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Nothing To Say
Nothing To Say, Trip In Time, 2008
Felix DextreBass & Vocals
DolmoGuitar
Aldo CastillejosDrums & Percussion
Flavo CastillejosVocals
Renato GomezGuitar & Vocals
Produziert von: Serpentina Satelite Länge: 48 Min 06 Sek Medium: CD
01. Nueva Ola04. Madripor
02. Nothing To Say05. Kommune 1
03. The Last Drop

Psychedelia aus Peru, das hat man auch nicht alle Tage im Player. Wobei ihre Landsleute von LA IRA DE DIOS oder REINO ERMITANO und, wenn man mal ganz Südamerika ansieht, die argentinischen LOS NATAS, jedenfalls mit ihren "Munich Sessions", das Feld schon ein wenig bestellt haben. SERPENTINA SATELITE aus Lima sind jedenfalls bescheiden - deklarieren sie "Nothing To Say" doch als EP, obwohl manch andere Band in ihrer gesamten Historie nie eine Spieldauer von immerhin 48 Minuten bei einem Album erreicht. Und das mit dem "Nothing To Say" muss man auch nicht so stehen lassen. Vielmehr haben die Musiker vom Rio Rimac durchaus etwas mitzuteilen. Zum Beispiel, dass sie sicherlich schon die eine oder andere Krautrockscheibe gehört haben und diese Kenntnis dazu nutzen, ihr Werk mit den entsprechenden Beigaben anzureichern.

Der Opener Nueva Ola ist ein richtig schön spaciger Trip, der, perkussiv befruchtet, in endlos scheinenden Schleifen um sich selber kreist. Ganz leicht schimmern hier die frühen PINK FLOYD durch.
Der Titeltrack ist dann deutlich rauer, rockiger und erinnert mit der straighten Gitarre im Garagensound an die COMETS ON FIRE. Danach gibt es zwei kürzere, dennoch nicht minder intensivere Stücke: The Last Drop ist ein schön verhangener, hypnotischer Psycho-Schleicher mit ordentlich Groove und Sprechgesang, während Madripor ordentlich auf den Putz haut. Space Rock 'N' Roll gewissermaßen.

Den krönenden Abschluß bildet jedoch Kommune 1, eine ausladende, über zwanzigminütige psychedelische Jam-Orgie im Gedenken an die legendäre Hippiegemeinschaft, wobei die Assoziationen hier eher der zweiten Phase der Kommune (mit Sex & Drugs & Uschi Obermaier) gelten als den politischen Ursprüngen. Man schwelgt hier nicht nur in den Sechzigern, sondern seziert nachgerade genüsslich die typischen Merkmale der damaligen (nicht nur musikalischen) Trips, um sie wieder neu zusammenzufügen und sich schlussendlich in einen Kollektivrausch zu begeben. Das authentische analoge Klangbild trägt seinen Teil dazu bei, dass der Genreliebhaber hier nichts zu Meckern findet. Alle Psychedeliker, die das Ableben der LIQUID VISIONS nur schwerlich verkraftet haben, werden hier jedenfalls glänzende Augen bekommen.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 10.12.2008