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Hysteria - 30th Anniversary Deluxe Edition
Def Leppard
Hysteria - 30th Anniversary Deluxe Edition, Universal Music Group, 2017
Joe ElliottGesang
Steve "Steamin" ClarkGitarre
Phil CollenGitarre
Rick SavageBass
Rick AllenSchlagzeug
Produziert von: Robert John "Mutt" Lange (Original-Album) sowie Joe Elliott (Remaster) Länge: 144 Min 54 Sek Medium: CD
CD 1: "Hysteria" (62:32)
01. Women07. Gods Of War
02. Rocket08. Don't Shoot Shotgun
03. Animal09. Run Riot
04. Love Bites10. Hysteria
05. Pour Some Sugar On Me11. Excitable
06. Armageddon It12. Love And Affection
CD 2: In The Round In Your Face (39:36)
01. Stagefright05. Hysteria
02. Rock! Rock! (Till You Drop)06. Gods Of War
03. Women07. Die Hard The Hunter
CD 3: In The Round In Your Face (42:46)
01. Bringin' On The Heartbreak05. Pour Some Sugar On Me
02. Foolin'06. Phil Solo
03. Armageddon It07. Rock Of Ages
04. Animal08. Photograph

Denkt man an die erfolgreichsten Hard Rock-Bands der 1980er Jahre, dann fallen einem dabei sofort Gruppen wie AC/DC, BON JOVI, JOURNEY oder KISS ein - und eben auch – vielleicht wenn man ein wenig länger nachdenkt – dann auch DEF LEPPARD. Denn die Briten schafften es mit gleich zwei aufeinanderfolgenden Alben, die prestigeträchtige Diamant-Auszeichnung für mehr als zehn Millionen verkauften Alben alleine in den USA zu erreichen, zum einen für "Pyromania" und auch für das Nachfolgewerk "Hysteria".

Dabei ging diesem Album eine extreme Leidensgeschichte voraus, die ihren Ausgang in dem tragischen Autounfall des DEF LEPPARD-Schlagzeugers Rick Allen nahm, bei dem dieser seinen linken Arm verlor. Daraus resultierte eine enorme Unsicherheit, wie es mit der Band, die ja gerade erst ihren großen Durchbruch gefeiert hatte, weitergehen sollte. Dann musste Allen erst Mal eine neue Art finden, weiterhin trommeln zu können (was ihm erfolgreich gelang, aber lange dauerte), dann erkrankte Sänger Joe Elliott auch noch an Mumps. Kein Wunder, wenn die Band irgendwann glaubte, es läge ein Fluch auf ihr.

Und dann war da noch der Druck, einen würdigen Nachfolger für einen Mega-Erfolg wie "Pyromania" zu komponieren. Und zudem noch der Anspruch von Produzenten-Legende Robert John "Mutt" Lange, dass DEF LEPPARD dabei einen Hybriden aus Hard Rock und Pop schaffen sollten. So zogen sich die Aufnahmen für "Hysteria" extrem in die Länge und die Band war verständlicherweise sehr nervös, wie ihre Fans das neue Werk aufnehmen würden. Nun, der Erfolg – aber auch die Reaktionen der meisten Kritiker sollte ihnen Recht geben. Denn auch wenn "Hysteria" nicht mehr den treibenden und Riffbetonten Hard Rock von "Pyromania" zu bieten hatte, so war das Album randvoll gespickt mit großartigen Liedern und warf nicht weniger als sieben Hit-Singles ab. Die Band erreichte sowohl in ihrer britischen Heimat als auch in den USA die Spitzenposition in den Album-Charts und hielt sich in Amerika zudem 96 Wochen in den Billboard 200. Songs wie Women, Animal, Rocket, Love Bites, der Titelsong und insbesondere Pour Some Sugar On Me gehören nach wie vor zu den Highlights jeder DEF LEPPARD-Show und insbesondere der letztgenannte Song ist ein wahrer Klassiker geworden, der bei nahezu jedem Sport-Event in den USA gespielt wird.

Aber auch die nicht als Singles veröffentlichten Lieder sind beileibe kein Füllmaterial, sondern verdienen insbesondere in Falle der beiden Rocker Armageddon It und Gods Of War deutlich mehr Aufmerksamkeit. Und auch Don't Shoot Shotgun, Run Riot sowie das abschließende Love And Affection hätten bei anderen Bands den Status eines unverzichtbaren Klassikers erreicht, können hier aber das unglaublich hohe Niveau der anderen Songs nicht ganz erreichen. Zusammen aber ergaben die extrem eingängigen Melodien der zwölf Nummern eine Melange, der sich kaum jemand entziehen konnte, ganz egal ob er Hard Rock mochte oder nicht. Die "tauben Leoparden" aus Sheffield hatten eine Blaupause für erfolgreiche Rock-Musik geschaffen, derer sich später auch Bryan Adams für sein "Waking Up The Neighbors"-Album bedienen sollte (und sich dazu gleich mal auch den Produzenten schnappte).

Das 30-jährige Jubiläum dieses Meilensteins feiert die Band nun mit mehreren Editionen ihres Meisterwerks. Zum einen wären da die regulären neu remasterten Auflagen als CD und LP, aber richtig interessant für die Fans sind natürlich die Dreifach-CD-Version sowie das Box-Set, das gleich fünf CDs beinhaltet. Dabei ist auf den beiden Bonus-CDs der hier vorliegenden Dreifach-CD das komplette Konzert des damals als Video unter dem Titel "In The Round, In Your Face" veröffentlichten Konzerts der "Hysteria"-Tour in Denver zum ersten Mal offiziell als Audio-Version erhältlich. Dabei zeigt sich die Band in Top-Form und präsentiert einen Best-Of-Set, der für Begeisterung sorgt. Natürlich werden Anhänger der Frühwerke einige Songs aus den Anfangstagen vermissen und diese hätten das Ereignis zweifelsohne abgerundet. Aber auch so bleibt das Gebotene eine Live-Sternstunde (insbesondere verglichen mit den diversen Mitschnitten aus den vergangenen Jahren). Dass hier noch Original-Gitarrist Steve Clark (der vor den Aufnahmen zum Nachfolger "Adrenalize" verstarb) dabei ist, macht diese Aufnahme umso besonderer.

Mit "Hysteria" haben sich DEF LEPPARD neben "Pyromania" ein zweites - noch größeres - musikalisches Denkmal geschaffen, das angesichts der Widrigkeiten fasst noch beeindruckender ist und die musikalischen Möglichkeiten der Band, beziehungsweise deren gesamtes Spektrum, in seiner Gesamtheit aufzeigt. Hier spielten die Briten auf einem Niveau, das sie später nie wieder ganz erreichen sollten, auch wenn der Nachfolger “Adrenalize“ mit über sechs Millionen Einheiten in einer Zeit, in der die Grunge-Welle bereits auf ihrem ersten Höhepunkt war, noch recht respektable Absatzzahlen vorweisen konnte. Und dennoch konnte das Album nicht an “Hysteria“ heranreichen, mit dem Allen, Clark, Collen, Elliot und Savage ein Meisterwerk schufen, das nachfolgende Generationen - aber eben auch Zeitgenossen - nachhaltig beeinflusste. Das Album hat die drei Dekaden bis heute mehr als gut überdauert und der Band ihren Platz im Pantheon der größten Rockgruppen aller Zeiten gesichert.

Marc Langels, (Artikelliste), 29.07.2017