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Reckless - Deluxe Edition
Bryan Adams
Reckless - Deluxe Edition, A&M Records, 2014 (1984)
Bryan AdamsVocals, Guitar
Keith ScottLead Guitar
Tommy Mandel, Rob SabinoKeyboards
Dave TaylorBass
Pat Steward, Mickey Curry, Steve SmithDrums
Jim VallancePercussion
Special Guests:
Lou GrammBackground Vocals on She's Only Happy When She's Dancin'
John EddieBackground Vocals on Somebody
Tina TurnerVocals on It's Only Love
Produziert von: Bryan Adams & Bob Clearmountain Länge: Min Sek Medium: CD
"Reckless" - The Album:
01. One Night Love Affair10. Ain't Gonna Cry
02. She's Only Happy When She's Dancin'Bonus Tracks:
03. Run To You11. Let Me Down Easy
04. Heaven12. Teacher, Teacher
05. Somebody13. The Boys Night Out
06. Summer Of '6914. Draw The Line
07. Kids Wanna Rock15. Play To Win
08. It's Only Love16. Too Hot To Handle
09. Long Gone17. Reckless
"BBC In Concert":
01. Remember09. This Time
02. The Only One10. The Best Was Yet To Come
03. It's Only Love11. Heaven
04. Kids Wanna Rock12. Run To You
05. Long Gone13. Somebody
06. Cuts Like A Knife14. Straight From The Heart
07. Lonely Nights15. Summer Of '69
08. Tonight

Zu den Alben der 1980er Jahre gehört ohne Wenn und Aber “Reckless“ von Bryan Adams. Das kann man mögen oder auch nicht, aber an der Tatsache ändert es nichts, dass diese Scheibe den Soundtrack jenes Jahrzehnts maßgeblich mitbestimmte und eine weitere Tatsache, nämlich dass Summer Of ‘69 auch heute noch – 30 Jahre später – zu den am meisten gespielten Titeln im Radio gehört, unterstreicht den Wert des Albums. Das wird zum 30-jährigen natürlich entsprechend gewürdigt und wer etwas Geld übrig hat, kann sich eine 4-CD-Box in Buchform zulegen, die, neben den hier vertretenen zwei CDs, eine DVD mit den entsprechenden Videoclips beinhaltet sowie eine Blu-ray mit einem “Stereo 2014 Remaster“ und einem “5.1 Mix“.
Dem Durchschnittsverbraucher wird man wohl auch mit dieser Doppel-CD gerecht.
Ich behaupte mal, dass der einigermaßen interessierte Rock- und Popmusikhörer, der zur Zeit des Erscheinens dieses Albums schon aktiv war, acht Songs aus diesem Album zumindest im Refrain mitsingen. Was eine Menge ist und genau diese Menge an hochkarätigen Songs, konnte damals das Album immer wieder anhand einer Singleauskopplung aufs Neue in den Charts nach oben treiben.

In den Staaten und seiner Heimat Kanada hatte Bryan Adams bereits mit dem Vorgängeralbum “Cuts Like A Knife“ Starstatus erreicht, aber im alten Europa wollte der Funke noch nicht so recht zünden. Was sich aber schnell und nachdrücklich mit “Reckless“ ändern sollte. Mit Songs wie Run To You, Somebody, Heaven, Kids Wanna Rock, One Night Love Affair, She’s Only Happy When She’s Dancin‘, Summer Of ‘69 und natürlich dem herrlichen Duett mit "Tina Turner in It’s Only Love. Letztere feierte ja auch gerade ein tolles Comeback mit ihrem Album “Private Dancer”, welches ein ähnlich unverzichtbares Album jener Tage ist wie “Reckless”.
Dem beiliegenden Booklet ist zu entnehmen, dass Adams und Jim Vallance bereits seit den 70er Jahren ein Songschreiberduo bildeten, welches anderen Künstler Songs auf den Leib schreiben konnte. Wenn von denen nicht genutzt, konnte mit einer paar kleinen Änderungen ein Song für die eigenen Scheiben draus gemacht werden. So – man höre und staune – wurde Run To You ursprünglich für BLUE ÖYSTER CULT geschrieben. Nun, wenn man an The Reaper denkt, ist das Erstaunen wiederum nicht so groß.
Aufgestockt hat man das Album mit gleich sieben Nummern aus der damaligen Zeit, sodass man neben einem Schwung Songs, welche mit ein bisschen Bearbeitung durchaus ebenfalls Hit-Charakter haben, auch den eigentlichen Titelsong des Album zu hören kriegt. Ja, da war halt damals kein Platz mehr dafür. Trotzdem bleibt Kids Wanna Rock mein Lieblings-Song dieses und aller Bryan Adams-Alben.

Wie sich das Ganze im Verbund mit den Songs aus den vorherigen Alben auf der Bühne anhört, hat man damals (obwohl es da einen sehr guten und halboffiziellen Mitschnitt aus Belgien gab) irgendwie verpasst. Umso schöner, dass man diese Jubiläumsausgabe mit einem Konzert, welches damals die allgegenwärtige BBC im Londoner Hammersmith Odeon mitgeschnitten hat, bereichert.
Und dass das damals richtig geil gerockt hat, das hört und spürt man auch hier. Ja, das war vor dem verdammten Robin Hood-Soundtrack, womit sich Bryan zum Schmuserocker kürte und seitdem kaum noch was Vernünftiges veröffentlicht hat. Hier war – wenngleich mit Pop-Zutaten – noch Blut, Schweiß und Tränen (der Freude) angesagt und es ging fast nur ab. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt war Keith Scott ein unterschätzter Gitarrist, der geile Soli abfeuerte und über die Shouterqualitäten von Bryan Adams müssen wir ja nicht reden. Endlos vergeudet, für das, was an Schmalz später damit vertrieben wurde. Die folgende Scheibe, “Into The Fire“ ist noch ein lohnenswertes Album, danach muss Alles mit einiger Vorsicht genossen werden. Wer “Reckless“ noch nicht in digitalisierter Form zu Hause hat, der braucht jetzt nicht mehr lange zu überlegen. Ein Album, welches man im Schrank haben muss.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.12.2014