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These Days - Special Edition
Bon Jovi
These Days - Special Edition, Universal Music, 2011 (1995)
Jon Bon JoviVocals, Background Vocals, Percussion, Harmonica
Richie SamboraAcoustic & electric Guitars, Electric Sitar, Background Vocals
David BryanKeyboards, Background Voclas
Tico TorresDrums, Percussion
Produziert von: Peter Collins, Jon Bon Jovi, Richie Sambora Länge: 75 Min 49 Sek Medium: CD
01. Hey God09. Hearts Breaking Even
02. Something For The Pain10. Something To Believe In
03. This Ain't A Love Song11. If That's What It Takes
04. These Days12. Diamond Rind
05. Lie To MeBonus Tracks:
06. Damned13. This Ain't A Love Song (Live)
07. My Guitar Lies Bleeding In My Arms14. Diamond Ring
08. (It's Hard) Letting You Go

Weiter gehtís, in der Betrachtung des wiederveröffentlichten BON JOVI-Backkataloges. Ein kleiner Sprung, über das Album "Keep The Faith" hinweg und wir landen bei "These Days". Auf dem Vorgänger-Studioalbum hatte das "Unglück" insofern seinen Lauf begonnen, als das mit Bed Of Roses schon ein gewaltiger Schmacht- und Tränenfetzen vertreten war und mit der nachgeschobenen "Best Of" setzte man mit Always noch eins drauf. Da ging einiges an hart erarbeiteter Reputation den Bach runter.
Dazu war man mittlerweile in der Mitte der 90er angekommen und 'Grunge' hatte gar fürchterlich gewütet und den alteingesessenen Dinos - zu denen man BON JOVI da schon rechnen konnte - das Leben schwer gemacht, wenn nicht beendet. So gesehen, muss man es BON JOVI hoch anrechnen, dass sie diese Zeit einigermaßen gut überstanden haben. Und sogar noch gute Alben gemacht! Denn "These Days" gehört, für mich, fraglos zu den vier oder fünf besten Alben der Band. Überschattet von genannten Mega-Hits hat das nur kaum einer bemerkt. Oder bemerken wollen.
Mutig schon der Beginn - und die erste Single - Hey God. Hier knallte man ein relativ melodiearmes Powerstück heraus, welches womöglich der 'Grunge'-Fraktion sagen sollte: Obacht!
Bretthart, wie man es bis dato selten von dieser Band gehört hat und nahezu düster wird da gerockt. Da dachte man schon: Hoppla, welche Töne schlagen denn die an?

Bereits mit dem folgenden Something for The Pain wird aber Good-Time-Feeling verbreitet. Die Band war zu dem Zeitpunkt sehr von asiatischen Einflüssen angetan, was sich in der Verwendung von Sitar in manchen Songs niederschlug. Gitarrist Richie Sambora schaffte die Kombination mit westlicher Rockmusik sehr geschmackvoll und brachte in diesem Ohrwurm, mit kleinem Verweis an die STONES, auch noch ein effektives Slide-Solo unter. Macht richtig Spaß und ist auch heute noch ein geeigneter Song um Hallen wie Stadien zum Mitrocken zu bringen.
Auch diese Scheibe darf nicht ohne den - mittlerweile - typischen Schmusesong, jedoch gefällt mir This Ain't Love Song von all diesen mit am besten. Vielleicht weil er so herrlich mit E-Gitarren durchsetzt und "verziert" ist und David Bryans Keyboards eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Ich mag einfach das Gitarrespiel von Sambora.
Überhaupt erklingen auf diesem Album weit mehr Piano- als Orgeltöne und diese Direktheit ist vielleicht ein weiterer Vorteil. So wird auch der Titelsong gut eingeleitet und Saiten und Tasten ergänzen sich hier in allerbester Manier. Dazu liefert Jon Bon Jovi zwar eine für ihn typische, aber doch tolle und mitreißende Gesangsleistung, die einen These Days für immer im Ohr behalten lässt.
Bei Lie To Me zeigt sich umgehend, wie abträglich diese flächigen Keyboardklänge sind und sein können. Von der Idee her sicher kein schlechter Song, aber schleppt sich doch zu sehr dahin. Hat schöne Elemente - der Harmoniegesang von Jon und Richie glänzt hier ein weiteres Mal und die Harmonien, samt der BEATLES-Zitate sind auch schön - aber bis der Song ein bisschen in die Gänge kommt, haben die Meisten weitergezappt.

Das funkige Damned fällt dann auch etwas aus dem Rahmen und bedient eigentlich keine der BON JOVI Fan-Fraktionen so richtig. Da wird das Keep The Faith-Schema etwas aufgekocht und auch ganz schön fetzig zur Sache gegangen. Der Funke springt trotzdem nicht ganz über. Das melancholische My Guitar Lies Bleeding In My Arms macht diese Scheibe dann natürlich auch nicht zum Party-Highlight, obwohl es eigentlich ein schöner Song ist.
Das ist der Fehler/Nachteil, an "These Days": Zu viele melancholisch-ruhige Songs hintereinander. So ist (It's Hard) Letting You Go zwar wieder ein wunderschöner Song, ganz toll gesungen und zum träumen einladend, aber an dieser Stelle halt fragwürdig platziert. Echt schade. Dadurch kommt auch das folgende, eigentlich auch sehr gut gemachte und klasse klingende Hearts Breaking Even nicht zur Geltung. Fängt vielversprechend an, aber fällt dann etwas zurück. Dabei wär auch das, allein schon wegen der Gitarren, ein toller Song zum Schwelgen.
Something To Believe In braucht erneut zu lange, bis es eine gewisse Spannung aufbauen kann. Wie sagt man so schön: Don't bore us, get to the chorus.
Das Warten lohnt sich aber, denn mit If That's What It Takes wird man mit einem tollen Midtempo-Rocker belohnt, der zum einen zum Mitsingen einlädt und zum anderen richtig gut klingt. Die Gitarrensounds hier gefallen mir wieder richtig gut und selbst das BEATLES-Clavinett fügt sich da ganz nett ein.
Mit dem etwas lahmen Diamond Ring macht man sich diesen Schwung dann leider wieder zunichte und lässt das Album etwas müde ausklingen. Eigentlich ist hier kein schlechter Song drauf, aber in seiner Gesamtheit ist "These Days" einfach etwas unglücklich geraten.
Das lässt sich auch über die Bonus-Tracks sagen. Die beiden Live-Mitschnitte sind nicht gerade die Fetzer. Diamond Ring offenbar in Italien aufgenommen mag in südlicher Atmosphäre ganz nett gekommen sein, aber ein ordentlicher Rocker hätte mir deutlich besser gefallen. Und da wär ja einiges drin gewesen, wenn ich an die Single-B-Seiten aus jener Zeit denke. Vor allem tolle Cover-Versionen wurden da gespielt. Naja, sind uns hier nicht vergönnt, aber mittels der Skip-Taste, kann man sich doch eine ganz prächtige Playliste hier erstellen. Besser wurd's danach nicht mehr.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 25.03.2011