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Forever Warriors - Forever United
Doro
Forever Warriors - Forever United, Nuclear Blast, 2018
Doro PeschVocals
Nick DouglasBass, Keyboards, Vocals
Johnny DeeDrums, Vocals
Bas MaasGuitar, Vocals
Luca PrinciottaGuitar, Keyboards, Vocals
Special Guests:
Johan Hegg, Mille, Doug aldrich, Jeff Waters, Chuck Billy, Warrel Dane, Sabaton, Ross The Boss, Rock'n'Rolf, DeTraktor, Tommy Bolan, Andy Brings, Helge Schneider, Lemmy
Produziert von: Doro Pesch, Andreas Bruhn Länge: 100 Min 00 Sek Medium: CD
Forever Warriors:
01. All For Metall08. Love's Gone To Hell
02. Bastardos09. Freunde Fürs Leben
03. If I Can't Have You - No One Will10. Backstage To Heaven
04. Soldier Of Metal11. Be Strong
05. Turn It Up12. Black Ballad
06. Blood, Sweat And Rock'n'Roll13. Bring My Hero Back Home Again
07. Don't Break My Heart Again
Forever United:
01. Resistance07. 1000 Years
02. Lift Me Up08. Fight Through The Fire
03. Heartbroken09. Lost In The Ozone
04. It Cuts So Deep10. Caruso
05. Love Is A Sin11. Tra Como E Coriovallum
06. Living Life To The Fullest12. Metal Is My Alcohol

Wenn man an die großen Metal-Bands von einst und jetzt denkt, rutscht einem, aller Wahrscheinlichkeit nach, WARLOCK nicht gleich als Erste über die Zunge. Wenn man an die großen Metal-Queens von einst und jetzt denkt, kommt einem deren einstige Frontfrau schon eher in den Sinn. Schön, da ist das Feld auch überschaubarer, aber – man kann‘s drehen und wenden, wie man will – Tatsache ist, Doro hat sich die Spitzenposition erarbeitet, erkämpft und verteidigt diese unangefochten seit Jahrzehnten. Gut, wer hätte den Thron streitig machen können? Lita Ford? War zu sehr darauf bedacht, den männlichen Axt-Schwingern Konkurrenz zu machen. Und sonst? Braucht man sich nur die einschlägigen CD-Sampler anzuschauen, was da schon als Metal bezeichnet wurde, damit das Ding voll wird. Gianna Nannini! Also, bei aller Liebe, aber… hüstel...

Das geklärt, zurück zur Düsseldorferin. Vor zwei Jahren hat sie “30 Years Of rock And Metal“ gebührend opulent gefeiert und auch 2018 wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Im schmucken Schuber verbergen sich gleich zwei komplette Alben namens “Forever Warriors“ und “Forever United“. Schon vor Jahren hat Doro ja gern Für Immer gesungen.
Nun, was kann man sagen? Das knallt eigentlich ziemlich gut rein. Stimmlich kann ich ihr nix ankreiden, das klingt im Alter – sofern man das Wort im weiblichen Geschlecht überhaupt in den Mund nehmen darf – eher noch besser, weil das, was früher Manchem vielleicht etwas zu dünn klang, durch eine angenehmen Rauheit behoben wird. Wenn sie dazu noch, wie im Opener All For Metal die halbe Metal-Clique – von Chuck Billy über Ross The Boss und Johan Hegg bis zu Rock‘n‘Rolf (ja, den gibt‘s auch noch!) - um Studio um sich schart, dann tönt da schon ein gewaltiger Gefangenenchor und schiebt die Scheibe gehörig an.
Entsprechend rast Bastardos im Anschluss am Limit dahin. Auf sich gestellt, hat Frau Pesch natürlich nicht mehr die Stimmgewalt, aber dafür knüppel ihre Musiker ja ordentlich.
Natürlich, da fühlt man sich mal an PRIEST erinnert, mal an METALLICA. In If I Can‘t Have You – No One Will röchelt sich AMON AMARTH‘s Johan Hegg als Duettpartner durch tiefste Tiefen, während Doro dann in Soldier Of Metal dann fast wieder die Hintertür für die Kolleginnen aus dem gemäßigteren Rock-Bereich öffnet. Ist mir bisschen zu beschaulich.
Überwiegend ist dieses Album aber schon sehr ansprechend, hat fast durchgängig ordentlich Pfeffer im Arsch und sollte entsprechend mit dem Lautstärkeregler im obersten Bereich gehört werden. Ich meine, an WHITESNAKEs Don‘t Break My Heart Again kann man nichts verbessern, trotzdem müht sich Doro redlich und bekommt dafür ein “Befriedigend“. Mit Sternchen.
Ach ja: Eine Nummer auf Deutsch gibt‘s auch noch und in Backstage To Heaven demonstriert Helge Schneider, wie gut sich ein Saxofon in Metal integrieren lässt. Gar nicht mal übel!

Die zweite Scheibe beginnt mit entferntem Glockengeläut, soll wohl zum Widerstand (Resistance) herbeirufen. Naja, wälzt sich zwar langsam dahin, aber mit zentnerschweren Riffs beladen, so dass dieser Aufstand schwer zu stoppen sein wird. Ausreichend, um die Nackenmuskulatur aufzuwärmen.
Die werden denn in Lift Me Up nicht übermäßig beansprucht. Das hat auch eine gewisse “Grundhärte“, aber, naja, bleibt mir zu beliebig. Wenn auch das Gitarrensolo sich schön lyrisch dahinschlängelt. So langsam wäre mal wieder ein richtiger Rocker angesagt. Der ist in einem Songtitel wie Heartbroken nicht zu erwarten. Die Mithilfe von Doug Aldrich ändert auch nichts daran, obwohl sein Solo das Ding dann doch eine Treppenstufe höher hebt. Naja, It Cuts So Deep würde bei einem stark zuckerhaltigen Getränk wohl auch als Werbejingle taugen. Ganz ehrlich, bei Bonnie Tyler würde das besser passen und sogar besser klingen.
Komm schon, Doro, da geht doch mehr, oder? Und tatsächlich geht‘s bei Love Is A Sin flotter zu. Kritikpunkt hier ist, dass man merkt, dass die Nummer im Studio konstruiert und im Alleingang von Andreas Bruhn komplett eingespielt wurde. Kommt live wohl besser. Ich finde, man spürt es förmlich, dass an Songs wie Lost In The Ozone mehrere Musiker beteiligt waren. Macht den Song jetzt nicht zur Riesennummer, aber gefällt mir doch recht gut.
Die Bonus Tracks sind ein bisschen experimentell. Da kann man Doro auf italienisch singen hören (Caruso), in Tra Como E Coriovallum darf man Bas Mass und Luca Princiotta bei Fingerübungen zuhören und am Schluss folgt mit Metal Is My Alcohol ein Punk-Rock-Stück, dass mir doch etwas zu sehr nach juveniler Abstinenzgruppe klingt. Auch wenn es endlich mal gut abgeht.
Insgesamt finde ich die zweite Scheibe was schwächer als die erste. Vielleicht hätte man ein richig gutes Metalalbum aus den beiden machen können. Trotzdem denke ich, dass dem Doro-Fan hier schon einiges geboten wird und allein schon wegen der aufwendigen Gestaltung die Kaufentscheidung realtiv leicht fällt. Sowas muss man schon in den Händen halten, da ist einem mit Downloads nicht gedient.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.09.2018