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The Colony Slain
Age Of Taurus
The Colony Slain, Rise Above Reords, 2018
Toby WrightGesang & Gitarre
Darius ClaydonSchlagzeug
Daniel KnightGitarre
Leo SmeeBass
Produziert von: Jaime Gomez Arellano Länge: 53 Min 46 Sek Medium: CD
01. From The Hills To The Halls07. For Treason We Rise
02. Taken To The Tower08. The Walls Have Ears
03. The Trial Of Blackwynn Chaise09. To Seal A Mountain
04. In Dreams We Die10. As Ice, Into Blood
05. The Lost Garrison11. The Colony Slain
06. Beyond The Westward Path

Bei der Gründung im Jahr 2009 waren AGE OF TAURUS eine „Ein-Mann-Mission“, gegründet von Sänger und Gitarrist Toby Wright. Musikalisch beeinflusst von Bands wie CANDLEMASS oder TROUBLE ging es dem britischen Wahl-Norweger zuerst einmal nur darum, als Studio-Projekt, seine Vision umzusetzen. Und diese dreht sich um das so genannte Teureanische Imperium, ein verfallenes und weiter verfallendes Land, in dem Krieg, Korruption und Krankheiten herrschen. Schon die Debüt-EP von AGE OF TAURUS sorgte für Aufsehen im Underground. Auch das Debüt, “Desperate Souls Of Tortured Times“, bekam im Jahr 2013 gute Kritiken. Nach fünf Jahren Vorbereitung liegt nun das zweite komplette Werk in Form von “The Colony Slain“ vor. Darauf wird die Fantasy-Geschichte weitergesponnen, die schon auf den vorherigen Veröffentlichungen in Grundzügen entworfen wurde. Ein triste Dystopie, die ein wenig an Game Of Thrones erinnert.

Musikalisch geht es nicht – wie sonst zumeist bei Rise Above Records – doomig zu, sondern klassisch-metallisch im Stil der New Wave of British Heavy Metal und solcher Bands wie ANGEL WITCH, DIAMOND HEAD oder aber auch MANILLA ROAD. Dafür hat sich Wright dieses Mal auch eine richtige Band zusammengestellt, was man – wie ich finde – auch hören kann. Nicht, dass das Debüt in irgendeiner Form schlecht gewesen wäre, aber die Musik klingt hier ein wenig organischer, zusammengehöriger und auch atmosphärischer. Musikalische Finessen werden hier nicht geboten, etwa in Form von ausufernden Soli oder sehr langen Instrumental-Parts. Das haben die Lieder auch gar nicht nötig, denn die Geschichte wird in den Lyrics erzählt, die Musik sorgt für die Grundstimmung und den nötigen Drive.

Die Schwäche von AGE OF TAURUS liegt ganz eindeutig im Gesang. Wright hat weder den Stimmumfang noch das benötigte Charisma, um die Geschichte vom Kampf Gut gegen Böse oder geschweige denn die verschiedenen Personen der Handlung im Vortrag charakteristisch voneinander abzusetzen und damit die Geschichte etwas verfolgbarer zu machen. Das würde dann funktionieren, wenn er sich einzig und alleine auf die Rolle von „Thrull, dem Erzähler“ beschränken würde. Aber für „Tauron, den Unterdrücker“ sowie den Aufständischen „Blackwynn Chaise“ bräuchte es mehr Ausdruck und Persönlichkeit in seiner Stimme, um die an sich ja spannende Geschichte überzeugend rüber zu bringen.

Das ist insofern schade, weil es ein ansonsten sehr gelungenes Album wirklich ein ganzes Stück wieder runterzieht. Vielleicht sollte Wright, nachdem er nun ja bereits aus dem Projekt eine echte Band gemacht hat, auch darüber nachdenken, einen Vollzeit-Sänger hinzuzufügen. Teile der Gesangs könnte er ja weiterhin übernehmen. Aber ich fürchte, dass AGE OF TAURUS so kaum allzu große Aufmerksamkeit zuteil werden wird. Was angesichts der Songs wirklich schade ist. Denn in dem Album steckt sehr großes Potenzial.

Marc Langels, (Artikelliste), 12.06.2018