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Ruf Records
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Turquoise
Devon Allman
Turquoise, Ruf Records, 2013
Devon AllmanVocals and Guitars
Yonrico ScottDrums and Percussion
Myles WeeksUpright and Electric Bass
with:
Luther DickinsonLead and Slide Guitar on When I Left Home
Samantha FishVocals on Stop Draggin' My Heart Around
Ron HollowaySaxophone Into The Darkness
Bobby Schneck Jr.Lead Guitar Solo on Strategy
Rick SteffHammond B3 on There's No Time, Stop Draggin' My Heart Around and Don't Set Me Free
Pete Matthews, Rueben Williams, Samantha Fish, Adam HillBackground Vocals on Don't Set Me Free
Produziert von: Jim Gaines Länge: 41 Min 56 Sek Medium: CD
01. When I Left Home07. Homesick
02. Don't Set Me Free08. Into The Darkness
03. Time Machine09. Key Lime Pie
04. Stop Draggin' My Heart Around10. Yadira's Lullaby
05. There's No Time11. Turn Off The World
06. Strategy

Wer vor Jahren DEVON ALLMAN´S HONEYTRIBE im Rockpalast spielen sah, der wird sich womöglich die Augen etwas reiben, spätestens in der zweiten Hälfte dieser CD. Mit welcher Lust der Filius von Gregg Allman da seine Les Paul aufschreien lässt, das hat schon verschärfte Jam-Rock-Züge und kommt - etwa in Torch - schon sehr heftig.
Aber genau genommen und trotz seiner "schreienden" dieser Vehemenz, hat sich Devon schon in diesem Konzert auch souligeren Tönen zugeneigt gezeigt und mit der ROYAL SOUTHERN BROTHERHOOD wurde ein weiterer Schritt Richtung Southern Soul'n'Blues, mit jazzigen Untertönen getan.

Muss dem Allman-Sprössling gefallen haben denn auf seinem neuen Album "Turquoise" frönt genüsslich dieser Spielart. Bei einer Produzenten-Legende wie Jim Gaines wundert der satte Sound, der einem aus den Boxen entgegen kommt, nicht wirklich, aber es braucht auch immer dir richtige Musik dazu und mit When I Left Home nimmt uns ein astreiner Ohrwurm in Empfang. Das hat Country-Basics, Soul-Wurzeln und eine herrliche Southern-Slide, gespielt von Luther Dickinson, welcher ... ach was erzähl ich, der ist nicht nur BLACK CROWES-Anhängern ein Begriff. Ganz deutlich hat Devon von seinem Daddy auch das Talent zum Singen geerbt und es ist bereits in diesem Opener deutlich, wie gut er das zu nutzen weiß.
Dont' Set Me Free hat neben der Hammond B3 und feinen crunchigen Gitarrensounds gleichfalls einen ins Ohr gehenden Gesang und ein herrliches Southern-Country-Feeling. Zwei Songs und man weiß schon, dass man ein tolles Album im Player hat. Allein der Sound ist klasse.
Mit Time Machine wird es dann jazziger und in dieser Ballade wird noch deutlicher, welche tolle Stimme Devon Allman sein eigen nennt. Wüsste ich nicht, wer da singt, ich würde mindestens auf einen farbigen Sänger aus New Orleans tippen. So eine "schwarze" Stimme hat nicht einmal der Vater.
Tom Pettys Stop Draggin' My Heart Around hat mir in Stevie Nicks Version zwar auch gefallen, nur zu viel 80er Sound in sich. Da macht es mir doppelt Spaß, wenn die Nummer hier nochmal auftaucht, etwas "rootsiger" klingt und mit Samantha Fish auch noch eine kongeniale Gesangspartnerin aufweist.

Wie bereits erwähnt, ist der Gesang von Devon Allman so dermaßen nahe am Gesang eines farbigen Soul-Sängers, dass man sich da problemlos täuschen kann. Man höre sich nur das karibisch inspirierte There's No Time an. Da kommt eine Prise Santana mit rein - besonders im Gitarren-Solo - und das Ding groovt wie die Hölle.
Ab hier wird es deutlich souliger, auch jazziger - wie in Strategy - mehr auf groovigen Rhythmus ausgelegt, Devons Gesang immer mehr betonend und noch Song-orientierter.
Oft genug klingen südamerikanische Einflüsse mit rein, oder der "Großstadt-Blues" bricht sich bahn, wie in Into The Darkness. Ganz klasse hier der Beitrag von Ron Holloway, dessen Saxofon wir ja auch schon auf Warren Haynes "Man In Motion" lauschen durften.
Jazz-Soul in Reinkultur gibt’s in Key Lime Pie - mit Sicherheit ein perfekter Song für die sommerliche Gartenfeier - , während Turn Off The World gut für den Nachhauseweg geeignet ist. "Gonna wash off some of that Rock'n'Roll", singt Devon in der akustischen Nummer, und das passt als Thema für dieses Album ganz gut. Es geht einigermaßen rockig los, driftet aber dann immer mehr in die Soul- und Jazz-Ecke, mit leichten Country- und Blues-Elementen.
Das hört sich vielleicht für Manchen nicht so prickelnd an, aber gebt dem Album einen Durchlauf und ihr werdet es ein weiteres Mal hören wollen. Und noch ein paar Mal.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 08.02.2013