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Salt Sex Slaves
Salt Sex Slaves, Rankoutsider Records, 2007
Stace England Guitars, Vocals
Ron Johnson Bass, Back Up Vocals
Dane Spalt Drums, Back Up Vocals
Charlie Tabing Guitars, Lap Steel
Very Special Guests:
Jason Ringenberg Lead Vocals on Freedom's Star
Mark Stoffel Mandolin, Fiddle on Freedom's Star
Alex Kirt Banjo on Wabash Saline
Lee Brothers Pedal Steel on Shawneetown
Will Maring Harmony Vocal on Shawneetown
Robert Bowlin Fiddle Acoustic Guitar on Shawneetown
Chris McKinley Harmony Vocals on Salt Sex Slaves
David Brown Piano on Kidnapping Venus
Josh Murphy Vibraphone on Kidnapping Venus
Mike Lescelius Harmony Vocal on Salt King
Shadi Frick Organ on Do It Right
Produziert von: Mike Lescelius and The Salt Kings Länge: 61 Min 04 Sek Medium: CD
1. Salt Sex Slaves8. Shawneetown
2. Wabash Saline9. Ode To Uncle Bob
3. Inequality In Equality10. Muscle And Bone
4. Liberty And The Baptist11. As Real As Real Can Be
5. Freedom's Star12. Salt King
6. Kidnapping Venus13. Do It Right
7. Rationalize

Der "Historiker" Stace England hat uns ja bereits mit "Greetings From Cairo, Illinois" einen interessanten und wohlklingenden Einblick die amerikanische Geschichte geliefert. So ist es keine große Überraschung, dass er sich erneut einem, den meisten wohl kaum bekannten, Ort und der zugehörigen Geschichte widmet. Es geht den Ohio-River hinauf zum Ort Shawneetown und der Saline Equality.
Hier wurde Salzabbau betrieben unter dem Einsatz, wie das damals so war, von Zwangsarbeitern. Das waren in erster Linie Schwarze. Sklaven. Die Sklaverei war zu dem Zeitpunkt, Mitte des 19. Jahrhunderts in Illinois schon verboten, aber, wie so oft, gab es ein gesetzliches Hintertürchen durch das man Sklaven "leasen" konnte und durch dieses Türchen schlüpften in einem Jahr nahezu 800 Sklaven (!). Dafür brauchte es natürlich auch einen "Organisator" und der existierte als John Crenshaw - der "Salt King". Der baute u. a. ein Haus namens "Hickory Hill" dessen Sklavenzellen unter dem Dach heute noch zu besichtigen sind.
Dem ernsten Thema traut man den locker abrockenden Start mit Salt Sex Slaves eigentlich gar nicht zu. Schön roots-rockig mit dirty-chrunchy Gitarren rockt der Song und eine gellende Slidegitarre sorgt für den Widerpart zu den R&B-Whoo-Whoo's der Backgroundsängerinnen. Hat ein bisschen was von John Mellencamps Paper In Fire.

Auf dem Weg zur Wabash Saline wird's deutlich country-lastiger und das muntere Banjo unterstreicht das passend, während die Lap Steel von Charlie Tabing eine sehnsuchtsvolle Melancholie einbringt. Wären nicht solche Zeilen wie "All Indians, squatters and others disloyal will soon find themselves under the ground", könnte man fast ins Träumen geraten. Man muss ja nicht so genau hinhören (bzw. lesen) ...
Der Einstieg zu Inequality In Equality erinnert mich an die STONES und deren rockigere Songs auf "Emotional Resque". Wieder mal das Thema des Songs beiseitegelassen, geht dieser straighte Rock-Song perfekt in Ohr und Beine und taugt ebenso zur Single wie sicherlich zum Live-Abräumer. Klasse! - Anspieltipp!
Man meint es nicht, aber es gab damals durchaus Widerstand gegen die Praktik des "Sklaven-Leasing" und den Männern in vorderster Front, den vehement dagegen predigenden Baptisten, ist der Song Liberty And Baptists gewidmet. Im Midtempo, aber doch recht rau, erneut mit dirty-chrunchy Rhythmusgitarre und slidender Unterstützung, kutschiert man quer durch die Americana-Landschaft. Oder zur nächsten Kundgebung.
Für den einzigen Song, der nicht aus Stace Englands Feder stammt, ist Jason Ringenberg erneut Gast im Studio gewesen. Zu dem herrlich irisch-folkigen Freedom's Star könnte ich mir, im Nachhinein, keine andere Stimme vorstellen, die besser mit den Mandolinen- und Violinenklängen harmonieren könnte.
Das folgende Kidnapping Venus klingt wie eine Mischung aus eben gehörtem Jason, BIG IN IOWA und solch Country-Rockern wie CASH MONIES AND THE JETSETTER und schunkelt komfortabel dahin. STONES-Country-Rock-mäßig erneut: Rationalize, mit Charlie Watts-Schlagzeug und treibenden Gitarren- und Slide-Soli.
Könnte nicht Shawneetown eines der wunderbaren Duette von Gram Parsons und Emmylou_Harris sein? Oder auf "Sweetheart Of The Rodeo" von BYRDS vertreten sein? Allerbester Country-Balladen Stoff!

Deutlich rauer langt die verzerrte Gitarre in Ode To Uncle Bob hin und spätestens beim Break kommen mir die BLACK CROWES, zu Zeiten von ihrem Debütalbum, in den Sinn. Ja, der Stace ist kein Shouter wie Chris Robinson, aber es rockt trotzdem sehr ansprechend.
Besagter Sklaventreiber John Crenshaw verlor ein Bein bei einem Kampf mit einem Sklaven und die zugehörige Story erzählt die Heavy-Country-Ballade Muscle And Bone: "Now the Salt King hobbles down from his throne, the sins of a lifetime hit muscle and bone".
Nichtsdestotrotz gehört der dem Salt King "gewidmete" Song wieder zu formidablen Rockern auf dieser Scheibe und erinnert mich stark an Dan Bairds Kumpanen Ken MacMahan, bzw. dessen Band THE DUSTERS.
Etwas (musikalisch) ruhiger beschließt Do It Right (And Set Yourself Free) dieses Album und hier klingt Stace einem Mick Jagger, wenn der Solo unterwegs war, nicht unähnlich.
Die Musik auf "Salt Sex Slaves" kommt zunächst nicht so vielfältig wie auf dem Vorgängeralbum und klingt so auch nicht sonderlich spektakulär, aber mit dem zweiten Hören (spätestens) verliebt man sich in mindestens die Hälfte der Songs und mit weiteren Durchläufen folgen die Restlichen. Erneut ein tolles Album von Stace England, welches ihn doch hoffentlich auch mal in unsere Breiten trägt.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 26.12.2007