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Butterfly Blues
Blueville
Butterfly Blues, Tanzan Music, 2011
Mario PercudaniLead Vocals & Guitar
Marco TansiniLead Guitar
Paolo "Apollo" NegriKeyboards
Gianni GrecchiBass
Angelo RovedoDrums
Produziert von: Marco Tansini Länge: 73 Min 26 Sek Medium: CD
01. When I Ring The Bell09. Blues From The Edge Of Town
02. Love Letters In My Guitar Case10. Sorry Baby
03. Misery11. Low And Slow
04. The Blues Is Mine12. Turning Blue
05. Rosemary Line13. Talking Bout My Baby
06. Indian Road14. Blues Generation
07. Every Year of Your Life15. Butterly Blues
08. Little Town Man

Die Zeiten, in denen man in den Vereinigten Staaten das Monopol auf auf ordentlichen Blues hatte, sind längst vorbei. Klar, ein Großteil der wegweisenden Gitarristen dieses Genres kam von jeher von der britischen Insel - von Clapton über Green bis zu zahllosen weiteren Gunslingern - und inzwischen gibt es, gerade aus England, etliche junge Bluesinterpreten, die keinen Vergleich scheuen müssen. Man höre sich nur mal Leute wie Aynsley Lister, Oli Brown oder Dani Wilde an.
Auch auf dem Festland hat sich über die Jahre einiges getan, aber südlich der Alpen waren bisher zwar reichlich Prog- und Rockgewächse - gern auch der härteren Art - zu entdecken, jedoch so richtige Bluesbands waren mir bisher nicht geläufig. Von den Blueszutaten mancher Southern Rock inspirierter Italo-Bands wie W.I.N.D. mal abgesehen.
BLUEVILLE gelten mehr als Projekt, denn als Band und trotzdem liefert die Formation um Sänger/Gitarrist Mario Percudani mit "Butterfly Blues" ein tolles Debüt, welches man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Das liegt vor allem am tollen Zusammenspiel und am tollen Sound. In Songs wie When I Ring The Bell kann man sich so richtig vernarren. Das beginnt mit einem leicht einschmeichelnden Intro, welches sich in ähnlicher Form auch beim Landsmann Zucchero oder bei Eric Clapton finden könnte, und steigert sich in einen höllisch groovenden Song, wie ihn selbst die STONES so immer nur mit Unterstützung hingekriegt haben. Großen Anteil daran - wie am Rest vom Album - hat die herrlich klingende Hammondorgel und natürlich die hervorragende Leadgitarre von Marco Tansini.

Stimmungsvoll getragen geht es in Love Letters In My Guitar Case weiter und mit geschickten Rhythmus- und Tonartwechseln nehmen die Kerle immer dann eine kleine Wendung, wenn man gerade meint, es sich in bekannten Gefilden bequem machen zu können.
Dazu hat Percudani eine sehr angenehme Stimme. Keine "Bluesröhre" aber mit der nötigen Portion Rauheit versehen und trotzdem genug "Blues-Feeling".
An Gästen wird auch nicht gespart und wenn Sherrita Duran den Gesang bei Misery übernimmt, fühlt man sich äußerst stark an I'd Rather Go Blind erinnert. Leicht jazzig angehaucht, aber sehr beeindruckend.
Überhaupt vereinen sich viele Stile auf diesem Album, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen. Da kommt Soul genauso vor wie Gospel, R&B, auch mal was Poppigeres. Wem zum Beispiel Warren Haynes' letztes Soloalbum gefällt, der sollte mit diesem "Schmetterling" hier keine Probleme haben. Auch ein paar Bläser, für den Großstadt-Blues von Rosemary Lane finden Verwendung. Immer wieder ertappe ich mich dabei, völlig zu vergessen, dass es sich bei den Interpreten hier nicht um Amerikaner handelt. Also, da muss man schon sagen: Hut ab!

Als Anspieltipp und Ohrwurm geeignet, möchte ich Everyday Of Your Life anführen. Erinnert in seiner ganzen Art etwas an Nils Lofgren und ist eine ganz tolle, bluesige Ballade.
Little Town Man bringt ein erdiges Southern- und Swamp-Feeling ein. Zu dem in Blues From The Edge Of Town noch eine feine Slide-Gitarre heult.
Einen Ausfall gibt es auf dem Album nicht und wer sich erst mal mit dem meist locker groovenden Sound angefreundet hat, der wird seine Freude daran haben. Soundmäßig ist auf jeden Fall ganz toll gemacht und vor allem Leadgitarre und Hammond klingen fantastisch.
Für die harten Rocker und die pure-and-dirty Blueser ist das hier sicherlich nichts, aber nahezu alle Anderen dürften relativ leicht Gefallen an diesem "Butterfly Blues" und an BLUEVILLE finden. Hoffe die bald mal auf deutschen Bühnen zu erleben.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 21.07.2011