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The End
Black Sabbath
The End, Eagle Rock, 2017
Tony IommiGitarre & Keyboards
Geezer ButlerBass
Ozzy OsbourneGesang & Mundharmonika
Gastmusiker
Tommy ClufetosSchlagzeug
Adam WakemanKeyboards & Gitarre
Produziert von: Jeremy Azis Länge: 134 Min 19 Sek Medium: CD & DVD
CD & BluRay Konzert (108:13)
01. Black Sabbath09. Bassically/N.I.B.
02. Fairies Wear Boots10. Hand Of Doom
03. Under The Sun/Every Day Comes And Goes11. Medley: Supernaut/Sabbath Bloody Sabbath/Megalomania
04. After Forever12. Rat Salad/Drum Solo
05. Into The Void13. Iron Man
06. Snowblind14. Dirty Women
07. War Pigs15. Children Of The Grave
08. Behind The Wall Of Sleep16. Paranoid
Bonus Material/The Angelic Sessions (26:06)
01. The Wizard04. Tomorrow's Dream
02. Wicked World05. Changes
03. Sweet Leaf

Das Geräusch vom prasselnden Regen, in der Ferne der Klang einer schlagenden Kirchturmglocke, dann ein Gitarrenakkord: tief, sehr tief sogar und düster, so unendlich düster. Mit dem Song Black Sabbath begann im Jahr 1969 die Geschichte des Heavy Metal und die Erfolgsstory der Band aus Birmingham die sich auch den Namen BLACK SABBATH gegeben hatte. Und genauso beginnt auch “The End“ (zumindest auf der CD, bei der BluRay leider nicht), das Werk, mit dem die Karriere dieser Band nun nach 48 Jahren zu Ende geht, ein Live-Mitschnitt des finalen Konzerts der finalen Tournee der Band, mitgeschnitten dort, wo alles begann: in ihrer Heimatstadt Birmingham.

Die Band performte an diesem Abend 16 Songs aus ihrer Karriere und kam auf dabei eine Stunde und 48 Minuten Spielzeit – das sind die, zugegeben sehr nüchternen, Fakten dieser Veröffentlichung. Aber was daraus nicht deutlichwird, das ist die emotionale Erhabenheit dieses Events, das ja den Abschluss einer (Live-)Karriere darstellt, die an Bedeutung kaum zu überschätzen ist. Und so folgte an diesem Abend auch ein Klassiker auf den nächsten: Fairies Wear Boots, After Forever, Into The Void, Snowblind, War Pigs, Behind The Wall Of Sleep, N.I.B., Iron Man, Children Of The Grave und das finale Paranoid sind so etwas wie die kollektive DNA des Heavy Metal – und unterstreichen die musikhistorische Bedeutung der Band. Allerdings muss man natürlich kritisch anmerken, dass Nummern wie Supernaut und Sabbath Bloody Sabbath lediglich in einem Medley kurz angespielt werden. Aus meiner Sicht ein Ding der Unmöglichkeit, auch wenn die Band natürlich nicht alle Klassiker spielen kann.

Bei einer Band mit diesem Status ist es natürlich nicht verwunderlich, dass die Rahmenbedingungen bei dieser Tour und insbesondere dieser Show natürlich einzig und alleine superb waren. Der Klang: eine Ohrenweide – fast schon zu gut, um auch wirklich live zu sein. Das Bild: ein Augenschmaus, sehr hochauflösend und so nah am Geschehen, dass man auch das eine oder andere Riff von Tony Iommi und Geezer Butler abschauen kann. Allerdings erliegt die Regie immer wieder auch mal der Versuchung in den schnellen musikalischen Passagen, die Schnittfolge anzupassen und damit sehr hektisch zu werden. Ansonsten ist die Bild-Auswahl allerdings prima und gibt das Geschehen auf der Bühne wieder. Und auch die Stimmung in der Halle wird prima eingefangen. Das Publikum ist sich ganz offensichtlich bewusst, an was für einem bedeutsamen Ereignis es da gerade teilnimmt, denn es schwankt zwischen euphorischer Begeisterung und andächtigem Staunen. Und die Band gab an diesem Abend wirklich alles – und hatte dabei eine große Menge Spaß.

Trotz aller Euphorie gibt es auch kleine Anlässe zur Kritik, denn Sänger Ozzy Osbourne ist zumindest am Beginn von Black Sabbath wohl ein bisschen übermotiviert und doch ein ganzes Stück zu schnell mit seinen Texten, so dass sie nicht hundertprozentig auf die Musik passen. Und Tommy Clufetos ist ohne Zweifel ein ganz hervorragender Metal-Drummer, allerdings waren es bei Bill Ward ja gerade die subtilen – leicht vom Jazz beeinflussten - Parts, die den Songs einen tollen Groove bescherten. Diese werden von Clufetos allerdings mit viel zu viel Power – man möchte fast sagen brachialer Urgewalt – gespielt. Und vielleicht mag Ward nicht mehr der fitteste sein, aber dass “The End“ ganz ohne das vierte lebende Original-Mitglied auskommt, das ist einer solchen Legende gerade an ihrem Ende einfach unwürdig.

Nun sind das Aspekte, über die man aber auch hinwegsehen kann, wenn einem solch ein fantastisches Konzert in einer solchen Qualität geboten wird. Zumal man hier in diesem Fall ja wirklich schon von einem musikhistorischen Dokument sprechen muss, das die Karriere einer Band beschließt, ohne die es zahlreiche musikalische Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte nicht gegeben hätte. Und auch wenn die Band hier nur alte Songs aus der ersten Phase der Band spielte, so zeigten sie dabei doch, wie bedeutend sie auch noch heute sind – und wie sie die Menschen auch fast 50 Jahre nach der Entstehung immer noch zu Begeisterungsstürmen führen.

Nach etwas mehr als 108 Minuten an diesem Abend endet dann eine der größten Karrieren der Musikgeschichte – zumindest auf der Bühne. Denn nur wenige Tage nach dem Auftritt trafen sich die Musiker noch einmal zu einer Session, bei der sie noch einmal fünf Songs (The Wizard, Wicked World, Sweet Leaf, Tomorrow’s Dream und Changes) zusammen spielten, die es nicht in die Setlist geschafft hatten. Und auch im Begleittext zu der BluRay scherzt Iommi vielleicht halbernst, dass sie eventuell was zum 50-jährigen Jubiläum machen könnten, das ja in zwei Jahren ansteht. Aber es ist fraglich, ob sie das noch einmal in solch einer hervorragenden Form zustande bringen würden, wie sie hier dokumentiert wurde. Insofern ist “The End“ ein rundum würdiger Abschluss für eine historische Karriere.

Marc Langels, (Artikelliste), 12.11.2017