Rush: Beyond The Lighted Stage
Sam Dunn, Scot McFadyen,
Rush: Beyond The Lighted Stage, Universal Music, 2010
mit:RUSH
Gene Simmons
Kirk Hammet
Billy Corgan
u.a.
Produziert von: Sam Dunn, Scot Mc Fadyen Länge: 195 Min 00 Sek Medium: 2 DVDs
DVD I:
01. Start09. The Gilded Cage
02. The Suburbs10. New World Men
03. Finding Our Way11. The Yoda Of Drums
04. The New Guy12. Ghost Rider
05. Assuming Control13. The Return
06. Terminally Unhip14. Revenge Of The Nerds
07. Drinking The Milk Of Paradise15. End Credits
08. Making Modern Music
DVD II:
01 .Being Bullied And The Search For The First Gig09. "Working Man" With John Rusey - Laura Secord SS - Spring 1974 Copy 1
02. Reflections On Hemispheres10. "La Villa Strangiato" - Pinkpop - 1979
03. Presto And Roll The Bones Rap11. "Between The Sun And Moon" - Live At Hartford - June 28th 2002
04. The Rush Fashion12. Dinner With Rush At A Hunting Lodge
05. Hobbies On The Road13. "Far Cry" - From The Snakes & Arrows Tour
06. Rush Trekkies14. "Entre Nous" - From The Snakes & Arrows Tour
07. Pre Gig Warm Up15. "Bravado" - From The R30 Tour
08. "Best I Can" With John Rusey - Laura Secord SS - Spring 197416. "YYZ" - From The R30 Tour

Logo Rush

Für Musikfilm-Fans werden die Namen Sam Dunn und Scot McFadyen sicherlich keine unbekannten sein.
Nachdem man sich in den ersten beiden Werken "Metal- A Headbanger's Journey" und "Global Metal" generell mit dem Genre des Hartmetalls beschäftigte, leiteten die beiden Kanadier danach eine Wende ein und begannen damit, bandspezifische Dokumentationen zu drehen.
Sie durften zuerst IRON MAIDEN auf einer ihrer letzten Welttourneen begleiten und bauten daraus den recht erfolgreichen Film "Flight 666".

Auf dem Weg nach neuen Herausforderungen wird nun die Geschichte einer weiteren Lieblingsband der beiden aufgearbeitet: RUSH.

In 13 Kapiteln surfen wir in "Rush: Beyond The Lighted Stage" durch die gesamte Geschichte der Band und erleben dabei lustige aber auch nachdenkliche Momente.
Vor allem aber erfährt man einige kleine Anekdoten, die selbst dem größten RUSH-Fans bisher unbekannt sein dürften.


Credits: UMG via Another Dimension

Der Hauptteil des Films widmet sich den 70er-Jahren, als RUSH sich insbesondere mit der Platte "2112" zu einer der wichtigsten Rockbands der damaligen Zeit entwickelten. Wir bekommen Super 8-Filme zu sehen, in denen der 18-jährige Alex Lifeson mit seiner Mutter serbischer Abstammung über den Abbruch des College diskutiert. Alex und Geddy nehmen uns mit in die Vororte, in denen sie aufgewachsen und gemeinsam zur Highschool gegangen sind.
Schließlich sind sogar Soundschnipsel aus den ganz frühen RUSH-Jahren zu hören, als man noch mit John Rutsey hinter den Drums auf Schulfesten spielte.

Dass die 70er nicht nur erfolgreich waren, verschweigt der Film dabei zu keiner Zeit. Mit den beiden Longplayern "Fly By Night" und "Caress Of Steel" ging die Popularität des Power-Trios stetig zurück, ehe man mit "2112" wieder die Trendwende schaffte.
Wie groß der Einfluss von RUSH auf andere Musiker und Musikinteressierte war, zeigen u.a. die Interviews mit Gene Simmons, Mike Portnoy, Tom Morello, Jack Black, Trent Reznor, Billy Corgan und Taylor Hawkins.

