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The 30th Anniversary Concert Celebration - Deluxe Edition
Bob Dylan
The 30th Anniversary Concert Celebration - Deluxe Edition, Sony Music, 2014 (1993)
John Mellencamp, Johnny Cash, June Carter Cash, Sinead O'Connor, Eddie Vedder, Carolyn Hester, Eddie Levert Sr., Walter Williams, Sammiy Strain, Paddy Clancy, Tommy Makem, Bobby ClancyVocals
Stevie WonderPiano, Harmonica, Vocals
Al Kooper, Booker T. JonesOrgan
Lou Reed, Tracy Chapman, Willie Nelson, Kris Kristofferson, Johnny Winter, Ron Wood, Richie Havens, Neil Young, Chrissie Hynde, Eric Clapton, Mary Chapin-Carpenter, Rosanne Cash, Shawn Colvin, George Harrison, Tom Petty, Roger McGuinn, Bob Dylan, Nancy Griffith, Liam Clancy, Robbie O'Connell, Jim Weider,Vocals, Guitar
Mike McCready, Michel B. Wanchic, John David Grissom, Steve Cropper, Kerry Marx, Howie Epstein, Mike CampbellGuitar
Donald "Duck" Dunn, Don WasBass
Jim Keltner, Anton Fig, Randy Ciarlante, Stan LynchDrums
Mickey RaphaelHarmonica
Curtis King, Brenda White King, Dennis Collins, Christine Ohlman, Sheryl Crow, Cissy Houston, Jerry Barnes, Rosse Mitcham, Gynnice Coleman, Leotis Clyburn, Katrice Barnes, Gary HoustonBackground Vocals
Produziert von: Jeff Kramer, Jeff Rosen Länge: ca. 220 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Like A Rolling Stone - John Mellencamp16. I Shall Be Released - Chrissie Hynde
02. Blowin' In The Wind - Stevie Wonder17. Love Minus Zero/No Limit - Eric Clapton
03. Foot Of Pride - Lou Reed18. Don't Think Twice, It's All Right - Eric Clapton
04. Masters Of War - Eddie Vedder and Mike McCready19. Emotionally Yours - THE O'JAYS
05. The Times They Are A-Changin' - Tracy Chapman20. When I Paint My Masterpiece - THE BAND
06. It Ain't Me Babe - June Carter Cash & Johnny Cash21. You Ain't Goin' Nowhere - Mary-Chapin Carpenter, Rosanne Cash & Shawn Calvin
07. What Was It You Wanted - Willie Nelson22. Absolutely Sweet Marie - George Harrison
08. I'll Be Your Baby Tonight - Kris Kristofferson23. License To Kill - TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS
09. Highway 61 Revisited - Johnny Winter24. Rainy Day Women #12 & 35 - TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS
10. Seven Days - Ron Wood25. Mr. Tambourine Man - Roger McGuinn
11. Just Like A Woman - Richie Havens26. It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding) - Bob Dylan
12. When The Ship Comes In - THE CLANCY BROTHERS & Robbie O'Connell (with Special Guest Tommy Makem)27. My Back Pages - Bob Dylan, Roger McGuinn, Tom Petty, Neil Young, Eric Clapton & George Harrison
13. War - Sinead O'Connor28. Knockin' On Heaven's Door - Everyone
14. Just LIke Tom Thum's Blues - Neil Young29. Girl From The North Country - Bob Dylan
15. All Along The Watchtower - Neil Young
Bonus Feature:Behind The Scenes (39 Min.)
Bonus Live Performances:
01. Leopard-Skin Pill-Box Head - John Mellencamp03. Gotta Serve Somebody - BOOKER T. & THE MG's
02. Boots Of Spanish Leather - Nancy Griffith with Carolyn Hester

