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The Armada
The Armada
The Armada, Kingdom Records, 2009
Jeff MartinVocals & All Instruments
Wayne SheehyDrums & Percussion
Gast:
Michael RheinHarmonica (on Going Down Blues)
Produziert von: Jeff Martin Länge: 79 Min 35 Sek Medium: CD
01. Going Down Blues07. The Rosary
02. Chinese Whispers08. Baby's Come Undone
03. Broken09. Closure
04. A Line In The Sand10. Invocation
05. Morocco11. I Want You
06. Black Snake Blues
Bonus-EP:
01. Morocco04. Black Snake Blues
02. I Want You05. Going Down Blues
03. The Rosary

Jeff Martin macht mit seinem neuen Projekt THE ARMADA, dass er gemeinsam mit Wayne Sheehy ins Leben gerufen hat, da weiter, wo er mit THE TEA PARTYim Jahre 2005 aufgehört hatte: Düstere, feierliche, mitunter leicht pathetische Songs mit großer Strahlkraft und Einflüssen, die von LED ZEPPELIN über die DOORS bis hin zu orientalischer Folklore führen. Gleich der Opener Going Down Blues macht mit eleganter Kraft und dunkler Faszination deutlich, dass der kanadische Jim-Morrison-Nachfolger nichts von seinem Charisma verloren hat.

Auch das bitterzarte A Line In The Sand, das asiatisch infiltrierte Chinese Whispers oder der semiakustische Black Snake Blues machen deutlich, dass die Musik von THE ARMADA, neben guten Songs, vor allem von der Atmosphäre lebt und klassische Vorbilder atmet, ohne diese plump zu kopieren. Ein Schlüsselstück ist das düster und goldglänzend funkelnde Morocco, ebenso wie das emotional aufgeladene Broken. Mit dem anrührenden Schlusspunkt I Want You endet ein Album das ein ungeheueres Maß an Emotionen, Wucht, Melancholie und zartbitteren Melodien enthält.

Zwschen klassischem Rock der härteren Bauart, schwerem, psychedelischem Blues, düsteren Balladen und orientalischen Harmonien nähert sich Martin hier deutlich wieder seinen frühen Werken an, als THE TEA PARTY mit “Edges Of Twilight“ oder “Transmission“ in ähnlichen Gefilden unterwegs waren. Das mit prachtvollem Artwork versehene Digipack enthält darüber hinaus noch eine Live-EP mit einem Auftritt im Fly By Night Club im australischen Fremantle, auf der fünf Songs noch einmal in der Bühnenfassung präsentiert werden. Vor allem das für Martin sehr persönlich, seiner verstorbenen Großmutter gewidmete The Rosary gewinnt dadurch und bei Black Snake Blues gibt es ein paar Reminiszenzen an die unüberhörbaren Vorbilder (inklusive Whole Lotta Love). Ein bisschen vermisse ich noch einen epischeren Song, bei dem Martin vielleicht die straffen Zügel etwas gleiten lässt, aber ansonsten ist dies eine rundum gelungene Rückkehr. Und für alle, die (vor allem die frühen) THE TEA PARTY vermisst haben, ist dieses üppige Päckchen ohnehin ein Muss.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 27.07.2009