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A-Lex
A-Lex, Steamhammer/SPV, 2009
Andreas KisserGuitars
Derrick GreenVocals
Paolo Jr.Bass
Jean DollabellaDrums
Produziert von: Sepultura und Stanley Soares Länge: 54 Min 24 Sek Medium: CD
01. A-Lex I10. Forceful Behavior
02. Moloko Mesto11. Conform
03. Filthy Rot12. A-Lex III
04. We've Lost You!13. The Experiment
05. What I Do!14. Strike
06. A-Lex II15. Enough Said
07. The Treatment16. Ludwig Van
08. Metamorphosis17. A-Lex IV
09. Sadistic Values18. Paradox

Konzeptalben sind in der Musik eigentlich keine Seltenheit. Gerade die Freunde des Progressive Rocks werden in stetiger Regelmäßigkeit mit solchen Alben beglückt. Im Bereich des Thrash Metals sind solche Platten allerdings äußerst selten, erst recht wenn eine Band diese Produktionsweise gleich zweimal hintereinander anwendet.
SEPULTURA haben genau dies gemacht. Nachdem auf "Dante XXI" vor 3 1/2 Jahren schon literarische Werke die Grundlage für Text und Musik bildeten, hat man sich nun Anthony Burgess' Roman "A Clockwork Orange" als Vorlage genommen und in dreimonatiger Jamsession-Arbeit die vier Kapitel des Buches vertont.

Nun ist ein solcher Roman natürlich nicht in zwei Sätzen oder 10 Stücken abzuhandeln. Deshalb befinden sich auf "A-Lex" (russisch: gesetzlos) gleich 18 Tracks, die sich chronologisch angeordnet und mit jeweils einleitenden Songs (A-Lex I-IV) auf die Handlung beziehen.
Leider macht es an dieser Stelle wenig Sinn, dass ich auf den Text im Einzelnen eingehe, da ich zugegebenermaßen bisher weder Burgess Roman gelesen noch Kubricks Film gesehen habe.

Kommen wir also ohne Umschweife zur Musik. Und auch da gibt es eine Neuigkeit zu berichten. Eine nicht ganz unwesentliche, denn die Scheibe ist nach dem Weggang von Igor Cavalera die erste Platte, die gänzlich ohne die Cavalera-Brüder gemacht wurde.
Auch wenn im Vorfeld ein wenig geunkt wurde, dass dies das endgültige Ende von SEPULTURA sei, so muss ich doch sagen, dass Neuzugang Jean Dollabella seine Sache mehr als gut macht. Überhaupt hängt der heutigen SEPULTURA-Besetzung immer noch ein bisschen die Zeit von 1991 bis 1996 nach, als die Brasilianer mit "Arise", "Chaos A.D." und "Roots" zu einer der treibenden Kräfte im weltweiten Thrash Metal-Zirkus wurden.
So manch ein Kritiker wird vielleicht dazu neigen, "A-Lex" mit diesen zurückliegenden Scheiben zu vergleichen. Doch ich denke, da würde man einen prinzipiellen Fehler begehen. Musiker kommen und gehen in einer Band, die nun bald 25 Jahre auf dem Buckel hat und natürlich entwickeln sich auch die einzelnen Menschen weiter.
Warum sollte man deshalb immer das erwarten, was man schon vor 15 Jahren von der Band gehört hat ?

Doch genug der Vorrede. Selbst wenn man den oben genannten Vergleich zöge, müsste ich sagen, dass "A-Lex" ein wirklich gutes Album geworden ist. Vielleicht nicht eines der besten, sie wäre aber auf jeden Fall in der oberen Hälfte der Güteskala einzuordnen.
Ob man Derrick Green nun mag oder nicht, er tut auf der Scheibe auf jeden Fall das, was man von einem Thrash Metal-Shouter erwartet, nämlich von Minute 1 bis Minute 54 Gas zu geben.
Bei den einzelnen Songs gibt es sicher leichte Höhen und Tiefen, diese fallen aber nicht so ins Gewicht. Auch wenn man aus der Platte eigentlich keinen Song so richtig herausheben kann, möchte ich doch die Midtempo-Kracher Filthy Rot, Conform und We've Lost You, die Speednummer Paradox sowie das fast 7-minütige Sadistic Values als Anspieltipps nennen.

Kommen wir zur Produktion, denn da gilt: Wenn ihr bisher nichts mit SEPULTURA anfangen konntet, dann werdet ihr vermutlich auch mit "A-Lex" nicht glücklich werden. Die Tribal-Rhythmen, mit denen die Jungs bereits auf "Roots" berühmt wurden, finden sich auch auf dem neuen Album weiter.
Traditionell wird auch wieder auf den sehr mittigen Gitarrensound sowie den wuchtige Drumkessel-Sound zurückgegeriffen. SEPULTURA-Sound halt.

Mein Fazit fällt positiv aus, SEPULTURA können es auch ohne die Cavaleras. Man kann der Band und auch den Fans, die SEPULTURA nach dem Weggang von Max vernachlässigten und sich SOULFLY zuwandten, nur wünschen, dass man wieder zueinander findet. Denn mit "A-Lex" haben die Brasilianer bewiesen, dass immer noch mit ihnen zu rechnen ist und sie weiterhin in die erste Liga des Thrash Metals gehören.

Kay Markschies, (Artikelliste), 22.01.2009