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Songs From The Road
Dana Fuchs
Songs From The Road, Ruf Records, 2014
Dana FuchsVocals, Guitar, Percussion
Jon DiamondGuitar, Backing Vocals
Jack DaleyBass
Matt BeckGuitar
Joe DaleyDrums
The Screaming Sirens:
Nicki RichardsBackground Vocals
Elaine CaswellBackground Vocals
Bette SussmanBackground Vocals
Produziert von: Dana Fuchs, Jon Diamond & Tim Hatfield (Audio) Länge: (DVD) 90 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
CD:
01. Bliss Avenue09. Tell Me I'm Not Drinking
02. Handful Too Many10. Rodents In The Attic
03. Livin' On Sunday11. Nothin' On My Mind
04. How Did Things Get This Way12. Vagabond Wind
05. So Hard To Move13. Long Long Game
06. Summersong14. Keep On Walkin'
07. Set It On Fire15. I've Been Loving You Too Long
08. Sad Salvation16. Don't Let Me Down
DVD:
01. Bliss Avenue10. Love To Beg
02. Handful Too Many11. Rodents In The Attic
03. Livin' On Sunday12. Nothin' On My Mind
04. How Did Thing Get This Way13. Vagabond Wind
05. So Hard To Move14. Long Long Game
06. Summersong15. Keep On Walkin'
07. Set It On Fire16. I've Been Loving You Too Long
08. Sad Salvation17. Don't Let Me Down
09. Tell Me I'm Not Drinking

So wie sich das Tour-Karussell immer weiter dreht, bleibt auch Ruf’s “Songs From The Road“-Reihe in Schwung. Finde ich absolut erfreulich, denn anderswo legt man längst nicht so viel Wert auf Live-Mitschnitte der Künstler. Dabei gehörten die früher zu den wichtigsten Veröffentlichungen in einer Musiker-Karriere überhaupt. Selbst wenn – wie das zweifelsfrei auch hier der Fall ist – die Konserven nicht die Magie eines Konzertes in seiner Gänze einfangen konnten, so braucht man doch nicht lange suchen, um bei beinahe jedem großen Star ein wichtiges Live-Album zu entdecken.
Zwar hat Dana Fuchs recht früh mit “Live In NYC“ ein absolut begeisterndes Live-CD/DVD-Package veröffentlicht, aber mittlerweile hat sich doch einiges an Material angesammelt, welches Konzertatmosphäre verträgt und von den Fans bereits geliebt und sicher auch schon freudig erwartet wird.

Songüberschneidungen mit der damaligen Veröffentlichung gibt es keine – was mancher bedauern wird –, aber der “Tatort“ ist derselbe: New York City. Schön, der Club ist ein anderer, aber gehockt wird hie wie da, was für mich der Stimmung nicht so zuträglich ist, aber selbst in Wiesbaden damals, kam man irgendwann auf die Füße. So auch hier.
Zuvor heizt die erweiterte Dana Fuchs Band ordentlich ein. Drei Backgroundsängerinnen, ein zweiter Gitarrist und ein Keyboarder füllen den Sound und können doch allesamt nicht gegen den Stimm-Vulkan von der Ostküste anstinken. Jon Diamonds herbe Akkorde lassen den Abend voller Dramatik beginnen und Dana ist bereits auf Temperatur. Vibrierend, fauchend und mit ungeheurer Stimmkraft ausgestattet heischt sie erste Beifallsbekundungen. Das kommt sowohl auf DVD wie auf der CD schon verdammt gut. Klar, die DVD liefert natürlich mehr fürs Auge, aber das ganze Packet bekommt man ohnehin nur selbst im Konzert.
Was ist es, dass den ganz großen Durchbruch (noch) verhindert? Vielleicht ist die Sängerin einfach zu natürlich, zu emotional, fehlt den Leuten der unerreichbare Star, den man nur aus der Ferne anhimmelt? Dana ist immer noch irgendwo das Mädchen aus der Nachbarschaft, das sich kindlich freut, auf der Bühne zu stehen und seinen Spaß zu haben. Die Band hüpfend und grinsend einzählt und sich nicht scheut, vor ihren Bandkollegen oder dem Publikum auf die Knie zu gehen. An den Songs liegt es nicht, denn Nummer wie Livin‘ On Sunday sind astreine Ohrwürmer.

So wie Dana die Nähe zum Publikum sucht, lässt sie diese auch an ihren privaten Erlebnissen teilhaben und man sieht, wie sie selbst immer noch berührt ist, von Songs wie So Hard To Move.
Wie gehabt, steigern sich Sängerin und Show im Verlauf des Sets, wobei es nicht die enthemmteste Leistung der Sängerin ist. Da kennt jeder Fan mitreißendere Shows. Einfach, weil das Empfinden ganz anders ist, wenn man dieses Energiebündel leibhaftig vor sich hat.
Trotzdem geht das auch hier gut ab. Jon Diamonds treibende Riffs in How Did Things Get This Way rocken ungemein, wie überhaupt sein Gitarrenspiel wieder vor Finesse glänzt. Der zweite Gitarrist hat – ehrlich gesagt – nur eine Statistenrolle, außer dem Slide-Beitrag in Tell Me I’m Not Drinking, bei dem Dana selbst zur Akustischen greift.
Insgesamt hat sich der Country-Anteil etwas erhöht, was den Blues-Fans nicht so erfreuen dürfte, jedoch sind treibende Up-Beat-Songs, wie Rodents In The Attic, der Stimmung mehr als zuträglich und Bar-Room-Schunklern a la Nothin‘ On My Mind kann man schwerlich widerstehen. Vagabond Wind dürfte spätestens mit diesem Release zu den Titeln gehören, die man auf keinem Konzert von Dana Fuchs mehr missen möchte und Keep On Walkin‘ wird nicht nur den New Yorker Teilnehmern an dieser Show sehr lange in Erinnerung bleiben. Kommt geil!
Zwei Schmankerl hat man sich für den Schluss aufgehoben: Otis Reddings I’ve Been Loving You Too Long - wohl auch durch Tina Turner inspiriert – und der BEATLES’ Schwanengesang Don’t Let Me Down. Ersteres ist Dana praktisch auf den Leib geschrieben. Zweiteres könnte ich mir schwungvoller vorstellen, ist aber natürlich aber auch eine Reminiszenz an den Film “Across The Universe”, in dem Dana Fuchs die “Sexy Sadie“ spielte.
Wie gesagt, ein Konzert mit diesem stimmlichen Orkan kann diese CD/DVD nicht ersetzen, aber man bekommt doch eine ganz gute Vorstellung, bzw. Erinnerung, wie das abgeht/abgehen kann. Dana Fuchs ist und bleibt ein Muss für jeden Musikbegeisterten.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 12.11.2014