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Bo Diddley
Bo Diddley
Bo Diddley, Hoodoo Records, 2014 (1962)
Bo DiddleyVocals, Guitar
Norma-Jean "The Duchess" WoffordGuitar, Backgorund Vocals
Willie Dixon, Jesse James JohnsonBass
Frank Kirkland, Clifton James, Billy "Dino" DowningDrums
Jerome GreenMaracas, Vocals
Peggy "Lady Bo" JonesGuitar, Background Vocals
Otis SpannPiano
Produziert von: Ralp Bass, Leonard and Phil Chess Länge: 63 Min 31 Sek Medium: CD
01. I Can TellBonus Tracks:
02. Mr. Krushchev13. Bo Diddley Is An Outlaw
03. Diddling14. Aloha
04. Give Me A Break15. Funny Talk
05. Who May Your Lover Be16. Let Me Pass (live)
06. Bo's Bounce17. Back Home
07. You Can't Judge A Book By Looking At The Cover18. Road Runner (live)
08. Babe's In The Woods19. Give Me A Dream / You Can't Judge A Book By Looking At The Cover (live)
09. Sad Sack20. Bucket
10. Mama Don't Allow No Twistin'21. Hey! Bo Diddley
11. You All Green22. I'm Bad
12. Bo's Twist23. Googlia Moo
24. My Story

Bo Diddley! Einer der Wegbereiter des Rock'n'Roll, Blues und R&B. "König des Dschungel-Beats" könnte man vielleicht auch sagen. Als ich den Mann - zusammen mit Ronnie Wood - 1988 beim "Out In The Green" erleben durfte, war er immer noch eine beeindruckende Erscheinung und strahlte eine unglaubliche Präsenz aus. Trotz der Anwesenheit des berühmten STONES-Gitarristen, war ganz klar, wer da der Chef auf der Bühne war. Ohne dass Bo das auch nur im Geringsten demonstriert hätte. Im Gegenteil, er war immer bemüht, den Mitgliedern der Band ihre "Credits" zukommen zu lassen, aber, wie gesagt, der Mann hat einfach eine Wahnsinns-Ausstrahlung.
Vielleicht hatten andere - wie Chuck Berry oder Jerry Lee Lewis - mehr und größere Hits, aber dieser unnachgiebige und antreibende Rhythmus wird für immer sofort nur einem zugeschrieben werden: Bo Diddley!

Mit der Wiederveröffentlichung seines 1962er Albums, welches schlicht seinen Namen trägt und gemeinhin wohl als "unterbewertet" gilt, ehren Hoodoo Records den 2008 verstorbenen Musiker, dessen Einfluss man wiederum gar nicht überbewerten kann. Im ausführlichen Booklet tauchen auch Statements von Musikern auf, die man nicht sofort mit Bo Diddley in Verbindung gebracht hätte, wie Joe Strummer und Iggy Pop.
Die ursprünglichen zwölf Songs hat man mit der gleichen Anzahl an Bonus-Tracks aufgestockt, sodass hier zwei Dutzend Songs zustande kommen, die den Blues- und R&B-Fan fast durchgängig zum Mitgrooven auffordern. Gleich I Can Tell ist ein Paradebeispiel dafür, wie sehr besonders die britische Blues-Szene damals von Bo beeinflusst wurde. Da klingen die ersten Scheiben der STONES und PRETTY THINGS ebenso durch, wie Screaming Lord Sutch's Hit-Single Jack The Ripper.
Weit mehr als seine Berufsgenossen experimentierte Bo Diddley schon früh mit Effekten, die seinen Gitarrensound bereicherten und oftmals sogar einen Bassisten überflüssig machten. Wurde doch einer gebraucht, stand mit Willie Dixon der richtige Mann am Viersaiter.
Auch wenn Instrumentalstücke, wie Give Me A Break, gespielt wurden, hatten die immer noch einen gehörigen Drive, der einen unwiderstehlich auf die Tanzfläche treibt. Stillsitzen ist bei diesem Beat nicht und entsprechend oft findet man ähnliche Rhythmen in vielen Songs der frühen 60er.

Die großen Hits finden sich auf der Ursprungs-LP kaum, mit Ausnahme von You Can't Judge A Book By Looking At The Cover vielleicht, aber trotzdem fühlt man sich hier sofort heimisch und lässt sich von Bo's Musik mitreißen. Ich denke, davon ließen sich auch Bands wie Mitch Ryder gehörig beeinflussen.
Unter den Bonus-Tracks gibt ein paar Songs aus einem "Home Recording" in Bo's Haus. Da schwankt die Qualität, doch nach wie vor ist die Präsenz des Sängers/Gitarristen gewaltig.
Außerdem finden sich ein paar Live-Aufnahmen aus einem Konzert in Kalifornien, Ende 1962. Da ist natürlich besonders Road Runner ein mitreißendes Stück und man ahnt, warum das Bands wie THE WHO und AEROSMITH später ins Programm und auf Platte nehmen sollten. Fehlen darf nicht Bo Diddley's Trademark-Song, der genauso wie er und wie dieses Album hießt. Auch der in der Live-Variante und rasant gespielt.
I'm A Man gibtís von Muddy Waters ebenso wie von Bo Diddley und wenn Letzterer grad schlecht drauf ist, dann textet er das in I'm Bad um. Schema und Stil bleiben gleich und macht genauso an, wie die Vorlage.
Die Bo Diddley-Sammlung ist hiermit natürlich nicht vollständig, aber einen Einblick, bzw. eine Ergänzung, kriegt man mit "Bo Diddley" auf jeden Fall und der Spaß kommt auch nicht zu kurz. Da wird einem lange Zeit der Ruf nicht aus dem Kopf gehen: "Hey! Bo Diddley!!!!"

Epi Schmidt, (Artikelliste), 03.02.2014