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Sting In The Tail
Scorpions
Sting In The Tail, Sony Music, 2010
Klaus MeineVocals
Rudolf SchenkerGuitars
Matthias JabsGuitars
Pawell MaciwodaBass
James KottakDrums
Produziert von: Mikael Nord Andersson & Martin Hansen Länge: 47 Min 47 Sek Medium: CD
01. Raised On Rock07. Lorelei
02. Sting In The Tail08. Turn You On
03. Slave Me09. Let's Rock
04. The Good Die Young10. SLY
05. No Limit11. Spirits Of Rock
06. Rock Zone12.The Best Is Yet To Come

40 Jahre! Mein Gott! So lange gibt’s diese Band schon und wenn man es genau nimmt, kann man die 5 Jahre davor auch noch dazu zählen, als Rudolf Schenker seine erste Schülertruppe zusammentrieb. Liest man sich die Songtitel des neuen SCORPIONS-Albums durch, könnte man meinen, mancher Titel stand schon damals aufs Mäppchen gekritzelt: Raised On Rock, No Limit, Rock Zone, Turn You On, Spirit Of Rock ... aber Hallo!
Aber wer bin ich, dass ich mich mit Meine und Schenker rumstreite? Der Erfolg gibt ihnen recht. Vor bald 15 Jahren waren sie schon nahezu abgeschrieben und heute sind sie immer noch da und sogar gar nicht mal so schlecht, wie sie in den letzten Jahren im Amazonas gezeigt haben. Und jetzt gehen sie auf Abschiedstournee und auf einem Pressefoto sitzen sie auch prompt wie beim letzten Abendmahl.
Einen letzten "Stachel" hinterlassen sie mit dieser Scheibe hier und knüpfen damit doch direkt an ihre erfolgreichsten Jahre in den (ja, da sind sie wieder) 80er Jahren des letzten Jahrhunderts an. Und zwar schamlos! Aber gut.
Entsprechend lassen wir hier doch mal einen Großteil der Redaktion zu Wort kommen.

Raised On Rock ist ein Rock You Like A Hurricane Ripp-Off , der schon alle typischen SCOPRIONS-Elemente beinhaltet. Die Dampfhammer-Riffs sind ebenso da, wie Meines gedoppelte Vocals und Jabs' Talkbox-Einwürfe. Und natürlich der eingängige Refrain. Der ist es allerdings auch, der die Titelnummer, Sting In The Tail, etwas schwächt. Ansonsten könnte der Song durchaus auch auf, sagen wir, "Love Drive" drauf sein.
Slave Me erinnert mich Anfangs etwas an die GOTTHARD-Version von Mighty Quinn, was ja nicht das Schlechteste ist. Gibt sicher keinen Innovationspreis für diesen harten Rocker, aber live dürfte das ein ziemlicher Nackenmuskelstrapazierer sein.
Auch mit den hymnischen Balladen klappt das eigentlich ganz gut. Natürlich hoffnungslos überzogen, wie in dem epischen The Good Die Young, aber das muss halt so sein in diesen Songs und Matthias Jabs weiß immer noch auf beeindruckende Weise den Schmelz aus der Gitarre tropfen zu lassen. Weniger gut funktioniert das, für mich, in Lorelei. "Lorelei, what kind of fool was I", nee, so ein gezimmerter Reim geht mir nicht so gut runter.
SLY verweist natürlich auf Still Loving You und wenn es auch nicht dessen Klasse - wie auch - erreicht, lehnt es sich doch stark genug an diesen Monsterhit an um noch in dessen Sternenschweif mitzuleuchten.
Ein paar Füller gibt’s natürlich auch. Let's Rock lässt schon vom Titel nichts anderes vermuten. Klar, solides Handwerk und kernige Riffs, aber solche Songs könne sie doch bestimmt jederzeit innerhalb von ein paar Stunden im Proberaum zusammenschustern.
Die Hälfte der Songs ist aber auf jeden Fall konzerttauglich und das ist ja schon eine ganze Menge. Der Rest tut nicht wirklich weh und lässt sich fast problemlos konsumieren. Zumal wenn man irgendwann mal auf die Band stand.
Mit The Best Is Yet To Come haben sich die SCORPIONS selbst die Feuerzeugschwenk- und Goodbyewink-Hymne ans Ende gekleistert.
Macht's gut und danke für den Fisch!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 14.03.2010

