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Broken Witt Rebels
Broken Witt Rebels
Broken Witt Rebels, Snakefarm Records, 2018
Danny Corevocals, guitar
Luke Davisbass, vocals
James Dudleydrums, vocals
James Tranterguitar, vocals
Produziert von: Tom Gittins Länge: 36 Min 44 Sek Medium: CD
01. Loose Change06. Breathless
02. Georgia Pine07. Guns
03. Shake Me Down08. Getaway Man
04. Snake Eyes09. Low
05. Howlin'10. Wait For You

Das ist mal ein echtes Brett gleich zu Beginn. Schwer dröhnen die Gitarren, heftig poltern die Drums und eine Reibeisenstimme hämmert „Loose change, bank notes, they’re the things that I need most“ ins Mikro. Gewaltiger Südstaatensound, kompromisslos und tief im Blues verwurzelt. Und GOVT MULE lassen ihre langen Mähnen anerkennend im Wind flattern.

Allein, der Opener führt – zumindest teilweise – auf die falsche Fährte. Denn zum einen kommen BROKEN WITT REBELS gar nicht aus Georgia, wenngleich sie die süßen Georgia Pines schon im zweiten Song ihres Debutalbums rockend und rollend anbeten. Die Viererbande stammt vielmehr aus Birmingham, und zwar dem englischen. Nix Alabama, aber was soll’s, solange es trotzdem wie aus den Südstaatensümpfen klingt.

Die allerdings verlässt die Band schon nach wenigen Songs, um ganz anderen Superstars zu folgen. Nicht nur, dass Sänger Danny Core fast genauso klingt wie Caleb Followill, das ganze Album ähnelt frappierend den Werken der KINGS OF LEON, bevor diese endgültig auf den Mainstream abbogen. Der kantige Blues-Rock, mit dem BROKEN WITT REBELS ihre Laufbahn begannen, ist nur noch sporadisch zu hören, etwa im gemeingefährlichen Snake Eyes - eindeutig der beste Track des Albums.

Dafür wird’s auf der zweiten Albumhälfte schon mal sanfter (Getaway Man) oder poppiger (Guns). Die australische Band NOISEWORKS hatte in den Neunzigern mit ähnlichen Rock-Songs zwischen schmissigem Rhythmus und einprägsamen Riffs schon mal kleinere Erfolge gefeiert. Kennt (fast) niemand mehr, lässt sich aber beliebig wieder aus der Kiste zaubern.

Richtig schlimm wird’s dann allerdings ganz zum Schluss mit dem Track Wait For You, für den es prompt auch ein Promo-Video auf der Homepage gibt. Die „hoho“-Chöre gleich zu Beginn zeigen direkt den Weg: Hier will jemand unbedingt eine Hynme für die Stadien abliefern, Handymassenschwenken inklusive. Das könnten auch COLDPLAY sein oder eben die KINGS OF LEON im Zugabenblock – Warren Haynes würde seine Gitarre dafür niemals hergeben.

Wie gut, dass die Band zwischendurch dann doch immer wieder die Kurve in den tiefen Süden bekommt – und die schwächeren Tracks einfach beiseite wischt. Dann spielt das Quartett wie aus einem Guss und beschwört, wie in Low, die Dämonen der Sümpfe Floridas hervor. Und Birmingham, England, ist plötzlich wieder ganz weit weg…

Holger Müller, (Artikelliste), 29.05.2018