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Let It Go
Bernard Allison
Let It Go, Ruf Records, 2018
Bernard AllisonVocals, Slide, Lead, Talk, B3, Acoustic Guitars
John T. McGheeRhyhtm Guitar
George MoyeBass Guitar
Mario DawsonDrums, Finger Snaps, Tambourine, Backing Vocal
Jose Ned JamesSax
Produziert von: Jim Gaines Länge: 53 Min 31 Sek Medium: CD
01. Cruisin For A Bluesin07. Leave Your Ego
02. Same Ole Feeling08. Blues Party
03. Backdoor Man09. Hey Lady
04. Let It Go10. Loot Out Mabel
05. Night Train11. You're Gonna Need Me
06. Kiddio12. Castle

Die ersten Aufnahmen seines Lebens machte Bernard Allison noch zusammen mit seinem Vater, mit dem er mit 13 schon auf der Bühne stand. Inzwischen hat er mit über 50 Jahren etliche Alben selbst aufgenommen. Teils mit der BERNARD ALLISON GROUP, auch mit dem ALLISON BURNSIDE EXPRESS und jetzt wieder unter eigenem Namen. Zurück ist er auch im Schoß seiner einstigen Plattenfirma Ruf Records, unter deren Regie er aktuell mit dem BLUES CARAVAN unterwegs ist und bei der auch sein neues Album erschienen ist. Hierfür hat Produzenten-Legende Jim Gaines auf dem die Oberaufsicht geführt. Die Liste der Alben, an denen der mitgewirkt hat, wäre endlos. Das geht von SANTANA bis George Thorogood und zur ROYAL SOUTHERN BROTHERHOOD und… ach, wie gesagt: endlos.
Endlos schienen mir im Konzert auch manchmal die Soli von Bernard, aber “auf Platte” verhält er sich doch weit songdienlicher.

Sympathisch ist mir von Vorneherein, dass er sich einen Rhyhmus-Gitarristen leistet und nicht als alleiniger “Solodarsteller“ agiert. Ansonsten ist die Band die gleiche, wie noch unter BERNARD ALLISON GROUP. Entsprechend cool läuft das hier ab. Cruisin For A Bluesin groovt locker als jazziger R&B dahin, bevor man ab ca. der Hälfte einen leichten Boogie-Rhyhtmus mit hinzunimmt. Ja, da merkt man bereits die Klasse und Vertrautheit dieser Band. Das Solo wird dann doch ausgeblendet. Sicherheitshalber.
Wie vermutet, ist der Sound der Scheibe richtig gut. Davon profitieren Songs, wie das funkige Same Ole Feeling mit am meisten. Schön, wie man alle Instrumente orten kann und trotzdem alles perfekt zusammenpasst. Könnte man in den meisten Tanztempeln problemlos laufen lassen. Und Bernards Wah-Wah-Spiel dürfte einige Gitarristen inspirieren.
Auch der Backdoor Man groovt wunderbar durch die Hinterhöfe, während er Titelsong Blueslicks, Soul und sogar leicht poppiger Elemente vermischt. Die Gitarre macht im Solo-Teil allerdings jegliche Hoffnung auf Radio-Einsätze zunichte. Wohl auch besser so.
Der Night Train kommt sehr funky, da wäre ein James Brown sicher sofort aufgesprungen. Da hört man gut, wie sich ein Rhythmus-Gitarrist auszahlt. Klar, Bernard hätte das im Studio auch selber einspielen könne, aber, glaubt mir, das hätte sich längst nicht so gut angehört.

Cool-jazziger wird’s in Kiddio wobei auch das Sax von Jose Ned James beiträgt. Das ist im Prinzip schon andere Welt jetzt, aber als “anverwandt“ passt das schon noch dazu.
Rockiger, vor allem was den Sound angeht, kommt dann Leave Your Ego und zur Blues Party braucht’s dann natürlich einen typischen 12-Takter-Boogie. Das Schema ist klar und trotzdem macht so etwas dann doch immer Spaß. Bernard lädt im Text eine Menge Blues-Größen zur Party ein und wirft mit seiner Gitarre – vor allem mit dem Bottleneck gespielt – immer wieder kleine Hölzchen aufs Feuer.
Trotzdem wird das hier natürlich nicht die Blues Rock-Scheibe, sondern bleibt im jazzig-souligen Blues-Bereich. Macht trotzdem Spaß. Funkig in Hey Lady, Up-Beat-Drive in Loot Out Mabel und zum Schluss auch zwei Songs aus der Feder von Daddy Luther. Der Rauheit des Originals von You’re Gonna Need Me setzt Bernard einen eher entspannteren Groove und Gesang entgegen, aber sein Solo-Spiel zeigt stellenweise schon auf, von welchem Baum dieser Apfel stammt.
Das abschließende Castle ist für beide eher ungewöhnlich, kommt es doch als akustische Blues-Ballade, die jedoch einen schönen Kontrast zu den anderen Songs und einen stimmungsvollen Ausklang dieses hervorragend klingenden Albums liefert.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 25.02.2018