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Live in San Diego - With Special Guest JJ Cale
Eric Clapton
Live in San Diego - With Special Guest JJ Cale, Warner Music, 2016
Eric ClaptonGuitar, Vocals
JJ CaleGuitar, Vocals (Tracks 6, 7, 8, 9, 10)
Doyle Bramhall IIGuitar, Backing Vocals
Derek TrucksSlide Guitar
Willie WeeksBass
Steve JordanDrums
Chris StaintonKeyboards
Tim CarmonKeyboards
Michelle John, Sharon WhiteBacking Vocals
Robert CrayGuitar, Vocals (Track 16)
Produziert von: Simon Climie Länge: 107 Min 43 Sek Medium: CD
Disc One:
01. Tell The Truth06. Anyway The Wind Blows
02. Key To The Highway07. After Midnight
03. Got To Get Better In A Little While08. Who Am I Telling You
04. Little Wing09. Don't Cry Sister
05. Anyday
Disc Two:
01. Cocaine05. Wonderful Tonight
02. Motherless Children06. Layla
03. Little Queen Of Spades07. Crossroads
04. Further On Up The Road

Das mutet ja zunächst einmal etwas eigenartig an… Ein Live-Album von Eric Clapton ist ja nahezu immer wünschenswert, aber dass uns jetzt ein Mitschnitt aus dem Jahr 2007 kredenzt wird, verwundert irgendwie. Gut, wenn Clapton mit so einem, für seine Karriere wichtigen, Musiker zusammenspielt, wie JJ Cale, dann ist das an sich schon toll und ebenfalls zu begrüßen, aber diese Doppel-CD birgt ja noch viel mehr!
Die Liedauswahl ist dabei nahezu nebensächlich, denn ein paar der üblichen Verdächtigen sind sowieso immer dabei und dürfen nicht fehlen. Fast interessanter ist da schon, wer damals mit auf der Bühne stand. Ein Doyle Bramhall II ist ja fast schon fester Bestandteil, wenn Clapton auf der Bühne ist und wenn man dann noch Steve Jordan am Schlagzeug und Willie Weeks am Bass hat und Altgediente, wie Chris Stainton an den Tasten… was soll da noch schief gehen?

“Schief gehen“ tut eh nix bei Herrn Clapton. Weder Töne noch sonstwas. Jedenfalls, wenn es um Musik geht. Das stört natürlich manchen, dass es da unter Umständen zu berechenbar wird, aber wenn man hört, wie sich die Band in Tell The Truth, ein Klassiker in Claptons Repertoire, hinein-groovt, das ist schon geil. Und dann fragt man sich doch gleich, wo kommt die dritte, die Slide-, Gitarre her? Wer’s nicht gleich erkennt, dem hilft der Blick ins recht spartanische Booklet: Derek Trucks ist es, der hier so herrlich über die Saiten rutscht!
Dazu zwitschern ein paar Damen den passenden Background-Chor und die Herren geben sich bereits die Solo-“Staffelstäbe“ in die Hand. Klingt wie in besten 1970er Jahren.

Drei Meister ihres Handwerks, da kann auch schnell was übertrieben werden, aber sowohl die Gitarristen als auch der Produzent der Scheibe haben da einen guten Job gemacht.
Da machen selbst abgelutschte Standards, wie Key To The Highway noch Spaß, zumal, wenn man die Gitarristen anhand ihres persönlichen Stils und Tones zu unterscheiden weiß. Man meint eigentlich, Claptons Repertoire ist groß genug, aber wie bei den Blues-Klassikern, ist auch Jimi Hendrix‘ Little Wing fast schon ein bisschen zu seinem eigenen Song geworden. Und immer noch weiß er die Nummer wundervoll zu interpretieren. Vielleicht nicht mehr mit so viel Vehemenz, wie in frühen Tagen, aber trotzdem spannungsgeladen.

Und trotz der anwesenden Saitenvirtuosen ist es ein besonderes Erlebnis, als JJ Cale hinzustößt. Der “King of Cool“ hat Clapton maßgeblich beeinflusst und hier hört man, wer solche Songs wie After Midnight kreiert hat und diese auch heute noch rüberbringt.
Der Übergang ist etwas unglücklich, weil Cale dann seinen letzten Beitrag, das unvermeidliche Cocaine, als erstes Lied auf der zweiten CD spielt. Aber ging halt nicht anders.
Nach dem “gesetzteren“ Intermezzo nimmt man mit Motherless Children langsam wieder Fahrt auf und ergötzt sich über alle Maßen an Herrn Trucks Slide-Spiel!
Claptons Sterne blitzen vor allem in Blues-Nummern auf. Wie in Little Queen Of Spades oder Further On Up The Road. Da hört man, was der Mann als Grundnahrung über Jahre hinweg aufgesogen und verinnerlicht hat. Da macht ihm keiner was vor.

Wonderful Tonight, gut, hätte ich jetzt nicht gebraucht, zumal, für mich etwas zu schnell gespielt, aber letztlich verhelfen die anwesenden Stars auch dieser Nummer über die Ziellinie. Bevor aber das Ziel erreicht ist, gibt’s noch eine feurige Version – die wiederum etwas schneller gespielt gehört (meine Meinung) – von Layla, natürlich mit einem schier endlosen Piano-/Gitarrensolopart am Ende.
Da braucht’s noch einmal etwas Schwung, der mit CREAMs Crossroads-Fassung erfolgt und da reiht sich denn noch ein weiterer Gitarren-Star ein: Robert Cray gesellt sich hinzu und das geht dann natürlich zu, wie bei dem gleichnamigen Festival und es wird gejammt, was die Saiten hergeben.
Kein neues “Just One Night“, aber absolut eine der interessantesten Clapton-Live-Scheiben der letzten Jahrzehnte.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 15.10.2016