Im zweiten Teil des Films finde ich, dass die "Keyboard-Jahre", die mit "Signals" begannen und mit "Hold Your Fire" endeten, ein bisschen zu kurz kommen. Zwar wird durchaus deutlich, dass es damals zu unterschiedlichen Sichtweisen über den Einsatz der Keyboards kam und dass es Rupert Hine letztendlich war, der den Sound von RUSH auf "Presto" wieder erdete. Aber über wichtige Scheiben wie "Power Windows" und "Grace Under Pressure" huscht man meiner Meinung nach viel zu schnell hinweg. Selbiges gilt auch für die Platten der 90er, z.B. "Roll The Bones" und "Counterparts".

Dafür nimmt die schwere Lebenskrise von Neil Peart, als Frau und Kind in kurzer Abfolge hintereinander starben, und die auch die Band an den Rand der Auflösung brachte, einen großen Teil des Films ein.
Hier wird der Film fast besinnlich und man ist zeitweise den Tränen nah, wenn der "Professor" sein persönliches Schicksal schildert.
Überhaupt kehrt Neil Peart, der als sehr in sich gekehrt gilt, in "Rush: Beyond The Lighted Stage" sein Innerstes nach außen und erklärt z.B., warum er keine Interviews geben kann und den Kontakt zu den Fans scheut.


Credits: UMG via Another Dimension

Nach 106 Minuten hat der Zuseher viel gelacht, aber auch fast geheult und dabei eine Masse an Material zu sehen bekommen, das so der Öffentlichkeit noch nie zugänglich war.
Insofern ist "Rush: Beyond The Lighted Stage" ein Pflichtkauf für alle RUSH-Fans, zumal Sam Dunn und Scot McFadyen ihr Tagewerk wie gewohnt professionell und unterhaltsam verrichtet haben.

Anmerkung: Die Dokumentation wurde im Rahmen einer Filmvorführung geguckt, eine Stellungnahme zur zweiten DVD, die zahlreiches weiteres unveröffentlichtes Material enthält folgt im Anschluss.

Hier die technischen Daten der DVD:
Videoformat: PAL, Region 2, 16:9 Widescreen
Audio: Dolby 5.1 Surround, Dolby 2.0 Stereo

Kay Markschies, (Artikelliste), 01.07.2010


Die Bonus-DVD umfasst ca. eineinhalb Stunden extra Material, welches im Rahmen der Dokumentation zusammengetragen und gefilmt worden war und zum Teil auch im Film selbst bereits angeschnitten wurde aber wohl den Rahmen gesprengt hätte, wie z. B. der Pre Gig Warm-Up oder das Dinner mit RUSH, Interviews und Anekdötchen während der Stadtrundfahrt durch Toronto und die Suche nach der ersten Gig Lokation, einer alten Kirche usw., diverse Promis wie Gene Simmons, Sebastian Bach oder Jack Black kommen erneut zu Wort und reflektieren u. a. über ihre ersten Erfahrungen mit dem "Hemispheres" Album oder über die Bühnenklamotten der Band, die Hobbys der einzelnen Mitglieder die sie auch während einer Tour frönen um wieder runter zu kommen wie z. B. Golf, Geddys Sammlung alter Baseball Memorabilien oder Neils Leidenschaft für das Motorradfahren um nur einiges zu nennen.

Neben witzigen Einblicken in die Fanseele beim mittlerweile siebten Rush Convention (inkl. Karaoke) gibt es natürlich auch noch diverse Videoclips, besonders interessant dabei natürlich die alten TV Aufnahmen mit ihrem ersten Drummer John Rutsey oder dem vorher nie live gespielten Between The Sun And Moon, welches sie 2002 in ihrer "quasi" Reunion Show dem gerade verstorbenen THE WHO Basser John Entwistle widmen. Vier weitere Clips wurden bereits zuvor auf den "R30" und "Snakes & Arrows" DVDs veröffentlicht, runden aber das Gesamtbild perfekt ab, sodass sowohl altgediente wie auch neue Fans voll auf ihre Kosten kommen.
Wer vor der Betrachtung dieser liebevollen Dokumentation noch kein Fan gewesen sein sollte, hat gute Chancen es nachher zu werden, viel Spaß dabei.
In diesem Sinne.

Ralf Frank, (Artikelliste), 11.07.2010