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Book Of Bad Decisions
Clutch
Book Of Bad Decisions, Rough Trade, 2018
Pat FallonGesang & Gitarre
Jean-Paul GasterSchlagzeug & Percussion
Dan MainesBass
Tim SultGitarre
Gastmusiker
Chris BrooksHammmond, Piano & Wurlitzer
Mike DillonPercussion
Kevin GatzkeSaxophon
Vinnie CiesielskiTrompete
Roy AgeePosaune
Produziert von: Vance Powell Länge: 56 Min 56 Sek Medium: CD
01. Gimme The Keys09. Sonic Counselor
02. Spirit Of '7610. A Good Fire
03. Book Of Bad Decisions11. Ghoul Wrangler
04. How To Shake Hands12. H.B. Is In Control
05. In Walks Barbarella13. Hot Bottom Feeder
06. Vision Quest14. Paper & Strife
07. Weird Times15. Lorelei
08. Emily Dickinson

Die Band CLUTCH aus der der wunderbar benannten Stadt Germantown in Maryland wurden Anfang der 1990er Jahre gegründet. Seitdem hat sich die Band mit ihren bislang elf Studioscheiben eine stetig wachsende Fan-Basis erarbeitet. Das lässt sich am besten an ihrer Heimat festmachen. Seit der LP “Blast Tyrant“ im Jahr 2004 ging es stetig weiter nach oben in den Charts, von Rang 147 über die Plätze 94 (“Robot Hive/Exodus“ - 2005), 52 (“From Beale Street To Oblivion“ - 2007), 38 (“West“ - 2009), 15 (“Earth Rocker“ - 2013) bis auf die elf (“Psychic Warfare“ - 2015). Als logische Konsequenz müsste das neue Werk, “Book Of Bad Decision“, also die erste Top Ten-Platzierung für die Band bedeuten.

Dafür bedarf es natürlich einer wirklich aufsehenerregenden Scheibe - und eine solche haben CLUTCH in Form von “Book Of Bad Decisions“ vorgelegt. Das Album rockt von Vorne bis Hinten und bietet mehr Ohrwürmer als ein modernes Pop-Album. Lieder wie In Walks Barbarella, Weird Times, Emily Dickinson, Ghoul Wrangler und das abschließende Lorelei setzen sich binnen kürzester Zeit beim Hörer fest und erzeugen einen nicht zu bestreitenden Suchteffekt. Dabei beschreiten CLUTCH musikalisch einen Mittelwerk und zeigen sich nicht mehr so kompromisslos hart wie in ihren Anfangstagen. Aber ganz wollen und sollen sie nicht auf die gesunde Härte verzichten, etwa der Stoner-Sound im Opener Gimme The Keys oder bei How To Shake Hands und H.B. Is In Control. Man ist stellenweise aber fast versucht, von Classic Rock zu sprechen (etwa bei Spirit Of ‘76), aber ein Lied wie Hot Bottom Feeder verfügt auch über einen leichten Country- beziehungsweise Southern Rock-Einschlag.

Photo-Credit: zur Verfügung gestellt von Oktober Promotion

Dazu dürften auch die Umstände der Produktion beigetragen haben. Das Album entstand in der amerikanischen Musik(er)-Stadt Nashville unter der Ägide von Produzent und vierfachen Grammy-Preisträgers Vance Powell (der unter anderem für seine Arbeit mit Buddy Guy, Jack White und den RACONTEURS bekannt wurde), zu seinen Credits gehören auch die Australier WOLFMOTHER, die man hier bei dem Track Emily Dickinson fast meint zu hören. Und die Band war hellauf begeistert von der Arbeit. Schlagzeuger Jean-Paul Gaster meint: "Mit Vince Powell als Produzenten waren wir in der Lage, mal ein anderes Album aufzunehmen. Die Songs springen einen förmlich aus den Boxen an." Bassist Dan Maines schließt sich dem Lob an: "In Nashville mit Vance Powell zu produzieren hat uns einen neuen und frischen Ansatz gegeben, um ein Album aufzunehmen, das die Energie unserer Shows auf eine Art einfängt, an die wir vorher nie gedacht haben."

Vielleicht am besten lässt sich das an dem Track In Walks Barbarella verdeutlichen, einem coolen Rocker mit treibenden Bläser-Sätzen und Hammond-Sounds im Hintergrund, die man in dieser Form von CLUTCH noch nicht kannte und die das ganze Lied ein wenig an Lenny Kravitz erinnern lassen, so unwahrscheinlich das zunächst einmal auch klingen mag. Und eine Nummer wie Lorelei hätte sich die Band vielleicht vor ein paar Alben selber noch nicht zugetraut, aber hier passt die Nummer einfach perfekt. Und Pat Fallon beweist sich auf dieser Scheibe mal wieder als ein wahrer Poet, der mit seinen Worten wunderbare Bilder erzeugt oder aber coole Geschichten erzählen kann.

Die Band macht auf diesem Album wirklich komplett alles richtig. Das Songwriting ist fantastisch und abwechslungsreich, der Sound warm und organisch. Die Band erweitert ihr Spektrum, ohne dabei ihre Wurzeln zu verlassen. Auch nach 27 Jahren zusammen hat die Band noch nicht das Ende ihrer Entwicklung erreicht sondern testet die Möglichkeiten weiter aus. Wenn man das Album in seiner Gesamtheit betrachtet, dann fällt auch auf, dass die Lieder alle eine ganz eigene Note haben, auch wenn sie eindeutig CLUTCH sind. Ich kann beim besten Willen keine schlechte Entscheidung auf dieser Scheibe ausmachen. Das “Book Of Bad Decisions“ mag sogar die beste Entscheidung sein, die die Band jemals getroffen hat. Ach ja, noch ein Tipp: holt euch auf jeden Fall die Buchversion der Scheibe, das Artwork ist einfach umwerfend.

Marc Langels, (Artikelliste), 12.09.2018