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The Singer
Art Garfunkel
The Singer, Sony Music, 2012
Art GarfunkelVocals
Paul SimonGuitar, Vocals
Jimmy WebbPiano
Maja Sharp and Buddy MondlockVocals on Perfect Moment and The Thread
James TaylorVocals on Crying In The Rain and (What A) Wonderful World
Nicky HopkinsPiano
Russel KunkelDrums, Percussion
Leland SklarBass
Dean ParksElectric Guitar
Linda TaylorElectric and Acoustic Guitar
Matt RollingsPiano
Vanessa Freebarin-SmithCello
Leah KunkelBackground Vocals
Maja SharpSaxophone
David Crosby, Graham NashVocals on Breakaway
Billy PaynePiano
Kenny RankinVocals
Bruce JohnstonPiano on Disney Girls
Eric WeissbergVocals on O come All Ye Faithfull
Michael BreckerTeno Sax on A Heart In New York and When A Man Loves A Woman
Jeremy SteigFlute on When A Man Loves A Woman
Produziert von: Vic Anesini Länge: 121 Min 23 Sek Medium: CD
Disc One:
01. Bridge Over Troubled Water10. Two Sleepy People
02. All I Know11. Skywriter
03. Perfect Moment12. Scarborough Fair/Canticle
04. For Emily, Whenever I May Find Her13. Some Enchanted Evening
05. Crying In The Rain14. The Promise
06. I Only Have Eyes For You15. The Thread
07. 99 Miles From L.A.16. Lena
08. (What A) Wonderful World17. Barbara Allen
09. Bright Eyes
Disc Two:
01. Kathy's Song10. Disney Girls
02. Long Way Home11. My Little Town
03. Scissors Cut12. O Come All Ye Faithful
04. The Sound Of Silence13. A Heart In New York
05. Breakaway14. I've Grown Accustomed To Her Face
06. So Long, Frank Lloyd Wright15. April Come She Will
07. Waters Of March16. When A Man Loves A Woman
08. The Decree17. In Cars
09. I Wonder Why

Ja, ich weiß, der Singer ist es und nicht der Song. Millionenfach wurde das schon zitiert und das ist nur eine vorsichtige Schätzung. Aber es gehört natürlich auch das richtige Material dazu, damit der Singer richtig abheben kann. Dazu muss man kein großer Songwriter sein, denn auch ein herausragender Interpret kann es zu etwas bringen. Man denke nur an Joe Cocker, der selbst nichts Vernünftiges geschrieben hat, aber den Songs von anderen manche Frischzellen-Injektion verpasst hat und in ungeahnte Höhen katapultiert.
Ähnlich hat es Art Garfunkel mit manchem Song aus der Feder seines Kollegen Paul Simon gemacht. Jedenfalls war nicht vorherzusehen, in welche Sphären Bridge Over Troubled Water aufsteigen würde und zu verdanken war das zum größten Teil der Engelsstimme von Garfunkel.
Die Hassliebe von SIMON & GARFUNKEL konnte selten lange halten und so blieb in der Karriere von Artie auch eine Menge Zeit für Solo-Scheiben. Ein gutes Dutzend ist es mittlerweile an der Zahl und mit "The Singer" erscheint nun erstmals ein Karriereüberblick, den Art Garfunkel maßgeblich mitgestaltet hat. Das geht bis zu den Kommentaren zu jedem einzelnen Song, wobei er öfter ins Dichten gerät und nicht alles so leicht zu durchschauen ist.

Mit seiner Musik hat man es da im Allgemeinen schon einfacher. Neben doch einem ganzen Schwung aus der Duett-Zeit mit Paul Simon finden sich natürlich solche Solo-Hits wie Bright Eyes, unter der Regie von Mike Batt, oder gar wundervolle Zusammentreffen mit Kollegen wie James Taylor (zu dessen Songs sich Art - laut eigener Aussage - vor Konzerten aufwärmt) beim Evergreen Crying In The Rain. Ja, da kommen einem schon fast die Tränen, wenn zwei solche Stimmen verschmelzen.
Das geht's öfters auch mal recht soft zu, aber wenn Garfunkel zusammen mit Paul Simon und Taylor Sam Cookes (What A) Wonderful World trällert, entsteht tatsächlich etwas richtig Tolles. Die Version von Garfunkels "Watermark" kannte ich bisher nicht.
Klar, in Songs wie Two Sleepy People wirdís schon arg Crooner-mäßig. Tony Bennett lässt grüßen.
Mit I Only Have Eyes For You kann man bestimmt manche Dame bezirzen, muss sich aber schon etwas ins Zeug legen, damit einem die Auserwählte nicht wegdämmert. 99 Miles From L.A. hat hingegen schon fast etwas Meditatives.
Von den Solosachen gefällt mir ansonsten Skywriter ziemlich gut. Es dient Garfunkels Stimme, wenn er nur zum Piano singt, ganz offensichtlich. Wobei auch der leicht angejazzte Folk-Song The Thread anspricht.
Gemeinhin gefällt er mir trotzdem in den Simon & Garfunkel Stücken am besten. Lieder wie Scarborough Fair/Canticle strahlen einfach vor unglaublicher Schönheit.

So beginnt Disc Nr. 2 auch sinnvollerweise mit Kathy's Song. Allerdings in der Spätversion vom Live-Album "Old Friends".
Im bisher unveröffentlichten Long Way Home wirdís direkt vergleichsweise roots-rockig, was sich aber mit den folgenden Songs bereits relativiert. Zweifelsfrei eine schöne Angelegenheit ist die Zusammenkunft mit David Crosby und Graham Nash in Breakaway mit seinem schönen West-Coast-Stil. Auch My Little Town kommt gut und mit schönem Drive. A Heart In New York, Gallagher & Lyles Hymne an den Big Apple, ist ein weiterer Höhepunkt. Man muss sich im Klaren sein, dass ein Großteil hier sehr ruhig und relaxt abläuft. Wer damit klar kommt und sich mehr entspannt zurücklehnen, vielleicht gedankenverloren aus dem Fenster blicken und sich von süßlichen Klängen verzaubern lassen mag, der darf Art Garfunkels Retrospektive ruhig in Erwägung ziehen. Wer ein bisschen mehr Pep braucht, hält sich lieber an seinen Kollegen Simon bzw. deren gemeinsame Scheiben.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 03.09.2012