Es ist ja eigentlich Usus, dass man über jemanden, der in Rente geht oder sich anderweitig verabschiedet, nichts Schlechtes reden soll.
Und genau das hatte ich mir für das (vermutlich) letzte Studioalbum der SCORPIONS vorgenommen, doch nach mehrfachem Anhören von "Sting In The Tail" bleibt mir leider nichts übrig, als von diesem Ansinnen wieder Abschied zu nehmen.

Das geht schon mit dem irgendwie unglücklichen Plattentitel los, den mancher, der der englischen Sprache nicht so mächtig ist, vielleicht mit "Splitter im Gemächt" übersetzen wird.
Zum anderen kann mich wirklich keiner der 12 Songs so richtig mitreißen. Dies schafft vielleicht noch der Refrain des Openers Raised On Rock, was leider postwendend durch das 08/15-Riff in den Strophen wieder zunichte gemacht wird.
Positiv mag man den Hannoveranern noch anrechnen, dass sie versucht haben, beim Songschreiben in Ansätzen wieder an die Zeiten Ende der 70er/Anfang der 80er anzuknüpfen, um so quasi den Kreis der Bandgeschichte zu schließen.
Doch gerade diese Versuche macht sich die Band mit den zwei SCORPIONS-typischen Balladen Lorelei und Sly, die zum Abschied wohl noch einmal Geld bringen sollen, wieder kaputt.
Das größte Ärgernis für mich sind aber die Texte von Klaus Meine. Wer alleine die erste Zeile aus Raised On Rock hört ("I was born in a hurricane..."), der muss sich in seinem Vorurteil bestätigt sehen, dass SCORPIONS-Texte sich aus einem Wortschatz von 200 englischen Phrasen bedienen.

Auch wenn ich nie ein Die Hard-Fan der SCORPIONS gewesen bin, standen schon ein paar Scheibchen der Niedersachsen in meinem Plattenschrank. Deshalb hätte ich der Band ehrlich zum Karriereende ein Knalleralbum gewünscht.
Doch davon ist "Sting In The Tail" leider meilenweit entfernt.

Kay Markschies, (Artikelliste), 13.03.2010

Sie wollten sich mit einem großartigen Album verabschieden. Die SCORPIONS waren 40 Jahre eine Institution in der deutschen Hard Rock Szene, wobei sie die letzten knapp 20 Jahre aber vor allem vom Erfolg ihrer frühen Jahre zehrten. Musikalische Inspiration für zahlreiche Musiker war die Ära mit Gitarrist Uli Jon Roth und weltweite Erfolge feierten sie in den 1980ern mit Titel der Marke Rock You Like A Hurricane, No One Like You, Blackout, Dynamite, Bad Boys Running Wild oder The Zoo, die auch heute noch Rock-Evergreens sind, für die man sich nicht schämen muss.

Doch dann begann das musikalische Siechtum der Band. Die Platten ab “Savage Amusement“ wurden immer austauschbarer, die Songs vorhersehbarer und keine Veröffentlichung erreichte auch nur annähernd das Niveau der Früh-Werke. Ab und zu konnten die Hannoveraner noch einmal für Aufsehen sorgen, so zum Beispiel, als sie beim Wacken Open Air 2006 noch einmal mit den Ex-Mitgliedern Roth und Michael Schenker auf die Bühne traten und die Fans die Setlist bestimmen durften.

Nun also “Sting In The Tail“, das letzte Album der SCORPIONS. Und man ist fast versucht zu sagen, endlich. Denn das was Klaus Meine, Rudolf Schenker und Matthias Jabs hier bieten ist äußerst durchschnittlich geraten. Es bietet sich fast an, ihnen die Song-Titel als Aufruf zurück zu werfen: Let’s Rock - ja bitte, aber doch nicht so vorhersehbar, sondern mit der Klasse früherer Tage! The Best Is Yet To Come - wann denn? Ist jetzt das Karriere-Ende das Beste, was noch kommen kann?