Auf diese (Wieder-) Veröffentlichung hat man (ich) schon lange gewartet, denn die Feier zu Bob Dylans 30. Jubiläum (30 Jahre zuvor erschien sein Debütalbum) ist nicht nur eine der tollsten Ansammlungen von Musikern überhaupt gewesen, sondern die beteiligten Helden waren auch durch die Bank auf einem künstlerischen Höhepunkt.
Man braucht sich nur die Liste der Protagonisten durchzulesen, um die Qualität dieses Konzertes zu erahnen. Stattgefunden hat dieses am 16. Oktober 1992 im New Yorker Madison Square Garden. Erstmals erschien der Mitschnitt dann 1993 als Doppel-VHS-Kassette und natürlich auch als Doppel-CD. Da es mit dem Anwählen einzelner Titel bei Videokassetten eher schwierig wird, hatte ich schon lange auf eine Neuveröffentlichung mit evtl. zusätzlichen Songs gehofft. Ersteres ist mit dieser Scheibe, die mir als Blu-Ray vorliegt, erfüllt. Allerdings halten sich die “Zugaben“ in Grenzen.
Was hier als “Bonus Live-Performances“ verkauft wird, war auf den Video-Kassetten bereits im normalen Set enthalten und überrascht den Käufer von damals nicht wirklich. Immerhin gibt es über eine halbe Stunde an Material aus den Proben und Vorbereitungen, was auch Spaß macht.

Überraschen tut mich allerdings das verbesserte Bild und auch der Sound scheint mir noch besser auf diesem Re-Issue. Das geschmackvolle Bühnenbild (eine Art Hinterhof mit ziegelgedeckten Holzbuden und Veranda) hatte ich so gar nicht in Erinnerung. Oder ging das damals im Dunkel der VHS-Kassette unter?
Na, unter geht hier jedenfalls nichts. Im Gegenteil: Ein Stern erstrahlt nach dem anderen! John Mellencamp heizte den Laden so richtig an und konnte bei Like A Rolling Stone gar mit Al Kooper aufwarten, der schon bei der Originalaufnahme dieses Klassikers die Orgel bediente. Da laufen einem erste Schauer über den Rücken, die sich bei der emotionalen und sich herrlich steigernden Version von Stevie Wonders Interpretation von Blowin‘ In The Wind fortsetzen, und – für mich – in eine kleine Träne im Augenwinkel übergehen, wenn Johnny Cash und seine Frau June Carter Cash die Bühne für It Ain’t Me Babe stürmen. Vor allem June rockt hier bestgelaunt und tanzt wie ein Wirbelwind auf der Bühne. Grandios!
Tja, die Liste derer, die diesen Abend so unvergesslich gemacht haben, und die nicht mehr auf Erden weilen, ist inzwischen schon recht lange geworden. Lobenswerter Weise sind Johnny Cash, June Carter Cash, Bobby Clancy, Liam Clancy, Paddy Clancy, Rick Danko, Don Devito, Donald “Duck” Dunn, Howie Epstein, George Harrison, Richie Havens, Levon Helm, Tommy Makem und Lou Reed im Booklet ”In Memoriam” aufgelistet.

Einzelne Songs und Künstler braucht man hier praktisch nicht herauszuheben, den Sternstunden waren es für jeden einzelnen von ihnen. Trotzdem: begeistert ist man von der Performance von Johnny Winters bei Highway 61 Revisited, die seine einzigartige Slide-Technik unterstreicht, ebenso wie von den energiestrotzenden Beiträgen Neil Youngs, dem zornigen Masters Of War, vorgetragen von Eddie Vedder & Mike McCready und selbst ein Eric Clapton scheint mir angesichts der hochkarätigen Beiträge noch etwas mehr, als seine gewohnte Klasse zu liefern.
Als Beispiel dafür, wie hochkarätig dieses "Feld" besetzt war, wäre vielleicht noch anzufügen, dass eine Sheryl Crow und eine Cissy Houston (Mutter von Whitney) gerade mal im Background-Chor zu finden waren. Das Licht strahlt natürlich noch etwas heller, wenn sich mehrere dieses Stars auf der Bühne zusammenrotten, wie bei My Back Pages und Knockin‘ On Heaven’s Door, oder wenn der Star unter den Stars, Bob Dylan selbst, die Bühne betritt. Sein Song To Woody, den er an diesem Abend spielte, bleibt leider jenen vorbehalten, die am 16. Oktober 1992 im Madison Square Garden waren. Denn leider ging diese Aufnahme verloren, aber wir können uns immerhin an dynamischen und Solo dargebrachten Versionen von It’s Alright, Ma (I’m Only Bleeding) und Girl From The North Country freuen.
Diese wie die restlichen Songs auf dieser Wiederveröffentlichung zeigen, dass es, was das Songschreiben angeht, keinen Besseren gibt, als Bob Dylan. Einige der besten Versionen seiner Songs finden sich hier und machen dieses Konzert unverzichtbar.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 01.03.2014