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Ultimate Santana
Ultimate Santana, Sony BMG, 2007
Produziert von: Clive Davis & Carlos Santana Länge: 77 Min 43 Sek Medium: CD
1. Into The Night (feat. Chad Kroeger)11. Corazon Espinado (feat. Manà
2. Smooth (feat. Rob Thomas)12. Why Don`t You & I (feat. Alex Band of The Calling
3. Maria Maria (feat. The Product G&B)13. Just Feel Better (feat. Steven Tyler)
4. This Boys's Fire (feat. Jennifer Lopez & Baby Bash)14. Europa (Earth's Cry Heaven's Smile)
5. She's Not There15. No One To Depend On
6. Black Magic Woman16. Oye Como Va
7. The Game Of Love (feat. Michelle Branch)17. Interplanetary Party
8. Samba Pa TiBonus Track:
9. Evil Ways18. The Game Of Love (feat. Tina Turner)
10. Put your Lights On (feat. Everlast)

"Ultimativ", ist bei einem wie Carlos Santana zunächst mal gar nix. Nicht auf einem Album und auf einer einfachen CD schon gleich gar nicht.
Es gibt aber natürlich auch den Fluch der späten Geburt. Und zwar der ganz späten. In so einem Fall, weiß man nix vom Studieren großformatiger Albencover, mit barbrüstigen schwarzen Schönheiten darauf. In so einem Fall, kannte man den Carlos bestenfalls, weil er damals in..., na, wie hieß es..., Woodstock! dabei war.
Ähnlich wie Eric Clapton ist er aber auch nicht ganz unschuldig daran.
Bedingt schuldlos, ist er wohl an dem überwältigenden Erfolg, den vor Jahren plötzlich wieder hatte. Viel mehr als seinen charakteristischen Gitarrenton, hat er nicht beigetragen. So wurde er flugs bei den Formatradiohörern, Nicht-Kiffern und Champagnerpop-Fetischisten salonfähig. Aber, es sei ihm gegönnt und - fuck - wenn ich die Chance hätte, mit J Lo auf Tuchfühlung zu gehen, würde ich mich zu weit mehr hergeben!
Lange Rede - kurzer Sinn: Es geht auf Weihnachten zu und wenn er auch nur bei drei Songs (!) als Verfasser, bzw. Mitverfasser, genannt werden kann, so sei dem Carlos auch dieses Weihnachts-Zubrot gegönnt.

Beim Opener Into The Night fühlt man sich zunächst an Spaghetti-Western erinnert, die unverkennbare Gitarre von Carlos und die ebenso unzweideutige Stimme von Chad Kroeger formen dann das Unvermeidliche: Einen Zwitter aus SANTANA und NICKELBACK daraus. Gar nicht so schlecht, aber so toll auch wieder nicht.
An Smooth hat man - jedenfalls ich - sich sattgehört. Gut gemachter Pop, der den weltweiten Hit irgendwo rechtfertigt, jedoch nervt's auch irgendwann. Und mit Maria Maria sieht's eigentlich eher noch schlechter aus. Diese (fast) gleiche Gitarrenlinie geht bald auf den Kecks und ohne Videobilder ist das eine furchtbar lahme Angelegenheit.
Videounterstützung könnte auch This Boy's Fire (feat. Jennifer Lopez & Baby Bash) gebrauchen, dann gäb's wenigstens für die Augen, denn mit SANTANA hat dieser Rap nur wenig zu tun.
Erstmals etwas aus sich heraus, geht Carlos bei der Coverversion von Rod Argents She's Not There. Das erinnert schon eher an glorreiche Zeiten und fetzt stellenweise gut ab.
Ein Höhepunkt ist allein schon Gregg Rolies Orgel-Intro zu - und natürlich Carlos' unnachahmlicher Einstieg in - Black Magic Woman. Peter Greens Super-Nummer hat nichts von ihrer Faszination verloren. Diese Popnummern vom Beginn dieser Scheibe, hatten diese Magie nie, deswegen kann man sie, in ein paar Jahren, nicht hiermit vergleichen.
Ja, bei The Game Of Love wird sehr wohl karibisches Feeling und Bacardi-Durst hervor gelockt und schnurren kann diese Michelle Branch auch ganz trefflich, aber an den eigentlichen Namensgeber dieser CD denkt dabei kaum noch einer. Der dudelt halt auch mit. Is' auch besser so.
Da liegen nämlich Welten dazwischen, wenn Samab Pa Ti sich danach aus den Rillen dieser Scheibe schält. Oder so ähnlich... Vom breitesten Lächeln bis zu fliessenden Tränen, kann dieses Instrumental nahezu jede Emotion hervorrufen. Genial.

Evil Ways, vom Debütalbum (1969) ist ein weiter, unverzichtbarer, Klassiker. Bei Put Your Lights On (feat. Everlast) muss ich immer an PINK FLOYD denken, vermischt mit ein paar Nu-Rock Elementen und einem experimentierfreudigen Carlos. Immerhin interessant gemacht und auch öfter hörbar.
Bei Corazon Espinado tritt wieder der Maria Maria Effekt ein: dahinplätschernd und spannungslos. So ergeht's auch mit den nächsten Titeln. Why Don't You & I(feat.Alex Band of The Calling) erinnert wieder an NICKELBACK und weißt SANTANA nur noch in Spurenelementen auf.
Zu Just Feel Better hat man sich AEROSMITH' Steven Tyler als Sänger geangelt. Wirklich besser fühlt man sich damit aber auch nicht. Vielleicht wenn's wieder mal einen Armageddon-Film gibt...
Balsam wird mit Europa (Earth's Cry Heaven's Smile) verabreicht. Ein weiteres Instrumental, dass von seiner unvergleichlichen Schönheit nichts verloren hat und mit dem signifikanten Rhythmuswechsel ein Trademark von SANTANA beinhaltet. In die gleiche Klasse gehören natürlich auch die folgenden No One To Depend On und Oye Como Va. Erste Sahne!
Neueren Datums sind die Interplanetary Party, die entsprechend wenig Santana- aber viel Salsa- und Latin-Partyatmosphäre verbreitet, und eine weitere Version von The Game Of Love - diesmal mit der alten Tante Tina Turner am Mikrofon. Nützt dem Song auch nix, denn die klingt hier mehr so, als wäre sie wieder mal bei Eros Ramazotti zu Gast.
Tja, wie gesagt, kann man dem Schaffen von Carlos Santana mit einer CD - und mit der hier gleich gar nicht - unmöglich gerecht werden. Aber immerhin hat die Dom-Rep und Dubai-Urlaubsfraktion jetzt auch ihre Santana Best-Of und bekommt gleichzeitig auch noch ein paar essenzielle Aufnahmen mit in den Strumpf gesteckt.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.10.2007