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Opus
Al Di Meola
Opus, earMusic, 2018
Al Di MeolaElectric & Acoustic Guitars, Bass, Percussion
Richie MoralesDrums
Kemuel RoigPiano, Keyboards
Rhani KrijaPercussion
Dario EskenaziOrchestration
Produziert von: Al Di Meola Länge: 55 Min 34 Sek Medium: CD
01. Milonga Noctiva07. Escapado
02. Broken Heart08. Pomp
03. Ava's Dream Sequence Lullaby09. Left Unsaid
04. Cerreto Sannita10. Insieme
05. Notorious11. Rebels
06. Frozen In Time

Al Di Meola, ein umtriebiger Zeitgenosse und Gitarrist, der aus der musikalischen Szenerie gar nicht wegzudenken ist, veröffentlicht mit "Opus" ein ambitioniertes neues Werk. Seit den mittleren Siebziger Jahren, als er von Jazzer Chick Corea entdeckt und gefördert wurde (RETURN TO FOREVER - "Romantic Warrior"), seinen glänzenden frühen Soloalben und der weltweit für Furore sorgenden Trio-Hochzeit zwischen ihm und Paco de Lucia und John McLaughlin ("Friday Night In San Francisco",1981) erfreut sich der Italo-Amerikaner, der sich seitdem künstlerisch anspruchsvoll und erfolgreich in Szene setzt, ungebrochener Beliebtheit.

Ein vor Glück strahlender Al Di Meola plaudert aus dem Nähkästchen: "Mit 'Opus' wollte ich mein Komponieren weiterentwickeln, weil ich finde, dass die Evolution dieses Teils meiner Persona mich mehr zum Komponisten/Gitarristen als Gitarristen/Komponisten macht. Trotzdem markiert dieses Album eine neue Ära meines Lebens. Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich Musik geschrieben, während ich glücklich war. Ich habe eine wundervolle Beziehung, ich habe eine kleine Tochter und eine wunderbare Familie, die mich jeden Tag inspiriert. Ich glaube das hört man in der Musik."

In der Tat, das neue Di Meola strahlt jede Menge positive Energie ab. Das größtenteils akustisch gehaltene "Opus" klingt absolut erwachsen und sehr reif, nimmt sich häufig klassischer Strömungen (Milonga Noctiva) an, groovt hie und da mit jazzrockigen Ambitionen (Notorious) kokettiert wie gewohnt auch mit lebendigen Folklore Anteilen (Cerreto Sannita) und tanzt den Tango mit stolzgeschwellter Grandezza (Escapado).

Di Meola spielt zumeist seine Conde Hermanos Nylon String Gitarre, greift hin und wieder zu seiner elektrifizierten Paul Reed Smith und zaubert beim wunderschönen Frozen In Time einige glanzvolle Momente auf seiner Steel String Guitar, während ihn ab und an der Pianist Kemuel Roig einfühlsam begleitet und Schlagzeuger Richie Morales oder der Percussionist Rani Krija für rhythmische Extravaganzen sorgen. Wobei zu beachten ist, dass manche Percussion-Parts, speziell die von Di Meola selbst eingespielten, offenbar programmiert aus der Retorte kommen und deswegen auch ein wenig steif und nicht gerade elegant klingen.

Ansonsten bleibt der Gesamtcharakter des Albums eher ruhig und beruhigend, besonnen, träumerisch, bisweilen melancholisch und bietet geradezu herrliche Momente für die persönliche Entschleunigung und fast vollendeten harmonischen Genuss an.

Frank Ipach, (Artikelliste), 23.02.2018