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The Guga Hunters Of Ness
Dead Rat Orchestra
The Guga Hunters Of Ness, Critical Heights, 2012
Daniel Merrill, Robin Alderton, Nathaniel MannAll instruments and voices
Ness Church ChoirChoir
Produziert von: Dead Rat Orchestra Länge: 32 Min 32 Sek Medium: CD
01. Joy/Sorrow (Sula Sgeir)06. Sunrise
02. Dods Banjo07. Salt Slide
03. Black & White Houses08. Dods Banjo (Ness Social Club)
04. The Heather Isle09. Guga End Theme
05. The Geshin And The Guga

Zugegeben, es gibt hübschere Bandnamen als DEAD RAT ORCHESTRA. Aber wer sich davon abschrecken lässt, der verpasst definitiv etwas, denn das Trio aus dem englischen Colchester macht im wahrsten Wortsinne faszinierende Musik. Mit Violinen, allen Arten von Flöten, Harmonium, Banjo, Akkordeon, Piano, allerhand selbstgebastelten Instrumenten und Chorgesang erschaffen sie Klänge, die man wohl als “Experimental Folk“ zusammenfassen kann.

Ursprünglich wurde „The Guga Hunters Of Ness“ als Soundtrack zu einer BBC-Dokumentation eingespielt, die zehn Männer aus Ness, auf der Isle Of Lewis gelegen, auf der Jagd nach Tölpeln, was dort auf den äußeren Hebriden eine langgehegte Tradition ist, begleitet. Diese Jagd ist entbehrungsreich, oftmals nicht ungefährlich und auch nicht unumstritten. Aus kurzen instrumentalen Skizzen entwirft das DEAD RAT ORCHESTRA Klangbilder von karger, strenger Schönheit, die sich an schottische Traditionen anlehnt, ohne dabei folkige Gemütlichkeit auszustrahlen. Vielmehr überzeugt der Mix aus Folk, Post Rock, Minimal Music und Ambient durch den Spagat zwischen Experimentierfreude und gleichzeitigem Rückbezug auf überlieferte Werte. Obgleich man eigentlich keines der Stück herausheben kann, steht das achtminütige The Heather Isle doch irgendwie im Mittelpunkt. Gleich zweimal taucht das Thema von Dods Banjo auf (Dod war jahrelang der Anführer der Jäger und hat sie nachhaltig geprägt), eine einfache Melodielinie mit betörender Atmosphäre.

Wer also einmal entgegen der sonstigen Hörgewohnheiten ein wenig experimentieren möchte, Minimal Music und überwiegend instrumentalen Soundtracks etwas abgewinnen kann, der sollte hier unbedingt einmal reinhören. Ein ungewöhnliches, leider etwas kurzes Hörvergnügen ist der Lohn und sicherlich Ansporn, sich näher mit dieser ungewöhnlichen, leicht kauzigen (und damit typisch britischen) Band näher zu beschäftigen.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 17.10.2012