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Yoni
Caronte
Yoni, Ván Records/Soulfood, 2017
Dorian BonesVocals
Henry BonesBass
Tony BonesGuitars
Mike de ChiricoDrums
Produziert von: Caronte & Carlo Izzo Länge: 49 Min 37 Sek Medium: CD
01. Abraxas05. Totem
02. Ecstasy Of Hecate06. The Moonchild
03. Promethean Cult07. V.I.T.R.I.O.L.
04. Shamanic Meditation Of The Bright Star

Vor sieben Jahren von Sänger Dorian Bones in der oberitalienischen Stadt Parma gegründet, brachte die Shamanic Doom Metal/Stoner Rock Formation CARONTE (italienisch für Charon, den Fährmann in der griechischen Mythologie, der die Toten gegen ein Entgelt über den Toten-Fluss Acheron in den Hades, die Unterwelt befördert) bisher zwei EPs (“Ghost Owl“, “Codex Babalon”) eine Splitscheibe mit DOOMRAISER sowie die beiden Studioalben “Ascension“ und “Church Of Shamanic Goetia“ heraus. Obendrein sind sie auf dem Sampler “Doom Over The Crypt” vertreten. Im vergangenen Sommer schafften es die Italiener dann tatsächlich Longplayer Nummer drei mit freundlicher Unterstützung durch Ván Records und Soulfood Music auf den Markt zu wuchten. “Yoni“, wie dessen Name lautet, wurde von uns mehrfach unter die Lupe genommen.

Diese neue im Big Pine Creek Recording Studio in Parma verwirklichte Produktion bildet den Abschluss einer mit “Ascension“ begonnenen und mittels “Church Of Shamanic Goetia“ fortgesetzten Trilogie über die Tradition des Schamanismus und die neureligiöse Bewegung Thelema, der sich auch schon Aleister Crowley (1875-1947), ein bekannter britischer Okkultist, zugewandt hatte. Die Texte behandeln diesen beiden Sujets entsprechend außerdem solche Themen wie Drogen, schwarze Messen, Sex, Mystik, Esoterik und Okkultismus.

Wie bereits die beiden Vorgängerwerke, die jeweils sieben Tracks beinhalteten, bringt es auch der neueste Output des live äußerst umtriebigen Quartetts auf genau diese Anzahl Songs. Der breiig zähe, streckenweise sehr dumpf klingende, groovende Hybrid aus Doom Metal und Stoner Rock, garniert mit Schamanismus und Thelema verkörpernden Elementen zieht die gebannten Zuhörer nahezu unweigerlich hinab in mysteriöse, verstörende und nur schwer zu erfassende Gedankenwelten. Selbst nachdem der letzte Ton dieser knapp fünfzig Minuten anhaltenden Klangreise verhallt ist, braucht der Hörer noch ein Welchen, um wieder in seine eigenen Sphären zurückzukommen. Die von Dorian Bones, Henry Bones, Tony Bones und Mike de Chirico mit Hilfe von Carlo Izzo inszenierten Tracks lassen die Heranziehung von Ideen der Acts ELECTRIC WIZARD und UNCLE ACID AND THE DEADBEATS zwecks Vergleichs durchaus zu. Der Gesang ist obendrein von dem Stil Glenn Danzigs beeinflusst.

CARONTE mögen zwar gerade einen Zyklus beendet haben und sich auch auf fremde Ideengeber stützen, sind jedoch, was die Ausreizung ihres gemeinsamen musikalischen Potentials angeht, mitnichten in den Höhen angelangt, die sie noch erklimmen könnten. Es wäre enttäuschend, wenn da nicht noch mehr, noch besseres, erheblich eigenständigeres Songmaterial käme. Mal abwarten und gespannt sein.

Michael Koenig, (Artikelliste), 18.11.2017