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Paranormal
Alice Cooper
Paranormal, earMusic, 2017
Alice CooperVocals
Tommy DenanderGuitars
Tommy HenriksenGuitars, Backing Vocals
Jimmy Lee SloasBass
Larry MullenDrums
Bob EzrinKeyboards
Special Guests:
Michael BruceGuitar (C3, D1, D2)
Dennis DunawayBass (A3, C3, D1, D2, D3)
Neal SmithDrums (C3, D1, D2)
Guests:
Roger GloverBass (A1)
Billy GibbonsGuitar (B2)
Nick DidkovskyGuitar
Parker GispertGuitar, Bacling Vocals
Steve HunterGuitars
Jeremy RubolinoHorns
Demi DemareeBacking Vocals
u. a.
Bonus CD Credits:
Chuck GarricBass, Backing Vocals
Glen SobelDrums
Ryan RoxieGuitars, Backing Vocals
Tommy HenriksenGuitars, Backing Vocals
Nita StraussGuitars, Backing Vocals
Produziert von: Bob Ezrin Länge: 67 Min 22 Sek Medium: LP & CD
LP1:
A1. ParanormalB1. Paranoiac Personality
A2. Dead FliesB2. Fallen In Love
A3. FireballB3. Dynamite Road
LP2:
C1. Private Public BreakdownD1. You And All Of Your Friends
C2. Holy WaterD2. Genuine American Girl
C3. RatsD3. The Sound Of A
Bonus CD:[26:03]
01. No More Mr. Nice Guy04. Feed My Frankenstein
02. Under My Wheels05. Only Women Bleed
03. Billion Dollar Babies06. Schools Out

Logo Alice Cooper

Die altbewährten Schockelemente seiner außergewöhnlichen Bühnenshow, sein abgedrehtes Äußeres, das in den Siebzigern für Furore sorgte, können heutzutage kaum noch jemanden irritieren. Dennoch bleibt Alice Coopers Elan in Sachen Schaffensdrang ungebrochen. Sein Wille, gute Rocksongs zu schreiben treibt ihn nach wie vor an. Natürlich lebt Coop immer noch von seinen Frühsiebziger Großtaten, seinen veritablen Chart-Hits und tollen Rock-Alben und von seiner ständigen Leicht-neben-der Spur-Attitüde.

Nicht umsonst titelt sein neues Album "Paranormal". Alice Cooper kann offenbar gar nicht anders. "Ich habe stets geschaut was normal ist und trat dann einen Schritt zur Seite. So bekommt man die Aufmerksamkeit der Leute".
Ganz so spektakulär geht der sogenannte Schock-Rocker 2017 zwar nicht mehr zu Werke, doch "Paranormal" enthält immerhin eine gute Handvoll drahtiger, rifflastiger und mitreissender Rocksongs. Ein Rezept, dass neben aller optischen Relevanz des inzwischen 69-jährigen Künstlers, seine Fans überzeugen dürfte. Insbesondere die ersten 5 Tracks des neuen Albums hauen voll rein. Reinrassige Hard-Rock Songs mit fetten, lauten Gitarren, ein paar kleinen prickelnden harmonischen Wendungen und Coops nimmermüdem aggressiven Gesang.

Star-Produzent Bob Ezrin, ein echtes, wandlungsfähiges Urgestein der Szene, der zuletzt auch DEEP PURPLE bei ihrem "Infinite" Album betreute, bastelt mit seinen Sound-Engineers einen nicht allzu polierten, satten, echten und druckvollen Sound. Dazu sorgen ein paar klangvolle Namen auf der Gästeliste für freudige Aha-Effekte. Billy Gibbons' (ZZ TOP) schmieriger Gitarre hört man doch immer gerne zu, Larry Mullen (U2) trommelt schließlich auch nicht für jedermann und Roger Glovers (DEEP PURPLE) Bass wird immer gern genommen.

Im Grunde überzeugen dann gegen Ende des Albums die beiden Nummern, die Alice mit der Urbesetzung seiner alten Siebziger-Jahre Truppe aufgenommen hat, am wenigsten. Genuine American Girl und You And All Of Your Friends klingen wenig erfindungsreich und wirken im Vergleich zu den feurigen ersten 5 Songs des Albums ein wenig fad und uninspiriert.

Am Ende überwiegt jedoch die Freude, dass der olle Coop es mit fast 70 immer noch schafft, mehr als eine Handvoll guter und respektabler Rock-Songs zu kreieren, die zeigen, dass für einen waschechten Rockstar Vorruhestand oder Rente kein Thema sind. Und wer sich auf so einen handfesten Back-Katalog wie Alice Cooper verlassen kann, darf ohne rot zu werden auch zum wiederholten Male unvergängliche Klassiker wie No More Mr Nice Guy, School's Out, Billion Dollar Babies, Feed My Frankenstein, Under My Wheels und Only Women Bleed im aktuellen Live-Gewand als Bonus-Schmankerl hinten dran hängen. Das schockt heutzutage absolut niemanden mehr, doch immerhin findet gut gemachtes Rock-Handwerk noch seinen Platz in dieser schnelllebigen Glamour-Welt.