Sicher, sie sind bemüht, der Sound ist wieder etwas SCORPIONS-mäßiger als auf dem modern getrimmten “Humanity Hour I“, aber das alleine rettet ein Album eben auch nicht. Es fehlen einfach die großen Ideen, die zwingenden Riffs und Hooks der früheren, großen, Tage. Stattdessen regiert Durchschnitt: 08/15-Rock mit pathetischem Gesang.

Marc Langels, (Artikelliste), 13.03.2010

Die SCORPS sollten den Manager wechseln... er hat ihnen geraten mit diesem Album ihre Karriere auf einem Höhepunkt zu beenden. Dumm, denn alles was nun bleibt, ist das Ende auf, höflich gesagt, Mittelmaß. Mit dem 2004er Werk "Unbreakable" hätte die Band einen würdigeren Abschluß gefunden...

Jörg Litges, (Artikelliste), 10.03.2010

"Wir wollen die außergewöhnliche Scorpions-Karriere mit einem Höhepunkt zu Ende bringen. (... ) Mit einem Album, von dem wir glauben, dass es zu den Besten zählt, die wir geschrieben haben", so eine kürzliche Verlautbarung der Band zu ihrem bevorstehenden Ende.
Wie sagt man so schön, glauben heißt nicht wissen und im Falle von "Sting In The Tail" wohl eher irren. Nun lässt sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten, für den Einen war die gute Zeit der Scorps bereits nach dem Ausscheiden von Uli Roth vorbei, für den Anderen spätestens mit dem unsäglichen Winds Of Change, aber wer geglaubt hatte, damit sei der Tiefpunkt erreicht, der wird tatsächlich eines Besseren belehrt, gerade was die Balladen betrifft, haben sich die Herren Altrocker selbst übertroffen und ich bin gespannt, wann sie z. B. die Lorelei bei Wetten, dass.. ? oder im ZDF-Fernsehgarten zum Besten geben. Bis auf zwei halbwegs erträglichere Nummern im Mittelteil besteht dann der Rest hauptsächlich aus fürchterlich banalem Radiorock mit teils kollabierenden Vocals und uninspirierten Licks und Hooks, die man sonst eher bei Bon Jovi oder Brian Adams erwarten würde. Wer somit glaubt, dass das zu dem Besten zählt, was die Band in den letzten 45 Jahren geschrieben hat, leidet anscheinend an Altersdemenz, auch wenn solche Sprüche leider zum normalen Vermarktungshabitus gehören. Auch halte ich die Auflösung der Band für reine Marketingstrategie und glaube es erst, wenn es in Stein gemeißelt ist, aber selbst dann stünde einer Reunion ja nichts im Wege, im Gegenteil.
In diesem Sinne:
"Hejahejoh, the best is yet to come".

Ralf Frank, (Artikelliste), 11.03.2010

Jetzt ist es soweit. Das Aussterben der alten Rock-Dinosaurier beginnt. Die SCORPIONS werden als einer der ersten Bands der alten Garde in absehbarer Zeit den Bühnen der Welt den Rücken kehren. Aber bevor der Vorhang sich endgültig schließt, versprechen sie uns eine mindestens zwei Jahre andauernde Welttournee und schenken ihren Fans ein letztes Album. “Sting In The Tail“ heißt das Abschiedswerk, welches ich auch nach mehrmaligem, eingängigem Hören noch nicht ganz erfasst habe. Wie oft kommt es denn schon vor, dass man ein neues Album hört und zugleich die Gewissheit hat, dass dies das musikalische Vermächtnis einer Legende ist. Ja, ich denke das ist die berechtigte Bezeichnung für die erfolgreichste und einflussreichste deutsche Rockband aller Zeiten. Aber gut, um den Status oder die Geschichte der Band soll’s jetzt an dieser Stelle nicht gehen. Stattdessen will ich nur versuchen meine (ersten) Eindrücke über die neue Scheibe in Worte zu fassen…

