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Up All Night
Albert Castiglia
Up All Night, Ruf Records, 2017
Albert CastigliaGuitar & Lead Vocals
Mike ZitoGuitar & Vocals
Jimmy PritchardBass
Brian MenendezDrums
Lewis StephensKeyboards
Sonny LandrethSlide Guitar on 95 South
Johnny SansoneHarmonica
Produziert von: Mike Zito Länge: 45 Min 13 Sek Medium: CD
01. Hoodoo On Me07. Woman Don't Lie
02. I Been Up All Night08. Unhappy House Of Blues
03. Three Legged Dog09. Delilah
04. 95 South10. Chase Her Around The House
05. Knocked Down Loaded11. You Got Me To That Place
06. Quit Your Bitching

Da haben sich Zwei gefunden! Oder muss man sagen “Drei“? Wenn man die Plattenfirma Ruf Records noch hinzuzählt.
Wie man’s nimmt, aber auf jeden Fall sind Albert Castiglia und Mike Zito ein wunderbar funktionierendes Gespann. Das haben sie auf Castiglias letztem Album, ”Big Dog” bewiesen und das unterstreichen sie hier noch mehr.
Ziemlich erledigt liegt Castiglia auf dem Cover auf der Couch, die Gitarre noch halb im Arm. Ja, die Typen waren, ganz dem Albumtitel gemäß, wohl die ganze Nacht auf und haben einen wahren Parforceritt hingelegt.
Das geht mit Hoodoo On Me gleich schmissig los. Erinnert im Intro etwas an alten, klassischen Hard Rock und geht dann umgehend in einen treibenden Blues Rock über. Von Beginn brennt hier die Luft. Alberts Stimme transportiert den Geist der großen Blues-Sänger und die Instrumentalabteilung kocht langsam aber beständig immer heißer. Was sich in einigen feurigen Gitarrensoli entlädt. Na, da geht’s ja gleich gut zur Sache.

Und im Titelsong wird zwar das Tempo etwas gedrosselt, nicht aber die Intensität. Die richtige Nummer zum Mitgrooven. Klassische Blues-Licks, abgefahrene Wah-Wah-Soli, derber Sound – so muss das klingen. Und wer’s etwas funky braucht, um in die Gänge zu kommen, dem wird von dem Three Legged Dog Beine gemacht. Da lässt sich Albert Castiglia sogar zu einem Rap-Gesang hinreißen, was zu diesem Blues-Background sogar ziemlich gut passt. Auch hier natürlich großzügiger Soli-Bereich.
Aufgenommen wurde wieder in den Dockside Studios in Louisiana und da Zito mit Sonny Landreth gut bekannt ist, war es wohl keine große Sache, dass dieser für 95 South im Studio vorbei schaute. Für mich schon, denn der Louisiana-Zydeco-Slide-King würzt den Song mit seinem überragenden Slide-Spiel dermaßen, dass die Scheibe hier schon auf meinem persönlichen Höhepunkt angelangt ist.
Deswegen schaltet man noch lange nicht ab, denn hier ist noch Einiges geboten.

Das intensive Knocked Down Loaded etwa. Erinnert mich direkt etwas an den großen Lee Brilleaux (DR. FEELGOOD). Quit Your Bitching wandert dann wieder in den Spuren der großen Blues-Künstler. Ein Slow-Blues, mit typischem Thema, gefühlvoll und doch dynamisch gespielt. Dynamisch kommt auch Woman Don’t Lie. Die Lead-Gitarre schneidet sich wohldosiert durch die Stirn und der Rhythmus lässt einen nicht still sitzen. Dazu und immer wieder die raue, druckvolle Stimme Castiglias, die einen permanent auffordert: Los, beweg deinen Arsch, die Party läuft!
Mit Unhappy House Of The Blues folgt wieder ein traditioneller Stampf-Blues, wie man ihn etwa von John Lee Hooker gern geboten bekam. Klasse hier Johnny Sasnone an der Blues Harp.
Zum locker-flockigen Road-Hit-Song der Scheibe könnte Delilah mutieren. Auch hier wieder tolle Harp und ein straight ins Ohr gehender Sound. Der richtige Song für den morgendlichen Weg nach Hause. Wo es dann heißt: Chase Her Around The House. Na, wie es dabei abgeht, könnt ihr euch vorstellen. SRV hätte hier seine Freude daran gehabt.
Zum Feierabend hin, greift man sich dann doch die Akustischen und bringt die Scheibe mittels eines Akustik-Blueses nach Hause. So haben die meisten Partys – zumindest früher – geendet. Und man wusste, dass es wieder eine geile Fete war. Auf dem Sofa, die Gitarre halb im Arm…. das kann man sich mit Albert Castiglias neuem Album jetzt auch unter der Woche gönnen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 03.11.2017