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On With The Show
The Muggs
On With The Show, Nefarious P. Bellbottom Music & Matt Muggs Music, 2008
Danny MethricGuitars, Vocals
Tony DenardoFender Rhodes, Bass, Backing Vocals
Matt RostDrums
Special Guest:
Bobby Emmett III.Piano On: "Curbside Constellation Blues"
Produziert von: Danny Methric, Tony Denardo & Jim Kissling Länge: 46 Min 11 Sek Medium: CD
01. Motown Blues07. Curbside Constellation Blues
02. Slow Curve08. Down Below
03. Just Another Fool09. Never Know Why
04. All Around You10. Get It On
05. On With The Show11. Motown Blues (Reprise)
06. Somewhere Down The Line

Wenn dem Rezensenten derzeit was 'runter geht wie Öl, dann ordentlich Starkbier und die "Ugliest Band In The World"! THE MUGGS, diese, nur mit sensationell zu umschreibende, Blues Rock Band aus der einzig wahren, dreckigsten Rock-City Detroit. Drei begnadete Musiker schicken sich mit dem traumhaften Sound der Spätsechziger (und Frühsiebziger) an, in einem wahren Feldzug über die neue wie alte Welt hereinzubrechen!
Sicherlich ist der an den Tag gelegte Enthusiasmus einer objektiven Beurteilung nicht besonders zuträglich. Vor allem, weil THE MUGGS den Schnittpunkt aus Blues und Heavy Rock nicht neu erfinden. Allerdings sind Kompositionen und Songwriting wirklich vom allerfeinsten und weisen Qualitäten auf, die einem die MUGGS definitiv und in einem Atemzug mit Veteranen wie HENDRIX, LED ZEPP, FREE, CREAM aber auch CACTUS oder die JAMES GANG in Verbindung bringen lässt.

Ein kurzes Intro Namens Motown Blues (was sonst...?!) stimmt den Hörer von Beginn an auf ein wahres Feuerwerk an Songs ein und zeigt mit seinem Psychedelic-Touch gleich mal auf, wo der Hase lang läuft. Übergangslos poltert dann gleich der erste Blues Rock Reißer aus den Boxen: Slow Curve gibt mit seinen 2:51 Minuten das Tempo vor, das die MUGGS über weite Abschnitte von "On With The Show" einzuhalten gedenken; warum mir hier allerdings LED ZEPPs Whole Lotta Love durch den Kopf geht, weiß der Geier...;-)
Herrlich dreckige Gitarren gibt's bei Just Another Fool auf die Ohren. Ein straight nach vorne gehender Song mit heißen Gitarrensoli und treibendem Groove. Ohne Pause geht es weiter. All Around You kommt einen Hauch besinnlicher daher, geht aber dennoch ab wie der Spitz von meiner Nachbarin. Die, eher in höheren Lagen angesiedelte, Stimme Methric's passt zu diesem Sound wie die Faust auf's Auge und wie der junge Mann seine Gitarre beherrscht, lässt sich auch hier wieder deutlichst vernehmen.
Der Titeltrack On With The Show wildert zum einen auf's angenehmste im Spätsechziger Psychedelic-Sound, zum anderen lassen sich hier auch sympathische Vergleiche zum Glam Rock der 70er Jahre ziehen. Noch deutlicher wird dies bei Somewhere Down The Line: Ein Sound, als hätten sich LED ZEPP mit den RUBETTES verbrüdert und dabei eine Koks-Spur von hier bis Giesing gelegt. Geiler Stoff...!
Der schleppend-depressive Curbside Constellation Blues dagegen ist Detroit pur! Verschlägt uns aus den goldenen 70ern direkt in die Gegenwart (die eigentlich nur noch mit Drogen zu ertragen ist), zum bevorstehenden Untergang der amerikanischen Autoindustrie, zu Elend, Kummer, Arbeits- und Hoffnungslosigkeit. Und trotzdem zeigt die Nummer auch wieder ein Stück Blau am Himmel, denn die Riffs und Soli zum Ende hin strotzen gerade so vor Trotzigkeit. Wenn sich jemand auf dieser Welt von nichts und wieder nichts unterkriegen lässt, dann der US-Amerikaner!
Kräftig einen auf die Glocke gibt es bei der verschärften Gangart von Down Below. Da isser wieder: Der Monumentalsound der zwar an LED ZEPPELIN erinnern mag, durch die angefuzzten Gitarren und die mörderische Fender Rhodes aber dennoch ganz weit weg davon scheint.

Tja, und dann gehen wir auf die Reise! Never Know Why nimmt uns auf einem fett-bluesigen Psychedelic-Teppich mit in die unendlichen Weiten des Rock-Universums. Vollkommen zugedröhnt treffen wir sie alle an: Jimi Hendrix, Rory, Bonzo, Paul Kossoff, Moonie, Papalardi, Tommy Bolin... und beim Zeus, is das geil, auch Timothy Leary steht da draußen irgendwo am Wegesrand und winkt verschämt herüber. Leute, die Nummer ist ein echter Bringer. Wer auf einen entsprechenden "Lebenslauf" zurückblicken kann, wird hier von einem Deja Vu nach dem anderen überrollt. Ganz großes Kino!
-Und auf selbigen Niveau geht es weiter. Böse treibend, beinah wie ein Alb, kommt Get It On daher. Die Whistle eines "Eastbound" kündigt von Beginn an, wo hier der Hammer hängt. Donnernd wie ein 6000 t Güterzug bricht die Nummer aus den Boxen. Methric's tödliche Solos durchziehen den Track wie ein roter Faden und wirken wie von einer Vierlingsflak abgefeuert! Eins von den Takes, das definitiv keine Gefangenen macht!
Mit dem Outro Motown Blues (Reprise) knallt uns der Gitarrist noch einmal ein paar scharfe Gitarrensalven um die Ohren. Es scheint fast, als wolle er sicher gehen, dass wirklich alles hinüber ist...

Sicherlich werden die MUGGS viele Male in Verbindung mit LED ZEPPELIN gebracht. Mal im Positiven und wohl auch mal im Negativen. Obwohl ich den Vergleich auch einige Male bemühen muss, soll das noch lange nicht heißen, dass sich die MUGGS am Gedankengut LED ZEPPs gütlich tun. Ihr eingeschlagener Weg mit den hervorragend eingebauten Psychedelic-Momenten ist absolute Weltklasse und hält dem Niveau ähnlich gelagerter Bands, wie THE PARLOR MOB, FRANK BANGs SECRET STASH oder den SUEDE BROTHERS problemlos stand.
Mit "On With The Show" haben THE MUGGS ein wirkliches Knüller-Album an den Start gebracht. Wer auch immer irgendwie und irgendwo zwischen 1968 und 1975 in Kontakt mit britischen oder US-amerikanischen Blues Rock Bands kam, vor allem wer diese wilde Zeit offen gelebt hat und noch heute von ihr zehrt, für den dürfte "On With The Show" wie ein Jungbrunnen wirken.
Ich sagte es schon: Ganz großes Kino!

Christian "Grisu" Gerecht, (Artikelliste), 11.03.2009