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Suede Brothers
Suede Brothers, Bad Breaker Records, 2008
Dylan FrancisGuitar, Vocals
Kevin NaughtonBass
Mike VargaDrums
Produziert von: Dylan Francis and Paul Hamann Länge: 54 Min 06 Sek Medium: CD
01. Shotgun Philly06. Sweet Nothing
02. Jolly Rodger07. You've Got To Run
03. Tired08. Red
04. Collar Blues09. Serenade
05. Fireplace Fire10. Lay It Down

Mit ihrem selbst betitelten Debüt legen THE SUEDE BROTHERS aus Cleveland/Ohio ein Retro Rock Scheibchen hin, dass man (vor allem als Kind der Frühsiebziger) nur mit wohlwollendem Kopfnicken honorieren kann.
"Rust-Belt Rock and Roll" nennen die drei "Brüder" ihre Art von Musik. Gut, wie der Künstler will, so soll er. Ich würde den Stil der Suede Brothers vielmehr in der Schnittmenge zwischen JIMI HENDRIX, den frühen LED ZEPPELIN und FREE einordnen. Dazu noch so 'n Schuss von den guten alten SPOOKY TOOTH plus eine Schippe Eigenständigkeit und heraus kommt ein Album, dass vor lauter 70ern nur so trieft!

Allein schon wie der Opener Shotgun Philly aus den Boxen wummert ist bar jeder Beschreibung. Treibend und stoned, packend und dreckig platzt dieses Take wie eine Partybombe, die lauter kleine LSD-Trips verstreut.
Jolly Rodger haut in dieselbe Kerbe und verwurstet zudem noch einen echten Packen Psychedelia.
Überhaupt nicht identifizieren kann ich mich mit dem Versuch Retro Heavy Rock mit neuzeitlichem Rap zu verbinden. Dieses Gekaspere namens Tired muss man, da kann die Gitarre noch so sägen, als fehlgeschlagen betrachten.
Auch der Collar Blues ist mir ein wenig zu eintönig geraten. Das Take ist nicht schlecht, nur hat man derlei Geschroppe schon in den 70ern als Füllmaterial betrachtet.
Weiter geht's mit Fireplace Fire! -Und dass ist nun wieder eine Nummer die so richtig die Magengrube wärmt. Der schön schwer und breit dahinwabernde Sound lässt niemanden, der in den 70ern groß wurde, kalt. Das ist, als brächte Timothy Leary persönlich ein Tellerchen gebratene Fliegenpilze vorbei!
Eine weitere Perle dieser Kategorie ist Sweet Nothing. Herrlich sägende Psychedelic-Gitarren paaren sich mit einer schönen Hookline, fetzender Rhythmusbasis und affengeil eingestreutem Gitarrensolo.
Fast schon als Longtrack kann man das gut 6-minütige You've Got To Run bezeichnen. Auch dieses Take kommt in bester FREE-Manier daher. Der Song ist gut, nimmt wieder schwer Anteil an spätsechziger Psychedelia und lässt keinen Zweifel über seine damalige, drogengeschwängerte Herkunft aufkommen!
Einfach nur Red ist der nächste Track betitelt, wobei die fast schon doomige Gitarre mehr in Richtung "Black" tendiert. Alles in allem auch ein feiner Song!
Das Format der vorhergehenden Takes kann Serenade leider nicht ganz halten, denn dazu ist die Nummer zu einfach gestrickt. Das ist fast ein bisschen so, als wären die WHITE STRIPES auf einem etwas schwächlichen Pop-Trip...
Der Rausschmeißer Lay It Down ist dagegen wieder ein echter Vorschlaghammer! Hier blasen THE SUEDE BROTHERS nochmal jedes Phon einzeln unters Volk. Jessas, der olle Hendrix selig würde sich angesichts dieser rattenscharfen Retro-Tonflut wieder so sinnlos besaufen wie beim letzten Mal...!

Unter dem Strich darf der Rezensent vermelden, dass sich hier ein paar junge Kerle anschicken, den drogengeschwängerten Heavy-Rock-Geist der Spätsechziger und Frühsiebziger Jahre wiederauferstehen zu lassen. Und sie tun das mit einer Überzeugung, ja fast schon Inbrunst, die mich frohen Mutes auf weitere Alben dieses Trios warten lässt.
So, und jetzt muss ich mal sehen, ob's in Dante 1 noch Tütchen oder zwei gibt, denn damit kommen die SUEDE BROTHERS bestimmt noch 'ne Ecke schärfer. 70th-Atmosphäre pur, sozusagen!
Übrigens: Die zwei, drei schwächeren Nummern sehe ich den "Brüdern" nach. Sie sind noch jung und ungestüm und da ist das, vor allem angesichts der wirklich guten Nummern dieses Albums, verzeihbar.
Alleine für den Mut, eine Scheibe nach oben genannten Strickmuster heraus zu bringen, gibt es sieben voll verdiente Punkte!
...oh, sorry; wir bewerten ja gar nicht...

Christian "Grisu" Gerecht, (Artikelliste), 20.07.2008