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and there will be a next time... Live From Detroit
Def Leppard
and there will be a next time... Live From Detroit, Eagle Rock/Universal Music, 2016
Rick AllenDrums
Vivian CampbellGuitar
Phil CollenGuitar
Joe ElliottVocals
Rick SavageBass
Produziert von: Barry Ehrmann Länge: DVD) ca. 112 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
CD One:
01. Let's Go06.Love Bites
02. Animal07. Armageddon It
03. Let It Go08. Rock On
04. Dangerous09. Man Enough
05. Foolin'
CD Two:
01. Rocket05. Let's Get Rocked
02. Bringin' On The Heartbreak06. Pour Some Sugar On Me
03. Switch 62507. Rock Of Ages
04. Hysteria08. Photograph
DVD:
All Tracks + Bonus Videos:
Let's Go (Lyrics)Man Enough
Let's GoWe Belong
Dangerous

Anscheinend wollen die Leoparden ein bisschen die fehlenden Live-Dokumente ihrer ersten Jahrzehnte aufbessern, denn mit “Live in Detroit“ folgt schon wieder ein Live-Mitschnitt. Diesmal aus dem vergangenen Jahr und – so sagen jedenfalls DEF LEPPARD - weil das 2015er Studioalbum so ein Erfolg war. Jedenfalls legen sie mit “Live In Detroit“, nach “Mirror Ball“ (2011) und “Viva“ Hysteria“ (2013) das nächste Live-Werk in relativ kurzer Zeit vor.
Diesmal allerdings nicht als reiner Audio-Mitschnitt, sondern mit beiliegender DVD. Damit man auch was sieht.
Die Herren werden natürlich nicht jünger und die Bewegungen langsamer aber der Drive stimmt noch und mit genügend Arbeit im Kraftraum kann man auch in vorgerücktem Alter noch mit nacktem Oberkörper auf die Bühne. Sportlich, Herr Collen!
Mit Vivian Campbell hat man ihm vor Jahren wohl den bestmöglichen zweiten Gitarristen zur Seite gestellt und die beiden legen auch meist sehr furios los. Ob im Duett oder jeder für sich, da brennt die Luft ganz gut, wenn die über die Saiten flitzen.
Die Show? Ja, das ist bildtechnisch natürlich vom Feinsten. Glasklare Projektionen aufs Backdrop lenken die Augen oft von des Rock’n‘Rolls eifrigsten Union-Jack-Vertretern, abgesehen von THE WHO, und sorgen für reichlich Action auf der Bühne. Das hat natürlich ab und an auch einen gewissen “Las-Vegas-Effekt“, aber Show gehört nun einmal zum Geschäft.

Die alten Reißer sind natürlich die Höhepunkte des Konzerts, das geht gar nicht anders. Foolin‘, wer würde da nicht Mitgrölen “Is anybody out there“??
Überhaupt der Gesang, also, wenn da nicht nachgebessert oder mit “Hilfen” gearbeitet wurde, bin ich schwer beeindruckt, von dem, was die da abliefern. Am ehesten kann man bei Joe Elliott “Abnützungen“ feststellen, aber für live bringt er Schmacht-Balladen, wie Love Bites ebenso überzeugend, wie Rocker a la Armageddon It. Na, okay, mit Abstrichen. Sänger haben es nun mal immer am schwersten, wenn das Alter kommt.
Mir sind diese amerikanischen Shows immer etwas zu künstlich und “blutarm“. Wenn man so ins Publikum schaut. Das könnte genauso gut der Super Bowl oder ein ähnlicher Anlass sein. Da sieht es in Wacken zum Beispiel schon mehr nach Rock’n’Roll aus.
Naja, das Intro von Rock On klingt auch mehr nach Michael Jackson, als nach Rock’n’Roll.

Aber gut, wer zu DEF LEPPARD wandert, weiß, was er geboten bekommt und will auch genau das: Party auf dem Hochglanztablet. Ja, das wirkt alles perfekt, blitzt und blinkt an allen Ecken und Enden, Campbell und Collen fiedeln um die Wette und der Rhythmus schiebt unnachgiebig. Etwas zu kontrolliert vielleicht.
Höhepunkt, vor allem wegen der Gitarren, ist für mich Bringin‘ On The Heartbreak, das rockt schon gut!
Ansonsten laufen die CDs im Auto gut und machen Spaß und die DVD kann man sich schon mal gönnen. In Live-Lautstärke! Dann macht das die meiste Zeit über schon Laune. Wie gesagt, vor allem bei den Krachern, wie Rock Of Ages und Photograph.
“And there will be a next time“, verkündet Joe Elliott am Schluss. Nun, wer solche Hits im Gepäck hat, ist wohl immer gern gesehen. Wegen der neuen Nummern wäre wohl nicht einmal die Hälfte gekommen.
Also Bonus gibt’s noch ein paar Videos (als hätte man eben keines gesehen…). Das etwas zu poppig geratene Let‘s Go bräuchte ich jetzt weder mit noch ohne eingeblendeten Lyrics, zumal das auch im Video wie im Konzert aussieht. Hm, insgesamt sind die Clips ja künstlerisch recht gut inszeniert, aber auch das wird man sich schwerlich öfter ansehen. Die Fans der frühen Jahre sind zu alt und die Jungen schauen sich wohl lieber nicht so verlebte Gesichter an. Trotz Collens Sixpack.
Im Großen und Ganzen, bekommt der LEPPARD-Fan hier ein gutes Live-Album. Den Esprit (und den Rock!) aus den Zeiten mit Steve Clark bekam und bekommt man anderweitig. Aber Erfolg braucht man nicht streiten und wenn die Party läuft, dann wird nicht mehr nachgedacht, dann geht’s einfach ab. Also: Let‘s Get Rocked! Und zwischendurch kann man ja mal zum Bierstand.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 19.02.2017