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Trouble No More - The Bootleg Series Vol. 13
Bob Dylan
Trouble No More - The Bootleg Series Vol. 13, Sony Music, 2017
Bob DylanVocals, Guitar
Fred TackettGuitar
Spooner Oldham, Terry YoungKeyboards
Tim DrummondBass
Jim KeltnerDrums
Regina McCrary, Helena Springs, Mona Lisa Young, Clydie King, Gwen Evans, Mary Elizabeth BridgesBackground Vocals
Produziert von: Jeff Rosen, Steve Berkowitz & Gregg Geller Länge: 153 Min 07 Sek Medium: CD
Disc 1:
01. Slow Train08. Covenant Woman
02. Gotta Serve Somebody09. Gonna Change My Way Of Thinking
03. I Believe In You10. Do Right To Me Baby (Do Unto Others)
04. When You Gonna Wake Up?11. Solid Rock
05. When He Returns12. What Can I Do For You
06. Man Gave Names To All The Animals13. Saved
07. Precious Angel14. In The Garden
Disc 2:
01. Slow Train09. Pressing On
02. Ain't Gonna Go To Hell For Anybody10. Shot Of Love
03. Gotta Serve Somebody11. Dead Man, Dead Man
04. Ain't No Man Righteous, No Not One12. Watered_Down Love
05. Saving Grace13. In The Summertime
06. Blessed Is The Name14. The Groom's Still Waiting At The Altar
07. Solid Rock15. Caribbean Wind
08. Are You Ready?16. Every Grain Of Sand

Da sind wir also mittlerweile bei der 13. Ausgabe von Bob Dylans “Bootleg Series“ angekommen. Und diese führt uns in die Zeit zwischen 1979 und 1981. Genauer gesagt, vom 16.11.1979 bis zum 21.11.1981, denn aus diesem Zeitraum stammen die hier erstmals veröffentlichten Live-Mitschnitte.
Damit ist schon klar, dass sich um die Alben “Slow Train Coming“, “Saved“ und “Shot Of Love“ dreht, Dylans “christlicher Phase“. Die ist nun – vorsichtig ausgedrückt – nicht bei allen Fans die beliebteste, im Lebenswerk des Sängers. Religiöse Lieder, Gedanken eines “wiedergeborenen Christen“ und Bibel-Zitate taugen nun einmal nicht unbedingt zum Rock’n’Roll. Gleichwohl hochkarätige Musiker, wie Mark Knopfler, Tim Drummond, Jim Keltner, Spooner Oldham und Gaststars, wie Ringo Starr und Ronnie Wood, an den Alben mitwirkten, gehören die heute nicht wirklich zu den Scheiben, die man zwingend im Regal stehen haben muss. Einzelne Lieder daraus sehr wohl.

Die Live-Band aus jenen Jahren setzte sich überwiegend aus der Studiotruppe zusammen, ohne die ganz großen Stars natürlich. Entsprechend hatten die kein Problem mit dem Material. Das Publikum vielleicht zum Teil schon. Immerhin wurde einem 1979 zum größten Teil das “Slow Train Coming“ –Album kredenzt und dazu noch Songs aus dem zu dem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlichten Nachfolgealbum.
Mit Slow Train geht’s immerhin ganz ansprechend los und das folgende Gotta Serve Somebody gehört zu den besten Songs, die der Barde verfasst hat. Interessant ist auf dieser Doppel-CD ist, wie unterschiedlich die Songs klingen. Da wird 1979 noch etwas gemächlich, verspielter, grooviger herangegangen, während man 1981 dann schon mit deutlich mehr Drive an – zum Beispiel - Gotta Serve Somebody herangeht. Daran, dass die erste Version in San Francisco und die zweite in Bad Segeberg aufgenommen ist, wird es wohl nicht liegen und die Musiker sind auch fast die gleichen. Naja, “they times they are a-changin‘“ sang einst Einer.
Das in dieser Serie gewohnt fette Booklet liefert genaueste Informationen zu den Songs und zu den Zeiten dieser Konzerte.

Musikalisch ist das oft schon ansprechend. Es gibt Blues (The Groom’s Still Waiting At The Altar), R&B (), Gospel (Solid Rock) und natürlich den typischen Folk-Country-Mix Dylans (Precious Angel). Was fehlt sind halt die griffigen Refrains, die zu diesen Texten nicht passten, oder die Dylan hierfür einfach nicht schreiben wollte. Zudem quälte er einen stellenweise mit missionarischen Texten und grenzwertigem Gesang, wie in When He Returns oder Men Gave Names To All The Animals.
Klar, ist das Teil ein Fall für die Sammler-Abteilung und Komplettisten, zumal man ja keine Lücke in der “Bootleg Series“-Reihe haben möchte. Ich denke, es hätte durchaus schlimmer kommen können und ich werde, trotz der fehlenden Superstars, diese Aufnahmen hier den Studioeinspielungen vorziehen.
Bei der nächsten Folge darf es dann ruhig wieder breitenwirksamer zugehen. Aber Verlass ist darauf bei Herrn Zimmerman natürlich nicht…

Epi Schmidt, (Artikelliste), 19.11.2017