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Fallen Angels
Bob Dylan
Fallen Angels, Sony Music, 2016
Bob DylanVocals
Tony GarnierBass
George G. ReceliDrums
Donnie HerronSteel Guitar, viola
Charlie SextonGuitar
Stu KimballGuitar
Dean ParksGuitar
Produziert von: Jack Frost Länge: 37 Min 53 Sek Medium: CD
01. Young At Heart07. All Or Nothing At All
02. Maybe You'll Be There08. On A Little Street In Singapore
03. Polka Dots And Moonbeams09. It Had To Be You
04. All The Way10. Melancholy Mood
05. Skylark11. That Old Black Magic
06. Nevertheless12. Come Rain Or Come Shine

Ein Dreivierteljahrhundert! Vor wenigen Tagen ist Bob Dylan ist 75 Jahre alt geworden und wie das in dem Alter so ist, man schenkt lieber, als dass man beschenkt wird.
Was wohl auch mit daran liegt, dass man eher zurück, als nach vorne schaut. Dylan macht in gewisser Weise beides. Und das schon seit geraumer Zeit. Zum einen bringt er immer wieder Unveröffentlichtes aus seinem umfangreichen Schaffen, in seiner “Bootleg Series“-Reihe heraus und zum andern überrascht er immer wieder mit neuen Alben, auf denen er sich allerdings musikalisch immer häufiger und immer mehr in die Zeit seiner musikalischen Anfänge und davor bewegt.
Und das bedeutet konkret, dass er sich bei “Fallen Angels“ der Swing- und Jazz-Musik widmet, in dem Stil der einst Frank Sinatra zu Ehren verhalf.

Es geht also eher gemächlich – man könnte auch sagen “altersgemäß“ – zu. Seine Mitmusiker sind seit Jahren die gleichen, also das bewährte Team um Charlie Sexton und Tony Garnier und die können ihn problemlos durch jedes Genre begleiten.
Körperlich gereift, aber im Herzen jung geblieben, so sieht sich Ol‘ Bob und so heißt auch das erste Lied. Viel entspannter kann man wahrscheinlich nicht spielen und singen und trotzdem einen gewissen Spannungsbogen erhalten. Großen Anteil daran hat Donnie Heron, an der Steel Guitar, und natürlich der Meister selbst, dessen raspelige Stimme zu diesen Stücken – für mich – mindestens so gut passt, wie die von Frankieboy.
Klar, das sind fast ausnahmslos Songs, die eher in die ganz Late-Night-Bar passen, als zum wilden Abend zuvor. Da kann man bereits bei Maybe You’ll Be There, zum letzten Whiskey, schon langsam wegdämmern, aber bei Polka Dots And Moonbeams möchte man auch gern die Sonne aufgehen sehen. Ja, wie gesagt, alles sehr entspannt, manchmal auch – wie bei All The Way - fast schon sehr lässig. Trotzdem bleibt man irgendwie dabei.

Skylark wurde von Bing Crosby über Glenn Miller und Aretha Franklin bis zu Linda Ronstadt schon von zahllosen Künstlern eingespielt und irgendwie kommt es einem auch seltsam vertraut vor.
So wiegt einen ein Song zum nächsten, versetzt einen in eine Melancholy Mood, erinnert mal den späten Johnny Cash (ich hab dessen We’ll Meet Again da öfter im Kopf), mal swingt es mehr – wie bei All Or Nothing At All - , meist bleibt es gemächlich, aber bei That Old Black Magic gerät man ja fast in einen Geschwindigkeitsrausch. Das ist purer Jazz/R&B, ganz klasse gespielt und klingt auch hervorragend. Müsste man sich eigentlich als LP zulegen.
Mit Come Rain Or Come Shine verabschiedet sich der Jubilar treffend, denn welches Wetter gerade draußen ist, interessiert einen beim Abspielen dieser Scheibe eh nicht, denn ist “blaue Stunde“ angesagt.
Happy, blue, Birthday, Bob!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 22.05.2016