Wenn man als Fan einer Band das letzte Werk seiner „Idole“ in den Händen hält, ist dies sicher ein denkwürdiger, trauriger Moment. Diesen Moment werden jetzt unzählige SCORPIONS Fans weltweit erleben. Mir ging’s dabei nicht anders. Ich höre jedes einzelne Lied immer wieder mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch. Und im Hinterkopf hat sich eingeprägt: Bald ist Schluss! Aber rein musikalisch bietet das neue SCORPIONS Album kaum Anlass zur Trauer. Es wird gerockt, wie immer gefühlvoll, aber meistens mit Volldampf voraus! Schon das Eröffnungs-Lied Raised On Rock setzt da ganz klare Zeichen. Keine Spur von Melancholie oder Traurigkeit. Typischer SCORPIONS-Rocker! In die gleiche Kerbe schlagen der darauffolgende Titeltrack und Rock Zone. Als für mich bestes Stück des Albums hat sich bislang allerdings Turn You On hervorgetan. Dieser Song vereint alle musikalischen Elemente der SCORPIONS inklusive der sehr prägnanten, einzigartigen Stimme von Klaus Meine. Das ist pure Energie, die direkt ins Herz trifft! Großartig! Dazu gibt’s diesmal zwei Balladen zu verzeichnen (Lorelei und SLY) und die äußerst gefühlvolle Halbballade The Good Die Young. Ganz so jung sind die SCORPIONS zwar nicht mehr, aber der Titel passt natürlich dennoch perfekt zu dieser Scheibe. Auch die restlichen Lieder des Albums erfüllen locker den SCORPIONS Qualitäts-Standart und zeigen, dass die alten Herren auch nach über 40 Jahren Bandgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen immer noch an die Spitzenposition gehören!

Zuletzt möchte ich gerne noch den abschließenden Song The Best Is Yet To Come hervorheben, der genau auf die richtige Art und Weise einen wunderbaren Schlusspunkt setzt. Man wird aus dem Album „getragen“ und wird sich dabei sicher die eine oder andere Träne verdrücken müssen, aber das Lied macht auch Hoffnung. Hoffnung auf die kommenden Jahre, ob mit oder ohne den SCORPIONS. Es wird weiter gehen, wir werden weiter rocken und wir werden das Andenken bewahren! Mir bleibt gerade nichts mehr zu sagen als Danke Schön! Vielen Dank an die SCORPIONS für die bewegenden Momente vor der Bühne und die vielen, vielen unsterblichen Lieder, die überall auf der Welt eine Menge Fans seit langer Zeit begleitet haben und noch weiter begleiten werden. Aber bald gibt’s ja noch ein Wiedersehen. Bis dahin, macht’s gut!

Thomas Dietz, (Artikelliste), 15.03.2010

In Sagen und Mythen werden Skorpione zumeist als gefährliche, todbringende Wesen dargestellt. In der Realität sind jedoch gerade mal eine verschwindend geringe Anzahl von Arten vorhanden, deren Stich für den Menschen tödlich sein kann. Sie sind zwar nicht vom Aussterben bedroht, aber einige Arten stehen im Anhang des Washingtoner Artenschutzabkommens. Dazu zählen jedoch nicht die deutlich älter gewordenen Spezies aus Hannover, deren Stich schon lang nicht mehr tödlich ist, allerdings häufig eine merklich narkotisierende Wirkung nach sich zieht.

“Sting In The Tail“ soll also der Schlussstrich unter eine lange Karriere sein. Ich hoffe nur, man hält sich daran und startet nicht unzählige peinliche Comebacks. Denn über ihren Zenit sind die Herren um Klaus Meine und Rudolf Schenker schon seit geraumer Zeit hinweg (für mich sogar schon seit “Tokyo Tapes“ aber das ist meine persönliche Meinung). Also ran an das Abschiedsalbum. Und nach dem ersten Durchlauf ein tiefes Seufzen: Vier von zwölf Songs sind Balladen. Ein Drittel des Longplayer also Feuerzeug-Schwenk-Ware, das ist für eine selbsternannte Hard Rock Band definitiv zu viel. Und alleine der Songtitel The Good Die Young ist natürlich eine Steilvorlage für jede Menge schlechter Witze angesichts des Jahrgangs der Protagonisten. Am schlimmsten von dem Schunkelkram finde ich Lorelei. Bei derartigen Klängen muss jedes Schiff auf Grund laufen, auch ohne blondgelockte Weiblichkeit.

