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[SIC!]
Broilers
[SIC!], Warner Music, 2017
Sammy AmaraGesang & Gitarre
Ronald HübnerGitarre
Ines MaybaumBass
Christian KubczakOrgel, Piano, Keyboards & Akkordeon
Andi BrüggeSchlagzeug & Percussion
Gastmusiker
Julius SchmitterSaxophon & Mandoline
Ingo DonotGesang
Guido DonotGesang
Lorenzo LudemannTrompete
Susanne WeidingerSaxophon
Denis GäbelSaxophon
Richard HellenthalPosaune
Produziert von: Vincent Sorg Länge: 44 Min 14 Sek Medium: CD
01. Nur Ein Land08. Unsere Tapes
02. Bitteres Manifest09. Meine Familie
03. Keine Hymnen Heute10. Zu Den Wurzeln
04. Die Beste Aller Zeiten11. Woran Glauben?
05. Irgendwas In Mir12. Als Das Alles Begann
06. Gangster, Gangster13. Und Hier Steh' Ich
07. Ihr Da Oben

Vor 25 Jahren gründeten Sammy Amara (Gesang & Gitarre) und Andreas „Andi“ Brügge (Schlagzeug) ihre erste Band, aus der zwei Jahre später dann die BROILERS hervorgingen. Wie in der damaligen Szene nicht unüblich, wählte man einen Namen, der eine Buchstaben-Kombination beinhaltete, um die Nähe zur Oi-Szene direkt zu verdeutlichen. In der Zwischenzeit hat man sich von der rigiden Haltung gelöst und auch Szene-fremde Elemente in den Band-Sound aufgenommen. Heute gehören die BROILERS zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Rock-Bands, ihre vergangenen beiden Alben schafften es in den Charts bis auf Platz 3 (“Santa Muerte“) und sogar bis ganz an die Spitze (“Noir“).

Dieser Erfolg hat aber auch seine Schattenseiten, denn einige alte Fans haben sich von der Band abgewandt und waren nicht bereit den musikalischen Weg mitzugehen. Und diese wird die Band mit dem aktuellen Album “[SIC!]“ wohl auch nur zum Teil wieder zurückgewinnen. Denn auch wenn die Band einen kleinen Schritt zurückmacht, denn das aktuelle Werk dreht das Rad nicht zurück bis in die Zeiten vor “Vanitas“ (oder eben Zurück Zum Beton), geht wohl aber in manchen Momenten wieder ein wenig stärker in diese Richtung. Aber auch für die Fans des etwas glatteren Klangs haben die BROILERS auf “[SIC!]“ noch genügend Kauf-Argumente versammelt.

Aber der aus meiner Sicht entscheidende Unterschied zu “Noir“ ist das deutlich stärker ausgefallene Songwriting. Die Rocker wie Nur Ein Land, Bitteres Manifest, Irgendwas In Mir, Meine Familie, Woran Glauben? oder Als Das Alles Begann knallen wieder etwas mehr. Die Midtempo-Nummern wie Keine Hymnen Heute, Die Beste Aller Zeiten, Gangster, Gangster, Unsere Tapes sowie Zu Den Wurzeln entwickeln schnell einen hohen Ohrwurm-Faktor, ebenso wie die Balladen Ihr Da Oben und das abschließende Und Hier Steh‘ Ich. Da ist also für jeden etwas dabei.

Natürlich muss man auch ein Wort über die Texte der Band verlieren. In diesem Fall: superb. Es wird einigen wahrscheinlich nicht gefallen, dass sich die BROILERS so eindeutig positionieren, aber es ist eben eine Zeit, die klare Worte braucht und Sammy Amara liefert sie, wenn er in Nur Ein Land attestiert „dieses Sommermärchen ist vorbei“ und anschließend die Aluhut-Träger sowie die so genannten Reichsbürger kritisiert. Etwas abstrakter geht er dieses Thema in Keine Hymnen Heute an: „Auf einem Haufen steckt man Bücher an, die Kunst verlässt das Land. Die Musik entartet, der Rest ist uns bekannt. So hängen wir die Bilder ab, die Boxen bleiben still… Schlechte Menschen haben keine Musik, schlechte Zeiten brauchen keinen Beat.“ Aber natürlich haben die BROILERS auch wieder persönliche Texte dabei, die in die Seele von Amara schauen lassen, so zum Beispiel Thema Jugend bei Die Beste Aller Zeiten, Freundschaft in Unsere Tapes und Ausgrenzung bei Zu Den Wurzeln.

Es braucht nicht viel Fantasie, um den BROILERS mit “[SIC!]“ wieder einen großen Chart-Erfolg zu prognostizieren. Das Album ist abwechslungsreich, eingängig, rockig, direkt und bietet sowohl für Party- als auch für nachdenkliche Momente genügend Stoff. Dabei erinnern sie teilweise strukturell schon sehr an DIE TOTEN HOSEN mit ihren „ohohoh“-Chören, den Gang-Shouts und dem eingängigen Punk-Flair, das heute eben nicht mehr so aneckt wie noch in den 70er Jahren. Aber das ist ein Problem, das auch eine Band wie GREEN DAY oder die HOSEN haben – und spricht eigentlich nur aus den Augen der Old-School-Punks gegen die BROILERS. Denn die Band hat hier wieder ein Album abgeliefert, das sogar noch besser als der erfolgreiche Vorgänger alle Facetten abdeckt. Ein rundes BROILERS-Album also.

Marc Langels, (Artikelliste), 09.02.2017