Wembley Or Bust
Electric Light Orchestra
Wembley Or Bust, Sony Music, 2017
Jeff LynneLead Vocals and Guitar
Mike StevensMusical Director, Guitar and Backing Vocals
Marcus ByrneKeyboards and Vocoder
Bernie SmithKeyboards and String Synth
Donovan HepburnDrums
Milton McDonaldGuitar and Backing Vocals
Lee PomeroyBass Guitar and Backing Vocals
Jo WebbKeyboards and Backing Vocals
Iain HornalBacking Vocals, Guitar and Percussion
Melanie Lewis-McDonaldBacking Vocals, Opera Vocals on Rockaria! and Percussion
Rosie LangleyViolin
Amy LangleyCello
Jessica CoxCello
Produziert von: Jeff Lynne Länge: (DVD) 118 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
CD 1:
01. Standin' In The Rain07. When I Was A Boy
02. Evil Woman08. Handle With Care
03. All Over The World09. Last Train To London
04. Showdown10. Xanadu
05. Livin' Thing11. Rockaria!
06. Do Ya12. Can't Get it Out Of My Head
CD 2:
01. 10538 Overture07. Telephone Line
02. Twilight08. Turn To Stone
03. Ma-Ma-Ma-Belle09. Don't Bring Me Down
04. Shine A Little Love10. Mr. Blue Sky
05. Wild West Hero11. Roll Over Beethoven
06. Sweet Talkin' Woman
DVD: - same Tracklist

Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass die Geschichte hier mittlerweile unter “Jeff Lynne’s Electric Light Orchestra“ firmiert. Aber das hatten wir spätestens 2013, beim ”Live In Hyde Park” Konzert auch schon. Nur dass damals mit Richard Tandy noch ein alter “Elektriker“ mit auf der Bühne – bzw. an den Tasten – saß. Inzwischen managt Jeff Lynne das komplett allein, was er aber eigentlich schon immer gemacht und gewollt hat. Ansonsten ist die Truppe überwiegend identisch zur Besetzung von vor vier Jahren. Das BBC-Orchester mal abgezogen. Schließlich wird das ja auch so bombastisch genug.
Die Setlist ist natürlich ebenfalls überwiegend identisch. Das Publikum wahrscheinlich auch…
Und Letzterem ist es ziemlich egal, ob All Over The World (wie im Hyde Park) oder mit Standin‘ In The Rain (vom ”Out Of The Blue”-Album) begonnen wird. Spätestens, wenn die Geigen vibrieren, Jeff die Worte “You made a fool of me …“ singt und die allseits bekannten Pianoakkorde erklingen, lässt einen die Gänsehaut zu Evil Woman herrlich frösteln.

Das ist schon perfekt gemacht, was die hier bieten und dass der in Kürze 70 werdende Jeff Lynne das noch so gesungen kriegt – alle Achtung! Klar, hier und da lässt er sich stimmlich unterstützen, seine Texte liest er vom Teleprompter ab und was an den Haaren noch echt ist, keine Ahnung. Die Farbe sicherlich nicht. Aber was soll’s? Der Klang, der von der Bühne kommt und natürlich die Songs versetzen die Fans ein ums andere Mal in Ekstase. Das ist vielleicht mit der größte Spaß, den die DVD bietet – und die schauen wir uns hauptsächlich an, denn die pure Musik ist uns von anderen Tonträgern eh geläufig - , dass man sich an den Herrschaften vorgerückten Alters (um es mal vorsichtig auszudrücken) erfreut, die sich teils wie aufgedrehte Teenager aufführen. Auch an den Einblendungen zwischen den Songs kommen öfter mal langjährige Fans zu Wort, die total happy sind, hier dabei zu sein. Diese Einblendungen nehmen zwar, für mich, etwas den Drive raus, aber eigentlich baut sich hier ja jeder Song wieder neu auf.

Die Dynamik der Songs bei ELO von jeher perfekt angelegt, das kennen wir bereits vom frühen Roll Over Beethoven, welches hier natürlich ganz am Schluss fürs Feuerwerk sorgt.
Für mein Gefühl gibt es davor immer mal “Auszeiten“, wie When I Was A Boys (vom 2015er Album “Alone In The Universe“), wo Lynne wieder einmal seinem bekannten BEATLES-Faible nachhängt, und auch Wild West Hero reißt mich nicht unbedingt vom Hocker. Trotz des rockigen Zwischenspurts.
Auch Telephone Line ist mir zu süß. Davon hat man ja gerade in der jetzigen Weihnachtszeit doch bald genug.
Dafür machen halt Nummern, wie Sweet Talkin‘ Woman, Turn To Stone und Don’t Bring Me Down absolut Laune und sorgen für Partystimmung. Selbst vor dem Fernseher. Schön auch, dass mit Handle With Care ein Song aus TRAVELLING WILBURYS-Tagen im Programm ist, auch wenn ein Hinweis auf oder eine Widmung an die bereits verstorbenen Mitglieder jener Supergroup (Orbison, Harrison, Petty) angebracht gewesen wäre. Roys Gesang wird hier besonders schmerzlich vermisst.
An Bild und Ton kann ich nix kritisieren, das kommt beides in bester Qualität. Also, ich denke mal, ein ELO-Fan macht hiermit nichts falsch und wer zumindest die Hits von denen gerne auf der großen Bühne sehen und hören mag, der hat an “Wembley Or Bust“ seine Freude. Zwischendurch kann man ja immer mal raus (Zigarette, Toilette, Chips auffüllen…). So kann man das wohl auch bei den Konzerten, die im kommenden Jahr anstehen, handhaben.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 17.12.2017