolgreichsten Bands des Planeten, seitdem sind einige Jahre vergangen, der Ruhm ist etwas verblasst, aber für eines stehen EUROPE nach wie vor: herausragende Musik. Meiner Meinung nach war dabei das 2009er Werk “Last Look At Eden“ das bisher beste Werk der Schweden. Dabei gelang es eine perfekte Symbiose aus dem AOR-Rock der 80er mit harten, zeitgemäßen Sounds zu kombinieren. Nun kommen sie mit einem Album, das ihren Einflüssen aus den 1970er Jahren huldigt. Von den ersten Klängen des Openers Riches To Rags bis zu den letzten Sekunden von Bring It All Home zelebrieren Sänger Joey Tempest, Gitarrist John Norum und Co. die Musik von DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, URIAH HEEP etc.

Auf “Bag Of Bones“ darf sich denn auch vor allen Dingen Norum nach Herzenslust austoben. Er rifft sich mit dem Sound von BLACK SABBATH durch ein ganzes Heer an LED ZEPPELIN-infizierten Licks, er soliert so hingebungsvoll, dass es ihm damals den Ruf eines Gitarren-Helden vom Schlage eines Richie Blackmore, Jimmy Page oder Tony Iommi eingetragen hätte. Michaeli erweist sich als perfekter Partner an den Tasten und veredelt die Stücke mit Streicher-Arrangements oder röhrenden Hammond-Sounds. Und Tempest ist immer noch einer der besten Sänger im Bereich Hard Rock, der geradezu ideal zu dieser Art Musik passt.

Ich gebe zu, ich hatte nach “Last Look At Eden“ meine Zweifel, ob EUROPE da noch mal qualitativ nachlegen können. Aber statt ein weiteres solches Album zu machen, haben sich die Schweden einfach neu erfunden und ihre Musik um weitere Facetten und Sounds erweitert. “Bag Of Bones“ klingt anders als sein Vorgänger, ist aber kein bisschen schlechter. Wäre die Welt gerecht, müssten EUROPE wieder da stehen, wo sie bereits einmal waren: nämlich ganz oben.

Marc Langels, (Artikelliste), 09.04.2012

Man kann es drehen und wenden – und von beiden Seiten leicht anbrutzeln – wie man will, die viel zu früh, durch den selbstverschuldeten „finalen Abwärtszähler“, auf seichtes Mainstreamniveau reduzierten EUROPE, betreiben seit einigen Jahren eine beachtenswerte Reinkarnation – man könnte auch Selbstwiedererfindung sagen – dass den meisten Kollegen aus den 80ern die Kinnlade nur so gegen den Adamsapfel klappert.
Und auch mit ihrem neuesten Werk beweisen sie, dass in der Hard Rock-Bundesliga locker um die Champions League Plätze mitspielen können.

Dabei müssen sie sich nicht einmal dem Zeitgeist andienen und härtere Sounds oder Rhythmen in ihr Spiel integrieren. Ihnen langt ein herausragender Joey Tempest und eine Band, die sich ihrer Qualitäten und Wurzeln bewusst ist. Da klingt das stellenweise wie in den 70ern bei RAINBOW oder WHITESNAKE, wenn die ihre bluesigen Einflüsse stärker durchschimmern ließen. Da hören Sie mal hin, Herr Coverdale, so könnte/sollte ihre Truppe heute klingen!

Immer wieder schimmern ein paar Blues-Wurzeln durch, teils sogar auf akustischer Basis, hin und wieder gibt’s ordentliche Stampfer, irgendwo zwischen LED ZEPPELIN und "UFO, wie in Doghouse, und man bringt auch durchaus ein paar modernere Elemente unter, wie in Demon Head. Ohne dass dann gleich, wie bei NICKELBACK anbiedernd oder gar peinlich wirkt.

Und ganz ohne Bombast läuft es auch bei EUROPE nicht ab, jedoch ist immer genug Substanz vorhanden um jeden Song hier locker über die Ziellinie zu bringen. Für mich ein richtig gutes Rockalbum, welches der Band zu weiteren Höhenflügen und Headliner-Shows verhelfen sollte.
Ich drück ihnen jedenfalls die Daumen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 16.04.2012

Als EUROPE 1984 mit "Wings Of Tomorrow" in den europäischen Metal Markt einschlugen, kam dies einem Urknall gleich. Heute dominieren skandinavische Bands nicht nur durch die Quantität, sondern auch über die Qualität dieses Genre, doch damals hatten EUROPE noch Exotenbonus, obwohl sie diesen nichtmal nötig hatten.
Ihr Vorgänger-Debut wurde unter Fans gleich zu einem gesuchten Import und die Band stand in den Startlöchern für eine grandiose Karriere, die mit ihrem dritten Album und dem gleichnamigen Titelhit The Final Countdown auch wahr werden sollte. Das Album enthielt mit Rock The Night und Carrie zwei weitere Welthits und wurde dreifach Platin prämiert.

Doch der plötzliche Erfolg war zugleich Fluch wie Segen, während das AOR-Publikum die Band übergangsweise abfeierte und die Arenen füllte, hatte das bodenständige Metalvolk die Schweden unter Bon Jovi und Konsorten abgehakt und als die Folgealben den Hype nicht weiter zu füttern vermochten, war der Höhenflug bald zu Ende.
Nach dem sich EUROPE 1992 offiziell aufgelöst hatten widmeten sich die Bandmitglieder ihren diversen Solokarrieren, ein erstes Lebenszeichen gab es zu einem Millenniumkonzert Silvester 1999, 2004 wurde dann die Reunion verkündet, die jedoch außerhalb Schwedens kaum wahrgenommen wurde.

Erst mit "Last Look At Eden" (2009) konnte man wieder auf die Erfolgsspur einschwenken und mit "Bag Of Bones" schickt man sich nun an, die Geschichte fortzuschreiben. Sicherlich nicht in dem Ausmaß wie in den goldenen 1980er Jahren, aber mit dem wiedergefundenen Hard- und Classic Rock ihrer Jugend treffen sie genau den Puls der Zeit und haben im Gegensatz zu den vielen Nachwuchsbands, die dieses Terrain beackern, einen nicht zu unterschätzenden Erfahrungsschatz in die Waagschale zu werfen, der sich letztendlich in den Songs, Sound und Technik niederschlägt und so aus der Masse der Retroszene herauszuragen vermag.
Auf dem Album ist vielleicht nicht alles Gold, was glänzt, aber nur Knüller ohne Füller wäre beim besten Willen zuviel verlangt.

Ralf Frank, (Artikelliste), 27.04.2012