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Night Train To Nashville
Night Train To Nashville, TELARC, 2008
Tab BenoitVocals & Guitar
with Louisiana Leroux
Jim OdomGuitar
Tony HaseldenBanjo
Nelson BlanchardKeyboards
Leon MedicaBass
David PetersDrums
Mark DuthuPercussion
with Special Appearances by:
Jim LauderdaleVocals & Guitar
Jimmy HaleVocals & Harmonica
Kim WilsonVocals & Harmonica
Johnny SansoneHarmonica
Waylon ThibodeauxWashboard
Produziert von: David Z & Tab Benoit Länge: 56 Min 39 Sek Medium: CD
01. Night Train07. Rendezvous With The Blues (with Jimmy Hall)
02. Solid Simple Things08. Fever For The Bayou (with Jumpin' Johnny Sansone)
03. Darkness09. New Orleans Ladies (with Jimmy Hall)
04. Too Sweet For Me (with Kim Wilson)10. Muddy Bottom Blues (with Jimmy Hall)
05. Moon Comin' Over The Hill (with Jim Lauderdale)11. Stackolina (with Kim Wilson & Waylon Thibodeaux)
06. Lost In Your Lovin'

Die Faszination für Züge zieht sich durch die Menschheitsgeschichte seit das Stahlross auf die Schienen gestellt wurde und es soll ja sogar Menschen geben, die noch bei der winzigsten Miniaturausgabe gigantische Gefühle vorstellen entwickeln.
Musiker waren natürlich von jeher besonders mit dem schnaufenden Gefährt verbunden und da vor allem die Blues-Männer. Die sehr wohl vorhandenen Blues-Frauen - zumindest früher meistens berockt - hatten es womöglich schwerer auf fahrende Züge aufzuspringen.
Ob der Mystery Train Elvis oder UFO das "Baby" entführte, oder ob BLACKFOOTs Ricky Medlocke den "Midnight Train to Memphis" (Train, Train) nimmt, es stampft und dampft an allen Ecken und Enden.
Also schnappte sich der ausgezeichnete Bluesgitarrist und -sänger Tab Benoit seine bevorzugte Begleitband LOUISIANA'S LEROUX - ihres Zeichens selbst eine eigenständige einmalige Swamp-Blues-Rockband - und ab ging's mit dem "Night Train To Nashville". Unterwegs las man noch ein paar Gesinnungsgenossen auf und so waren jegliche Befürchtungen, man könnte in der Country-Hochburg vom Weg, sprich: Blues, abkommen schnell aus dem Abteil gekippt.
Zum Glück wurde dieser "Trip" aufgenommen. Und zwar am 9. Mai 2007. Und zwar live - wie sich's für g'scheiten Blues gehört.

Los ging's zunächst mit Tab - wir erinnern uns wohlwollend an seine Zusammenarbeit mit Jimmy Thackery bei WHISKEY STORE - und LEROUX und einem ungeheuer knackigen Night Train (was sonst?). Ein von ihm bevorzugter "Eröffnungssong", seit dem Album "Fever For The Bayou". Let's Boogie, möchte man ausrufen - irgendwo zwischen John Lee Hooker und Omar and the Howlers treibt der Song flott voran und die ersten Soli blitzen durch den Raum. Da ist von Beginn an Stimmung!
Leicht im Drive gebremst, aber umso Grooviger folgt der nächste Boogie. Solid Simple Things stammt aus den "Sea Saint Sessions" (2003) und lässt Kopf und Fußspitze im Gleichtakt wippen. Hat auch ein bisschen was vom swingenden Stil von ROOMFUL OF BLUES.
Täusch ich mich, oder hat sich die Stimme von Tab Benoit noch ein ganzes Stück weiter entwickelt? Ist noch bluesiger geworden und hat noch mehr Feeling? Na ja, war wohl schon immer so...
Und trotzdem: Wie sich der Kerl stimmlich in den Slow-Blues Darkness intensiv reinsteigert ist fantastisch und selbst vor der heimischen Stereoanlage mitreißend. Da will seine Gitarre ungern hinten anstehen und steigt ebenfalls richtig geil ein.
Und wieder geht's in den Blues'n'Boogie Rhythmus über, für Too Sweet For Me. Hier gibt's Besuch von Kim Wilson, bestens bekannt von den FABULOUS THUNDERBIRDS, der sich die Vocals mit Tab teilt und natürlich seine prägnante Harmonika aufheulen lässt. Unverkennbar bekommt die Band hier neuen Schwung verpasst.
Wie gewohnt ist auch Tabs Gitarrensound vom feinsten und so ist der Gesamtsound dieses Albums: durchsichtig, packend, je nach Situation 'dirty' oder filigran.

Bei Moon Comin' Over The Hill ist Jim Lauderdale der Gesangspartner und mit dem Countrystar schlägt sich natürlich die Brücke nach Nashville, wobei man hier tief im Blues verwurzelt bleibt.
Zum Blues kommt der Rhythm in Lost In Your Lovin'. Locker, groovig, ein bisschen funky und sofort zum Mittänzeln und -schaukeln animierend.
Jimmy Hall ist wieder der Partner, für das von ihm selbst geschriebene Rendezvous With The Blues und er übernimmt Gesang ebenso wie die Harp-Soli. Tab Benoit steuert im Gegenzug einige äußerst effektive Gitarrenparts bei.
Ein weiterer Blues-Harp Spezialist kommt für Fever For The Bayou an Bord: Jumpin' Johnny Sansone, und es wird auch richtig Swamp-Groovig, nur von Tabs Gitarre und Johnnys Harmonika getrieben. Wundervoll! Wie die zwei Typen eine ganze Band ersetzen, ist absolut beeindruckend!
Soulful, fast gospelmäßig, baut sich die Ballade New Orleans Ladies auf und gibt Raum für Tabs - teils recht raue - Gitarrensprenkel, Jimmy Halls gefühlvolle Harp-Töne und auch Nelson Blanchard herrlich unterstützende Orgelparts.
Wieder John Lee Hooker und sein unnachahmliches Boom Boom kommt einem bei Muddy Bottom Blues in den Sinn und man lässt sich hier gerne mitreißen. Da sollte man ruhig die Anlage etwas lauter stellen.
Mir ziehen sich augenblicklich die Mundwinkel nach hinten, wenn sich Mundharmonika (wieder Kim Wilson!) und Gitarre in Stackolina "reinarbeiten". Lediglich ein Waschbrett braucht's hier noch zur Unterstützung und man fühlt sich mittendrin im Delta und lässt den Kopf im Takt nach rechts und links sich drehen.
Tolles Album von Tab Benoit, welches zwar nicht durchgehend den Schwung vom Beginn durchhält, aber mit seinen Sounds, Spielarten und den versammelten Könnern fast eine Stunde allerfeinsten Live-Blues präsentiert.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.07.2008