Und die, nun ja, rockigen Sachen? Also explodieren tut da schon lange nichts mehr, ab und an versucht man etwas moderner zu klingen (Raised On Rock hat sogar einen leicht tänzelnden Groove), aber überall ragen einem haufenweise die Klischees entgegen (die erste Textzeile heißt schon “I was born in a Hurricane“ – argh!). Abgehangene Riffs aus dem Musterbuch für AOR und melodischen Hard Rock für die Ü 30 Party allenthalben. Rock Zone, Let’s Rock, Spirit Of Rock das mutet ja schon zwanghaft an: Seht her, wir sind die harten Jungs! Vor dem geistigen Auge wird ein Thomas Gottschalk dazu abgehen. Auch No Limit oder Turn You On: So öde und vorhersehbar wie die Titel ist auch die Musik. Keine Ecken, keine Kanten, keine Stachel. Perfekt produziert und handwerklich solide, natürlich, aber künstlerisch komplett überflüssig. Die Band hat erstaunliches geleistet in ihrer Historie, vor allem in kommerzieller Hinsicht. Nun ist es Zeit, den Deckel des Buches zuzumachen.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 11.03.2010

Den giftigen Stachel im Arsch spürt man auf dem Abschiedsalbum der altehrwürdigen SCORPIONS aus Hannover eher selten. Bei etlichen Liedern auf "Sting In The Tail" bräuchte man wohl eher ein wachrüttelndes Zwicken im Unterarm, um nicht vollends aus der Spur zu geraten. Insbesondere bei den schmonzettenhaften Balladen wie z.B. The good die young (mit extrem maniriertem Gesang von Klaus Meine in den Strophen) oder dem unsäglichen Lorelei muss man wirklich Stärke beweisen, um nicht weiterzuskippen. Doch wie will man ein Album, zudem noch von verdienten Rock-Helden, beurteilen, wenn einem der Finger ständig über der Skip-Taste zuckt.

Gottlob gibt es auch erfreulichere Momente auf "Sting In The Tail": Der Titelsong rockt schon etwas gefälliger und das anschließende Slave me donnert verdammt zünftig durch die Arena. Der erste Höhepunkt wird dann spätestens mit Titel 6 erreicht: Rock Zone sticht mit rasantem Tempo, ordentlichen fetten Riffs und einem heißen Solo endlich richtig zu. Let's rock knallt dann auch noch ganz nett (geiler Mittelteil), obwohl der Text derartig banal daherkommt, dass man meinen sollte, einem Ami wie Co-Autor Eric Bazilian (THE HOOTERS) fielen ein paar sinnigere Zeilen ein. The spirit of Rock kommt dann wieder sehr 08/15 mäßig um die Ecke, der Chorus hat, tja, sorry, höchtens DSDS Niveau.

Heja hejo, The best is yet to come verschreckt dann ebenfalls wieder mit Hitparadencharakter und darf wohl als frommer Wunsch der Protagonisten verstanden werden, die mit ihrer weltumspannenden Abschiedstournee wohl noch einmal mächtig fette Kohle absahnen werden, um sich dann in spätestens drei Jahren, wenn sie (also zumindest Rudolf und Klaus) vom Gesetz her auch das Recht haben ordnungsgemäß in Rente zu gehen, als erschöpfte Großväter in den Lehnstuhl zu fläzen, um ihre Glanztaten aus ferner Vergangenheit zu glorifizieren und das wohlige Kaminfeuer genüßlich mit Euro-Scheinen entfachen, um sich die malträtierten Knochen zu wärmen. Obwohl, sie könnten sich doch auch im Lichte solcher Alben wie "Virgin Killer", "Tokyo Tapes", "Animal Magnetism" oder "Love At First Sting" sonnen. Es sei ihnen gegönnt. Ich wünsche eine erfolgreiche und musikalisch zufriedenstellende Tour und eine geruhsame Rente. You're not alone in the Rock Zone.

Frank Ipach, (Artikelliste), 13.03.2010