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The Orphan King
Ed Romanoff
The Orphan King, Pinerock Records, 2018
Ed Romanoffvocals, guitar
Simon Felicedrums, background vocals,
Lee Nadelbass
Larry Campbellguitars, bass, steel guitar, mandolin, fiddle
Cindy Cashdollarsteel guitar
James Felicekeyboards, accordion
Rachael Yamagatavocals
Teresa Williamsvocals
David Baronkeyboards
Zach Djanikianpiano, bass
Kenneth Pattengaleguitar, mandolin
Cindy Mizellevocals
Chris Pasintrumpet
Brian Gossguitar
Mia Bloomfeldcello
Jay Collinsflute
Produziert von: Simon Felice Länge: 53 Min 52 Sek Medium: CD
01. Miss Worby's Ghost08. The Ballad Of Willie Sutton
02. Elephant Man09. I'll Remember You
03. A Golden Crown10. The Night Is A Woman
04. The Orphan King11. Blue Boulevard (Na Na Na)
05. Without You12. Lost And Gone
06. Leavin' With Someone Else13. Coronation Blues
07. Less Broken Now

Rund eine halbe Stunde, nachdem die ersten Töne von "The Orphan King" aus den Boxen gekrochen sind, wird es plötzlich kühl im Raum. Ein Strafgefangener darf endlich raus aus dem Knast - aber wo er auf seine Liebste in High Heels gewartet hat, erwartet ihn nur Leere. Und eine geisterhaft-verzerrte Gitarre, die aus einer Stephen-King-Verfilmung stammen könnte (The Ballad Of Willie Sutton). Ganz zum Schluss dieses zweiten Werks des New Yorker Songwriters Ed Romanoff folgt dann ein weiterer unheilvoller Kracher: Coronation Blues ist das wilde Gestammele eines verrückten Königs - kein Schelm, wer dabei an Donald Trump denkt - den Cindy Mizelle mit grandiosem Gospel-Gesang zu einem Gänsehaut-Meisterwerk macht.

Davor und dazwischen fühlt sich dieses Album über weite Strecken an, wie ein posthum veröffentliches Werk von Leonard Cohen-Songs: Dunkle, überwiegend ruhige Lieder, die Romanoff mit tiefer Stimme intoniert, als läge eine ziemlich große Last auf seinen Schultern. Und tatsächlich ist der Mittvierziger eine vom Leben eher gebeutelte Gestalt, die spät ihr Heil in Americana und dem Leben "on the road" als Musiker gefunden hat. Wer sonst kann ein so einschneidendes Erlebnis besingen, wie einen Vater, der sich nach seinem Tod per DNA-Test gar nicht als der leibliche Vater erweist? (The Orphan King)

Ein wenig leidet das Album daran, dass Romanoff nach dem mysteriös angehauchten Opener Miss Worby's Ghost und dessen durchaus sympathischer Quintessenz ("the best part of being dead is being a ghost") die meiste Zeit doch nur von der Liebe und ihrem Scheitern singt. Sympathisch, aber längst nicht so aufregend wie, sagen wir, Bruce Springsteens Geschichten auf "Nebraska".

Aber dafür hat Romanoff für "The Orphan King" namhafte Unterstützer gefunden, die ein wunderbares rootsiges Klangerlebnis insbesondere für die Nachtstunden schaffen. Larry Cambell, Simon Felice, Cindy Cashdollar - sie lassen die Songs auf einer angenehmen Whiskywolke dahergleiten, nie aufdringlich, aber exquisit gespielt. Sam Llanas von den BODEANS macht auch solche Alben. Aber viele andere gibt es nicht...

Holger Müller, (Artikelliste), 08.03.2018