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Mammoth
Beardfish
Mammoth, InsideOut, 2011
Rikard SjöblomVocals, Guitar, Keyboards & Percussion
David ZackrissonGuitar, Synthesizer & Backing Vocals
Robert HansenBass & Backing Vocals
Magnus ÖstgrenDrums
Produziert von: Beardfish Länge: 52 Min 20 Sek Medium: CD
01. The Platform05. Outside/Inside
02. And The Stone Said "If I Could Speak"06. Akakabotu
03. Tightrope07. Without Saying Anything feat. Ventriloquist
04. Green Waves

Sind BEARDFISH jetzt auf dem “Ice Age”-Trip? Tatsächlich liegt die Assoziation im Hinblick auf das Coverartwork des neuen Longplayers “Mammoth” gar nicht einmal so daneben, kam die vier fleißigen Schweden doch beim gemeinsamen Fernsehkonsum animierter Filme auf den Titel, als nämlich Gitarrist David Zackrisson bekannte, dass die vorzeitlichen Riesen seine Lieblingstiere seien.

Gar nicht überholt oder gar ausgestorben und auch alles andere als eisig ist die Musik auf dem neuen Opus von Rikard Sjöblom und Co. Feinster Retro-Prog, der seine Wurzeln in den 70ern hat und bei dem neben den klassischen Progeinflüssen auch die für BEARDFISH typischen zappaesken Verzierungen und crimsonesken Ausschmückungen nicht fehlen dürfen. Das alles klingt warm und ausgewogen und zu jeder Sekunde unverwechselbar nach BEARDFISH – keine andere zeitgenössische Progband hat in so kurzer Zeit ihre ureigenen Trademarks etabliert. Auch wenn die Härtestellschrauben gelegentlich etwas angezogen wurden (The Platform oder das doomige Green Waves) wirken BEARDFISH auch wenn sie rocken immer noch irgendwie locker und entspannt. Auch der unnachahmliche Gesang von Sjöblom fügt sich da perfekt ein, indem er eben nicht immer perfekt zu sein scheint und komplettiert diesen Eindruck verspielter Virtuosität.

Und natürlich hat man auch wieder Mut für Experimente: In dem herrlich psychedelischen Monument And The Stone Said: If I Could Speak (genialer Songtitel übrigens) taucht unvermittelt ein swingendes Saxofon auf, man gibt sich auch einmal folkig-einfach (Tightrope) oder puristisch nur mit Piano (Outside/Inside). Neben einer Hommage an die heimische Jazzszene der 60er Jahre (Akakabotu) gibt es als Rausschmeißer nochmals eine richtig schimmernden Retro-Prog-Edelstein – in dem sich eigentlich gleich zwei Songs verbergen (Without Saying Anything feat. Ventriloquist).

Vielleicht ist dieses Album kein Werk von mammutartigen Ausmassen geworden, aber mit ihrer Lockerheit, Vielseitigkeit und Verspieltheit stecken BEARDFISH unzählige ihrer Genrekollegen in die Tasche und machen, was bei Retro-Prog nicht selbstverständlich ist, so richtig Spaß und gute Laune. Es macht einfach unendlich Lust, in den Klangkosmos von BEARDFISH einzutauchen und auf Schatzsuche zu gehen – jede Menge funkelnder Perlen finden sich garantiert bei jedem Hördurchgang.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 21.03.2011