Point Blank
C.T.P. - Christian Tolle Project
Point Blank, Soulfood Music, 2018
Christian TolleGitarre, Gesang, Bass & Schlagzeug
David ReeceGesang
John CuijpersGesang
Mathias DiethGitarre
Morris AdriaensKeyboards
Gastmusiker
Douig AldrichGitarre
Tanja TolleGesang
Produziert von: Christian Tolle Länge: 41 Min 34 Sek Medium: CD
01. Point Blank06.Fight Another Day
02. Borderland07. Before I Fall
03. Since You've Been Gone08. Black Friday
04. Proceed With Caution09. Don't Make Me Wait
05. Too Late10. Lonely Is The Night

“Point Blank“ ist das fünfte Album des C.T.P. - die Kurzform für das Christian Tolle Project, um den deutschen Gitarristen Christian Tolle. Schon bei den beiden direkten Vorgängern “The Higher They Climb“ aus dem Jahr 2012 und “Now & Then“ vor zwei Jahren konnte das Projekt insbesondere mit den illustren Liste an Gast-Musikern glänzen, die solch glanzvolle Namen wie Steve Lukather (TOTO), Michael Landau, David Reece (Ex-ACCEPT, -BONFIRE), Doug Aldrich (THE DEAD DAISIES, Ex-WHITESNAKE), Paul Shortino (KING KOBRA, Ex-ROUGH CUTT, -QUIET RIOT) einer CD einbringen. Und auch auf “Point Blank“ geben sich erneut Aldrich und Reece die Ehre. Ansonsten hat Tolle aber anscheinend den Fokus auf einen eher bandorientierten Sound und weniger externe Elemente gelegt.

Auch auf “Point Blank“ lebt Tolle mit seinen Mitstreitern die pure Lust am knackigen Hard Rock aus, der manches Mal stilistisch auch zum Melodic Rock rüberschielt. Das passt sehr gut zu der Besetzung und insbesondere zu der Stimme von Reece, der sich in Stücken wie etwa Proceed With Caution von seiner stärksten Seite zeigen kann. Und wo ich bei dem Album “The Higher They Climb“ noch so deutliche Kritik an dem aus meiner Sicht zu schwachen Songwriting geübt hatte, da möchte und muss ich nun auch mal ein dickes Lob aussprechen. Gerade in dieser Hinsicht haben Tolle und seine Mitstreiter erneut (wie schon beim direkten Vorgänger “Now & Then“) einen deutlichen Qualitätssprung gemacht und präsentieren sich in Nummern wie Too Late sowie den etwas härteren Fight Another Day und Black Friday absolut auf Augenhöhe zur internationalen Konkurrenz.

Interessanterweise gibt es eigentlich nur einen Song auf dem Album, den es nicht gebraucht hätte – und das ist das RAINBOW-Cover von Since You‘ve Been Gone. Und das nicht deswegen, weil die Band den Song verbocken würde, sondern weil sie ihn eben nur wie eine Cover-Band auf einem Stadtfest nachspielt, möglichst nahe dran am Original nur mit einem neueren, etwas voluminöseren Sound. Ich sag es ganz ehrlich, das fühlt sich für mich ein wenig an wie ein Lückenfüller, zumal das Stück nicht am Ende des Albums steht sondern bereits an Position Drei kommt. Aber gut, wenn er am Ende aufgetaucht wäre, hätte ich wohl stattdessen einfach von Vorne mit der CD begonnen. Interessanterweise gefällt mir das Billy Squier-Cover Lonely Is The Night deutlich besser, obwohl auch da keine Änderungen vorgenommen wurden. Aber dabei wirkt die Performance einfach überzeugender.

Aber wenn der Rest des Albums so durch die Bank weg überzeugt, dann kann man über einen solchen Ausrutscher auch einmal hinwegsehen. C.T.P. zeigen sich auf diesem dritten Album von ihrer bislang stärksten Seite, hauen eine ganze reihe an starken Rock-Songs raus. Auch wenn sie den Hard Rock hier nicht neu erfinden sondern nur um eine weitere gute Scheibe ergänzen, so sollte jeder Rock-Fan mit ein Faible für kernig-knackige Riffs und starke Melodien hier definitiv mal reinhören.

Marc Langels, (Artikelliste), 22.10.2018