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Live At River Plate
AC/DC
Live At River Plate, Sony Music, 2011
Angus YoungLead Guitar
Malcolm YoungRhythm Guitar
Brian JohnsonVocals
Cliff WilliamsBass
Phil RuddDrums
Produziert von: Rocky Oldham & Dione Orrom Länge: 140 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Rock'n'Roll Train11. Shoot To Thrill
02. Hell Ain't A Bad Place To Be12. War Machine
03. Back In Black13. Dog Eat Dog
04. Big Jack14. You Shook Me All Night Long
05. Dirty Deeds Done Dirt Cheap15. T.N.T.
06. Shot Down In Flames16. Whole Lotta Rosie
07. Thunderstruck17. Let There Be Rock
08. Black Ice18. Highway To Hell
09. The Jack19. For Those About To Rock
10. Hells Bells
Bonus Features:
The Fan, The Roadie, The Guitar Tech & The Meat
AC/DC Tour Animation (Show Opening Animation)

Eine weitere AC/DC-DVD kam unlängst heraus und nach der Neuauflage von "No Bull" und dem Circus Krone Mitschnitt wird einem dadurch ein weiteres Konzert für die heimischen vier Wände geliefert. Ersetzen kann das - wie bei vielen Live-Aufnahmen - ein echtes Konzerterlebnis nicht. Bei AC/DC schon gleich gar nicht. Es sei denn, man packt sein Wohnzimmer rappelvoll mit Freunden und gleich Gesinnten, dreht die Anlage auf Killer-Lautstärke und hüpft 2 ˝ Stunden auf und ab.
Dann hat man nur eine vage Vorstellung von dem, was bei dieser DVD abgeht. Bereits die Stones wussten auf ihrer "The Biggest Bang" den Ausnahmezustand bei Konzerten in Argentinien zu preisen und AC/DC geht es nicht viel anders. Entsprechend stammen diese Aufnahmen von drei Konzerten im River Plate Stadion in Buenos Aires. 200.000 Fans waren in diesen drei Tagen vor Ort und feierten die Rückkehr der Band die 13 Jahre schon nicht mehr im Lande war.
Entsprechend crazy sind die Argentinier - und ein paar "Auswärtige" - drauf. Man schaut sich am besten zuerst das "Bonus Feature" an, denn da bekommt man die außergewöhnliche Stimmung im Vorfeld der Konzerte mit und kann sich zusammen mit den Fans reinsteigern. Die "Tour Animation" liefert dann noch den Einstieg und ab geht’s in die erste Reihe.
Oder auf die Bühne, oder über das Stadion ... die Kameras nehmen einen überall mit hin.

Vor den obligatorischen Marshall-Wänden liefern AC/DC ihre gewohnte Qualität, aber zusätzlich angestachelt, durch eine kollektiv tobende Menge. Wo anderswo die ersten Reihen mitgehen, hüpft, schreit, rockt hier das komplette Stadion!
Entsprechend aufgedreht ist Angus Young, der wie immer den "Front-Kasper" gibt. Seine Kollegen der Rhythmusabteilung behaupten ihre zugeordneten Plätze und Cliff und Malcolm machen nur die üblichen paar Schritte nach vorn, wenn sie mal im Refrain gefordert sind. Mit Singen ist bei Drummer Phil Rudd nichts drin, denn der qualmt mal locker eine Schachtel Zigaretten während des Konzertes und der Ausdruck "Dampfmaschine" passt wohl auf Keinen besser. Was der dabei noch unablässig schiebt und präzise wie ein Uhrwerk die "Jungs" vorantreibt, ist so geil wie beachtlich.
Brian Johnson hält sich gleichfalls noch beachtlich und auch wenn er nicht mehr ganz die Power von vor etlichen Jahren hat, ist er doch - zusammen mit Angus - der Mittelpunkt der Show und ein Sympathieträger erster Klasse. Fast unablässig stachelt und feuert er da Publikum an und bereitwillig unterstützt ihn dieses bei den Strophen wie im Refrain.
Der alternden Stimme ist wohl geschuldet, dass mittlerweile die Instrumente einen Halbton tiefer gestimmt werden, was aber nur den Wenigsten auffallen dürfte und den Songs selten etwas nimmt.
Konzentriert und begeistert ist man ohnehin vor der Show. Von der Bühne reicht ein ewig langer Laufsteg in die Mitte des Stadions und besonders Angus nutzt den gern als "Startrampe" für seine Solo-Ausflüge. In der Mitte dieser Bühne wird es sogar für sein Markenzeichen-Solo nochmals in die Höhe geliftet, sodass ihn alle Fans beim rotierten - wie in alten Zeiten auf dem Boden liegend - sehen können. Insgesamt ist mir das Solo etwas zu lange, aber der Rest der Band kann die Verschnaufpause wohl gebrauchen.

Die Setlist setzt sich aus den gewohnten Klassikern plus ein paar Songs von "Black Ice" zusammen, wobei mir die neuen Songs im Vergleich etwas abfallen. Aber selbst bei denen zeigt sich das Publikum begeistert und geht auch da ordentlich mit.
Mein liebstes "AC/DC-Video" bleibt "Let There Be Rock" - noch mit dem unschlagbaren Bon Scott - aber wer sich die Jungs in allerbester Bild- und Soundqualität ansehen mag, der macht hier nix verkehrt und die Begeisterung der Besucher im Stadion überträgt sich problemlos auf die Zuschauer vor dem Fernseher. Von dieser Stimmung wird man unausweichlich mitgerissen. Dass man dabei nicht sitzt, sondern steht und Mitbangt ist unausweichlich.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 12.06.2011