Frank Ipach, (Artikelliste), 23.07.2017

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Nach DEEP PURPLEs kürzlich erschienen "Infinite" Album haben sich Produzent Bob Ezrin und Label earMusic offenbar gleich der nächsten 70's Hard Rock Legende angenommen und im gleichen Studio in Nashville Alice Coopers siebenundzwanzigstes Studioalbum eingeklöppelt.
Roger Glover hatte scheinbar seine Garderobe noch nicht aufgeräumt und wurde deshalb umgehend zu Studioarbeit verpflichtet, zu hören auf dem Opener und Titelsong. Auf "Paranormal" begibt sich Dr. Cooper einmal mehr zurück zu seinen Wurzeln, und diesmal sogar unter tatkräftiger Mithilfe der original ALICE COOPER BAND mit der er drei komplette Songs geschrieben und aufgenommen hat, Dennis Dunaway hat sogar zumindest als Musiker an weiteren Tracks mitgewirkt.

Die Zusammenarbeit der lange zerstrittenen alten Weggefährten Dennis Dunaway, Neal Smith und Michael Bruce ist natürlich der große Aufhänger, aber wie viel Anteil sie tatsächlich am Entstehungsprozess der Songs hatten bleibt diffus, denn auch hier sind weitere Musiker beteiligt.
Dazu werden zwei der Songs auf die Bonus Disk verbannt, nur auf der Vinyl Edition gehören sie zur normalen Tracklist, die dadurch gegenüber der CD eine leicht geänderte Reihenfolge beinhaltet.

Die Songs an sich erinnern wenig überraschend hier und da etwas an "Infinite" und wenn die Produktion ähnlich abgelaufen ist, weiß man auch wieso und welchen Einfluss Bob Ezrin darauf genommen hat, bei einigen Songs spielt er sogar ein wenig Hammond Orgel. Vielleicht hat er ja sogar einige nicht verwendete Ideen verarbeitet, wer weiß.
Allerdings ist "Paranormal" größtenteils härter und hat natürlich das typische Cooper Flair, was auch daran liegt, dass man manche Songs bereits zu kennen glaubt, aber bei sich selbst zu klauen ist ja nicht verboten. Ein bisschen Desert Rock mit Unterstützung von ZZ TOPs Billy Gibbons ist auch dabei, etwas Psychedelic und Prog ala PINK FLOYD (The Sound Of A) sowie ein, zwei Bläserarrangements. Letzteres kann man mögen, muss man aber nicht.

Dem Album liegt eine Bonus CD mit sechs Live Klassikern bei, die am 06.05.2016 in Columbus, Ohio aufgenommen wurden und das hat einen guten Grund, denn die Spielzeit der zehn Basistracks ist mit fünfunddreißig Minuten doch recht kurz. Zusammen mit den zwei Bonus Tracks kommt man gerade mal auf einundvierzig Minuten, weswegen man dann die zwölf Songs auf zwei LP-Seiten verteilen muss, ist nicht ganz nachvollziehbar.
Wie bei "Infinite" muss man jetzt alle zehn Minuten und drei Songs die Platten umdrehen, bekommt dafür aber auch ein schönes Klappcover mit bedruckten Innenhüllen sowie der besagten Bonus-CD im Pappschuber. Trotzdem benötigt man zum Lesen der Texte und der Credits teilweise eine Lupe, das hätte man durchaus besser lösen können.

Das Album erscheint am 28.Juli 2017 als 2CD Digipak, 2LP, Limited Boxset und Digital. Im August und November wird Alice Cooper zu einer kleinen Promotiontour durch Deutschland reisen, mal sehen, wie viel er von "Paranormal" dabei im Gepäck hat.

Ralf Frank, (Artikelliste), 23.07.2017

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Alice Cooper versucht wieder einmal sich stilmäßig auf seine Hochphase Anfang der Siebziger zurück zu besinnen. Das ist wahrlich nicht neu, ging aber bei seinen früheren Versuchen zwischen 2003 und 2008 entsetzlich ins Beinkleid und bescherte uns mit "The Eyes Of Alice Cooper", "Dirty Diamonds" und "Along Came A Spider" drei uninspirierte, belanglose, ja regelrecht unwürdige Scheiben.

Und 2017? Auf einmal funktioniert es! Ein Geheimnis des Erfolges ist, dass Cooper nicht erneut krampfhaft versucht angestaubten Seventies-Sound zwischen mit Gerümpel vollgestopfter Garage und verwahrlostem Hinterhof zu reanimieren, sondern auf eine Produktion setzt, die zwar unüberhörbar von Vintageklängen inspiriert ist, aber genug Punch hat, um heutigen Hörgewohnheiten zu genügen. Außerdem ist das Songwriting einfach weitaus gelungener, wie zum Ende der ersten Dekade unseres Jahrtausends. Selbst die schwächste Nummer auf "Paranormal" ist mindestens zwei Klassen besser, wie die spärlichen Höhepunkte der drei bereits erwähnten Schandflecke in Coopers Discographie.

"Paranormal" bietet so manches Deja ecoute. Vieles erinnert an Neuauflagen von Billion Dollar Babies oder Under My Wheels. Immer wieder schimmert ruppiger Proto-Metal durch, der an MC5 oder die frühen BLUE ÖYSTER CULT erinnert. Die Songs sind kurz, knackig, kommen zackig auf den Punkt und setzen sich schnell in den Gehörgängen fest. Es fehlt im Gegensatz zum letzten Album zwar eine Übernummer wie I Am Made Of You, aber dafür gibt es einen ganzen Schwung Semi-Hits. Alles in allem ist dem Altmeister ein gelungenes Spätwerk und eine angenehme Überraschung geglückt.

Martin Schneider, (Artikelliste), 05.08.2017