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Lovin' Whiskey
Rory Block
Lovin' Whiskey, Continental Records Services, 2009
Produziert von: Länge: 64 Min 05 Sek Medium: CD
01.Silver Wings09. God's Gift To Women
02. Do You Love Me10. Somebody's Baby
03. Lovin' Whiskey11. Somebody's Baby
04. It Aint't Right12. I'll Be gone
05. Gypsie Boy13. Lovin' Fool
06. Misty Glen14. Love Without The Heart
07. The Water Is Wide15. You Deserve The Best
08. Catastrophe Rag16. Lovin' Whiskey (Live)

Tja, da hab ich doch ein paar Mal nachschauen müssen, ob ich die richtige CD im Player habe. Denn so bluesig, wie ich dieses Girl in Erinnerung habe - hat sie doch kürzlich erst ein ganzes Album Son House gewidmet, davor mit Mr. Johnson angebandelt und von den ganzen WC Handy Blues Awards Gewinnen, bzw. der aktuellen Nominierung für das beste Akustik-Blues Album des Jahres, wollen wir gar nicht reden - klingt sie hier doch eher selten. Das Coverfoto wurde auch schon mal für ein Album von ihr verbraten ...
Tatsächlich handelt es sich hier um eine Zusammenstellung aus ihrer Zeit beim "Rounder" Plattenlabel und das liegt schon ein paar Jahre zurück. Und da offenbart sich, dass Frau Block nicht ausschließlich dem puren Blues zugetan ist. Doch auch pure Blueser sollten sich von den ersten Songs nicht gleich ab-/verschrecken lassen. Ja, Nummern wie Silver Wings oder Do You Love Me haben schon einiges an Jazz und Soul in sich und sind obendrein leicht poppig produziert. Gerade bei Letzterem hätte man sich zu einem gewissen Zeitpunkt manches Pop-Sternchen der späten 80er mit dieser Nummer vorstellen können. Schön, geht leicht ins Ohr, versetzt in eine herrliche Leichtigkeit, aber nicht unbedingt "my cup of tea".
Selbst der "Titelsong" entpuppt sich nicht als der erwartete Hardcore-Blues, sondern ist äußerst soft produziert und eher was zum an der Cocktailbar sitzen und dem gewählt-geschmackvollen Gitarrensolo zuzuhören. Wohlwollend.
Auch beim funkigen It Ain't Right muss man noch durchhalten und selbst der Gypsie Boy sprüht nicht vor Wildheit, sondern eignet sich eher zum langsam Wegdämmern.
Natürlich kann man sich jederzeit am hervorragenden Akustikgitarrenspiel der Frau erfreuen, aber für mich dauert es doch bis, na, mindestens dem irisch angehauchten The Water Is Wide - welches auch "durchsichtiger" produziert wurde - aber eigentlich bis zum Catastrophe Rag, einer, natürlich, Ragtime-Nummer (leider instrumental), wie sie auch ein Rory Gallagher in dieser Art gern und oft gespielt hat.

Von da an wirdís tatsächlich etwas lustiger. Dazu trägt umgehend der acapella Gospel-Song God's Gift To Women. Da wirklich Stimmung, wenn diese Sängerin sich mit einem Herrenchor "duelliert".
Somebody's Baby bringt eine leider wieder auf den Boden zurück. Das klingt wieder so wachsweich, dass ich das Lied einer Whitney Houston liebend gern wünschen würde und mancher R&B-Sängerin auch dringend ans Herz legen möchte, aber mir ist das zu beliebig.
Da hat auch kein Angel Of Mercy Mitleid. Zugekleistert mit Keyboard-Einheiten, ist das was für besagt Cocktailbar, aber nichts für die Blues-Kneipe neben dem Baumwollfeld.
Das shuffelnde I'll Be Gone ist zwar auch noch etwas brav, macht aber mehr Laune und könnte durchaus irgendwo zwischen John Hiatt und Ry Cooder gut passen.
Und prompt, mit dem 13. Song, klingt die Akustikgitarre mal etwas natürlicher und kommt besser durch. Lovin' Fool ist mir zwar ein bisschen zu süßlich, aber einem anderen Umfeld - sprich: anderen Songs - wäre das eine ganz schön Ergänzung.
Love Without The Heart - der Titel lässt's befürchten - sackt wieder ab und erst bei der "Zugabe", dem live im Radio gespielten Lovin' Whiskey, hör ich nochmals genauer hin.
Wer sich unbedingt und gerne an die Songs vor 20 Jahren, von Rory Block, erinnern lassen möchte - und bisschen was für ruhige Stunden braucht - kann hier mal reinhören, mir ist die Dame deutlich lieber auf Alben wie "From The Dust" oder auf ihren Tribute-Scheiben.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 27.03.2009