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For The Demented
Annihilator
For The Demented, Silver Lining Music, 2017
Jeff WatersGesang, Gitarre, Bass & Schlagzeug-Programmierung
Aaron HommaGitarre & Gesang
Gastmusiker
Dan BeehlerGesang
Produziert von: Jeff Waters Länge: 48 Min 13 Sek Medium: CD
01. Twisted Lobotomy06. Phantom Asylum
02. One To Kill07. Altering The Altar
03. For The Demented08. The Way
04. Pieces Of You09. Dark
05. The Demon You Know10. Not All There

Der Kanadier Jeff Waters hat sich und seine Band ANNIHILATOR durch so manchen schweren Sturm manövriert und ist am Ende dabei zumeist sogar gestärkt aus der Sache hervorgegangen. Der jüngste Tiefschlag war für Waters ja der Ausstieg von Sänger und Zweit-Gitarrist Dave Padden kurz vor den Aufnahmen zum bislang jüngsten ANNIHILATOR-Studiowerk, “Suicide Society“. Und da Waters ja ohnehin so gut wie alle Texte und Melodien für die Band schrieb, übernahm er zum zweiten Mal den Posten am Gesangsmikrofon. Im Rahmen der DVD-Veröffentlichung “Triple Threat“ gab er jedoch zu, dass er erst einmal wieder Gesangsunterricht nötig hatte. Diesen scheint er auch in der Zwischenzeit weiter genutzt zu haben, denn der erste Eindruck, der sich beim Genuss von “For The Demented“ ergibt, ist der eines unglaublich starken Gesanges von Meister Waters.

Aber wenn sich die Überraschung über die starke Stimme etwas gelegt hat, dann fallen sie einem wieder sofort auf, diese starken, zum Teil sehr technischen Riffs, die ANNIHILATOR-Werke schon seit der Veröffentlichung von “Alice In Hell“ im Jahr 1989 ausmachen. Man höre dazu nur einmal den Opener Twisted Lobotomy oder The Demon You Know und überlege sich dann, wann MEGADETH (die das ja in ihren besten Zeiten bis Mitte der 1990er Jahre auch so trefflich beherrschten) das letzte Mal so begeisternd klangen? Oder wann METALLICA das letzte Mal mit so viel hörbarer Leidenschaft und gleichzeitig so einem Gefühl für packende Melodien musiziert haben? Und eine solche Gänsehaut-Halb-Ballade wie Pieces Of You hat man von Hetfield, Ulrich & Co. auch schon seit One (und das stammt ja auch schon von “… And Justice For All”) nicht mehr gehört.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Bands des Genres hat sich Jeff Waters niemals musikalisch limitieren lassen. Und so auch dieses Mal nicht. Denn ein Stück wie The Way klingt doch eher nach dem punkigen Hard Rock etwa von DANKO JONES als nach typischem ANNIHILATOR-Stoff. Aber auch hier gelingt es Waters das Stück so klingen zu lassen, dass es zum Stil der Band passt. Aber die primären Knaller des Albums sind eben die härteren Kracher wie die oben angesprochenen, der Titeltrack, Phantom Asylum oder auch One To Kill und Altering The Altar. Eingespielt wurde das komplette Album – einmal abgesehen von einigen Soli – von Waters alleine. Auch das eine beeindruckende Leistung.

Beeindruckend ist dabei eben auch das Ergebnis: ANNIHILATOR haben mit “For The Demented“ eines ihrer besten Alben seit etlichen Jahren vorgelegt. Technisch anspruchsvoller Thrash Metal mit starken Songs, tollen Soli und einem überraschend starken Gesang. So angenehm hatte ich Waters Stimme aus der Vergangenheit gar nicht im Ohr. Da haben sich die Gesangsstunden doch offenbar sehr bezahlt gemacht. Denn gerade auch der Gesang sorgt dafür, dass die Lieder schnell im Ohr hängen bleiben, auch wenn die Riffs wieder teilweise recht komplex sind. Thrash-Fans werden an diesem Werk sicherlich ihre Freude haben.

Marc Langels, (Artikelliste), 31.10.2017